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Bewerbungswiki

Arbeitszeugnis

Leistung auf den Punkt gebracht.
Grundsätzlich ist der Arbeitgeber ist verpflichtet, seinem Mitarbeiter ein Arbeitszeugnis auszustellen. Dieses muss laut Gesetz wohlwollend und wahrheitsgemäß sein.

Es gibt mehrere Varianten:


Standard ist in Deutschland, dass Arbeitgeber ihren ausscheidenden Mitarbeitern ein qualifiziertes Arbeitszeugnis schreiben, das nicht nur eine Aufgabenbeschreibung enthält, sondern auch die erbrachten Leistungen bewertet (siehe Notensystem unten) und Aussagen zum sozialen Verhalten des Mitarbeiter trifft.

Auf die Formulierungen kommt es an

Generell hat jeder Angestellte das Recht auf ein wohlwollendes Zeugnis, verlangt der Gesetzgeber. Doch der Teufel steckt bei den Beurteilungen oft im Detail – und zwischen den Zeilen. Um auch weniger gute Bewertungen vermitteln zu können, hat sich eine eigene Zeugnissprache entwickelt – praktisch eine Art >>> Geheimcode für Personaler. Was dahinter steckt, lesen Sie >>> hier

Viel hilft viel – von wegen

Das gilt nicht für Bewerbungsunterlagen und auch nicht für Anlagen wie Zeugnisse. Am wichtigsten für eine Bewerbung ist das Zeugnis des aktuellen bzw. letzten Arbeitgebers. Ergänzend können noch ein oder zwei Beurteilungen von früheren Jobs beigefügt werden. Diese sollten aber auf jeden Fall jünger als zehn Jahre sein.

Wer sich aus einer Festanstellung bewirbt, sollte idealerweise ein Zwischenzeugnis beilegen können. Welche Gelegenheiten Angestellte nutzen sollten, um den Chef nach einem Zwischenzeugnis zu fragen, lesen Sie >>> hier

Hochschulabsolventen sollten ihre Praxiserfahrung möglichst mit Zeugnissen und Nachweisen aus Praktika, Werkstudententätigkeiten und/oder Nebenjobs belegen. (>>> Praktikumszeugnis)

Wer eine Ausbildung erfolgreich absolviert hat, dem steht nach dem Abschuss ebenfalls ein Zeugnis zu. (>>> Ausbildungszeugnis)

Zur Not geht es auch ohne

Sicherlich kann ein sehr positives Arbeitszeugnis bei einer Bewerbung das Zünglein an der Waage sein. Trotzdem bilden sich Personaler gerne selber ein Urteil – und das setzt sich aus vielen Elementen zusammen. Daher sollten sich auch Bewerber, die aus verschiedenen Gründen keine Arbeitszeugnisse zur Verfügung haben, nicht entmutigen lassen. (>>> Bewerben ohne Arbeitszeugnis)

Verklausulierte Schulnoten

Um für ein qualifiziertes Zeugnis die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers zu bewerten, hat sich ein Notensystem durchgesetzt, dass den Grad der Zufriedenheit mit dem Mitarbeiter nennt. Diese Formulierung, die sich meist im letzten Absatz des Arbeitszeugnis findet, ist besonders wichtig, da sie die Gesamtleistung abschließend bewertet. Folgende Formulierungen sind Standard – und orientieren sich an den Schulnoten dahinter.

Er/Sie erfüllte seine/ihre Aufgaben...

… stets zur vollsten Zufriedenheit » Note 1
… zur vollsten / stets zur vollen Zufriedenheit » Note 2
… zur vollen Zufriedenheit » Note 3
… zur Zufriedenheit » Note 4


Schon zwei kleine Änderungen in der Formulierung ("stets" fällt weg und aus "vollsten" wird "vollen") – und aus sehr guten werden nur noch mittelmäßige Leistungen.

Viel Raum für Fehler und Missverständnisse

Da gerade bei kleineren Unternehmen, die weniger häufig Zeugnisse schreiben müssen, Unsicherheiten über den üblichen Geheimcode in den Personalabteilungen hierzulande bestehen, sind auch unbeabsichtlichte Fehler an der Tagesordnung. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte daher sein Arbeitszeugnis von einem Profi checken lassen – und bei Bedarf den Chef um eine Nachbesserung bitten.

Privates, Verdienst und Fehlzeiten sind ein Tabu

Ein Arbeitszeugnis soll Tätigkeit, Leistungen und Verhalten des Mitarbeiters beschreiben und beurteilen. Einige andere Themen wie Privates (z.B. Krankheiten, Religion, Mutterschaft), Details aus dem Arbeitsvertrag wie Gehalt oder auch Fehlzeiten haben dagegen in der Beurteilung nichts zu suchen. (>>> Tabus im Arbeitszeugnis)
Dieser Artikel ist erschienen am 01.07.2014

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