Die besten Jobbörsen 2024 in Deutschland

Stellen werden nicht mehr in der Lokalzeitung gesucht. Jobbörsen wie Stepstone, LinkedIn oder Indeed haben die Hoheit über den Arbeitsmarkt. 

Oliver Wollnitz | 03.04.2024
Iris Schulte Renger
VON Iris Schulte Renger | Redakteurin
LETZTE AKTUALISIERUNG:

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Deutschland gibt es weit über 1.000 Jobbörsen.
  • Nicht alle sind für die Mitarbeitersuche gleichermaßen gut geeignet; die Unterschiede sind teils gravierend.
  • Recruiter sollten deshalb einige Qualitätsmerkmale prüfen, bevor sie sich für einen Anbieter entscheiden.

Die Zeiten, in denen Lokalzeitungen akribisch nach attraktiven Stellenanzeigen durchsucht wurden, sind längst vorbei. Jobbörsen wie Stepstone, LinkedIn oder Indeed haben mittlerweile die Hoheit über den Arbeitsmarkt. 

In den letzten Jahren dürfte sich die Dominanz der Jobbörsen sogar noch weiter ausgebaut haben. Eine Erhebung des Karrierenetzwerks e-fellows hat ergeben, dass im Zuge der Corona-Pandemie knapp 70 Prozent der Personalverantwortlichen in Deutschland deutlich mehr in digitale Recruiting-Prozesse investiert haben. Die Stellenportale treten dabei als erste Instanz auf, um Jobs zu veröffentlichen, bekannt zu machen und zu verwalten.

Der florierende Markt für Jobbörsen bringt jedoch immer wieder neue Anbieter hervor, die nach außen ganz unterschiedlich auftreten. Dadurch wird es schwierig, den richtigen Partner für die eigene Stellenanzeige ausfindig zu machen. Fragen nach der Reichweite, der Kompatibilität, der Usability und den Kosten bestimmen die Entscheidung. Unser Ratgeber zeigt, wie die unterschiedlichen Jobbörsen funktionieren und welche den größten Mehrwert für die eigenen Anforderungen bieten.

Was ist eine Jobbörse?

Bei einer Jobbörse handelt es sich um eine Plattform, auf der Unternehmen ihre Stellenanzeigen veröffentlichen können. Gleichzeitig nutzen auch Arbeitssuchende die Portale, um eine Beschäftigung zu finden. Obwohl auch analoge Jobbörsen existieren, sind in den meisten Fällen Online-Jobbörsen gemeint.

In Deutschland gibt es mittlerweile weit mehr als 1.000 solcher Recruiting-Plattformen. Zu den bekanntesten zählen Unternehmen wie Stepstone, Indeed, Linkedin, aber auch die Bundesagentur für Arbeit. Sinn und Zweck einer Jobbörse ist es, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenzubringen. Dafür stellen die Portale nicht nur eine oberflächliche Datenbank bereit, Jobbörsen enthalten meist zahlreiche Features und Dienstleistungen, die den Personalverantwortlichen von großem Nutzen sind.

Was leistet eine Jobbörse?

Auf der Suche nach potenziellen Arbeitnehmern findet der Löwenanteil aller Recruiting-Prozesse online statt. Zwar besitzen gerade große Firmen eigene Bewerberportale, um die Sichtbarkeit ihrer Ausschreibungen zu erhöhen, nutzen sie jedoch auch externe Jobbörsen.

Jobbörsen stellen also sicher, dass möglichst viele Menschen der jeweiligen Zielgruppe auf die angebotene Stellenausschreibung aufmerksam werden. Damit diese dann ihren Zweck erfüllen kann, sorgen Jobbörsen für eine Erfolg versprechende Candidate Experience – also die Art und Weise, wie der Bewerbungsprozess von den Interessenten wahrgenommen wird.

Um das zu erreichen, stellen sie die passende Struktur, bereiten Annoncen auf, sorgen für Präsenz und garantieren eine reibungslose Funktionalität der Webseite. Um die Suche möglichst zielgerichtet zu gestalten, bieten Jobbörsen zudem eine Filterfunktion an. Damit können Bewerber gezielt nach spezifischen Kriterien oder Themen suchen.

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Persönliche Bindung durch Nutzerprofile

Nützlich ist außerdem die Profilfunktion, die Jobbörsen bereitstellen. Dadurch ist es Arbeitssuchenden möglich, ihre Bewerbungsunterlagen zu speichern und diese in einer attraktiven Vorlage zu präsentieren. Gleichzeitig können Recruiter manuell nach passenden Kandidaten Ausschau halten und diese direkt kontaktieren. Dieses Vorgehen lässt sich mit dem Begriff „Active Sourcing“ zusammenfassen.

Ein Vorteil für registrierte Nutzer besteht außerdem darin, dass diese sich jederzeit, beispielsweise durch E-Mails, über aktuelle Inserate informieren lassen können. Als Arbeitgeber kann man durch einen Aufpreis in solchen E-Mails Erwähnung finden.

Moderne Jobbörsen konkurrieren außerdem um die technologische Souveränität. Manche nutzen künstliche Intelligenz für gewisse Vorgänge innerhalb der Jobbörse, stellen clevere Matching-Methoden zur Verfügung oder setzen auf programmierte, vollautomatische Werbung.

Natürlich ist es auch möglich, mithilfe von Jobbörsen Stellenanzeigen zu evaluieren. Dafür werden Daten gespeichert und aufbereitet, damit die verantwortlichen Recruiter das Prozedere zukünftig noch weiter optimieren können.

Diese Qualitäten zeichnen eine gute Jobbörse aus

Auf einige Kriterien sollten verantwortliche Personaler ein besonderes Augenmerk legen. Denn sie entscheiden darüber, ob die gewählte Jobbörse für die eigene Stellenanzeige geeignet ist oder nicht.

Große Bekanntheit

Die Bekanntheit der jeweiligen Jobbörse ist gleichbedeutend mit deren Reichweite. Die wichtigste Kennziffer in diesem Zusammenhang ist der organische Traffic einer Webseite. Je mehr Besucher die Jobbörse anzieht, desto höher ist auch die Chance, einen geeigneten Bewerber zu finden.

Um die eigene Popularität zu steigern, investieren Jobbörsen Millionenbeträge in Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Laut dem Marktforschungsunternehmen Nielsen Media Research mobilisierte Stepstone im Jahr 2021 in Deutschland knapp 110 Millionen Euro für Werbeaufwendungen, bei Indeed waren es nicht ganz 50 Millionen Euro.

Zielgruppenaffinität

Doch auch der größte Grad an Bekanntheit hilft nicht, wenn nicht die richtige Zielgruppe angesprochen wird. Deshalb existieren zahlreiche Jobbörsen, die sich auf Nischen oder spezielle Personengruppen spezialisiert haben.

Wer beispielsweise Studierende für offene Werkstudentenstellen oder Praktika sucht, hat in der Regel mehr Glück auf einer weniger bekannten Jobbörse, die dafür extra für angehende Akademiker konzipiert wurde.

Kooperationen und Paketangebote

Da Unternehmen regelmäßig nach neuen, geeigneten Mitarbeitern suchen, sollten Personaler langfristige Kooperationen mit den jeweiligen Jobbörsen anstreben. Denn dadurch können oft bessere Konditionen ausgehandelt werden.

Darüber hinaus macht es manchmal auch Sinn, spezielle Pakete zu kaufen, die gleich mehrere Dienstleistungen enthalten. Das ist in der Regel günstiger als die Services einzeln abzuschließen.

Günstiger Preis

Generell ist das Kriterium Preis ein entscheidender Faktor, wobei günstig nicht unbedingt auch gut ist. Wichtig ist es, das Preis-Leistungs-Verhältnis im Auge zu behalten. Personaler sollten sich deshalb zuallererst fragen, ob die jeweilige Jobbörse alle relevanten Kriterien erfüllt, und dann erst anfangen, die Preise zu vergleichen.

Serviceleistungen

Zu den Serviceleistungen zählen Dinge, die eine Jobbörse technisch umsetzen kann. Wie bereits erwähnt, bieten sie Specials wie Matchmaking-Funktionen, Social-Media-Elemente, Tracking, Programmatic Advertising und andere.

Doch Vorsicht: Nicht immer sind besondere Serviceleistungen notwendig, manchmal erhöhen sie nur den Preis einer Jobbörse, ohne dem Unternehmen einen Mehrwert zu bringen. Wichtig sind deshalb geschulte Mitarbeiter, die das Recruiting übernehmen.

Support

Je mehr Funktionen eine Jobbörse bietet, desto schwieriger kann der Einstieg sein. Insbesondere dann, wenn es an die Evaluation des Erfolgs der Stellenanzeigen geht, müssen Recruiter wissen, wie sie korrekt Daten erheben. Der richtige Support seitens der Jobbörse ist dabei das A und O.

Was unterscheidet Jobbörse und Jobsuchmaschine?

Bei einer Jobbörse handelt es sich um eine aktiv verwaltete Plattform, auf der Unternehmen meist kostenpflichtig ihre Stellenanzeige schalten können. Jobsuchmaschinen oder Jobcrawler hingegen durchsuchen das ganze Internet nach bereits veröffentlichten Annoncen.

Dabei können sie auf alle öffentlichen Jobbörsen und Karriere-Webseiten der Unternehmen zugreifen und diese in ihrem Suchergebnis anzeigen. Der Vorteil daran ist, dass so eine besonders große Anzahl an Stellenanzeigen abgebildet wird.

Personalverantwortliche haben dabei die Möglichkeit, mittels intelligenter Suchmaschinen-Optimierung (SEO) ihr Stellenangebot so aufzubereiten, dass der Jobcrawler diese in jedem Fall findet und sichtbar vorne positioniert. In einigen Fällen müssen sich Unternehmen jedoch für ein vorderes Ranking registrieren und auch dafür bezahlen.

Jobbörsen im Vergleich

Generell bietet eine allgemeine Jobbörse, ein sogenannter „Generalist“, die besten Voraussetzungen, um den geeigneten Bewerber zu finden. Das liegt daran, dass sie viele positive Qualitäten vereint: eine hohe Sichtbarkeit, zielgruppenspezifische Filterfunktionen und gute Konditionen. Zu den drei bekanntesten zählen Stepstone, Indeed und Linkedin.

Stepstone

Stepstone ist zweifellos eine der führenden Jobbörsen in Deutschland. Obwohl Stepstone zur Axel Springer SE gehört und seinen Hauptsitz in Düsseldorf hat, ist das Unternehmen auch international in über 20 Ländern präsent. Deshalb sorgen weltweit mehr als 4.000 Mitarbeiter für einen reibungslosen Betrieb der Jobbörse.

In Deutschland verzeichnete Stepstone im Jahr 2021 durchschnittlich zwischen 2 und 3 Millionen Unique User monatlich. Damit gehört Stepstone hierzulande zu den absoluten Spitzenreitern. In der Vergangenheit gab es immer wieder unabhängige Rankings, die die Qualität der Plattform bewerteten. Beispielsweise zeichnete das Deutsche Kundeninstitut (DKI) Stepstone als beste nationale Jobbörse in der Kategorie der Generalisten aus.

Für Unternehmen bietet Stepstone eine ganze Reihe an Services. Dazu gehören beispielsweise länderspezifische Recruiting-Kampagnen, Content-Features, Qualitätskontrolle, Genderbias-Decoder oder Programmatic-Advertising, wodurch die Ausspielung der Stellenanzeige auf über 700 Jobplattformen möglich ist.

Diese Leistungen lässt sich Stepstone allerdings auch ordentlich vergüten. Verschiedene Pakete und Zusatzleistungen können den Recruitern helfen, die Stellenanzeige den Bedürfnissen des Unternehmens anzupassen. Preislich geht es bei Stepstone ab 1.349 Euro los, die Laufzeit einer Stellenanzeige beträgt dabei 30 Tage (Quelle: Webseite des Anbieters, Stand: April 2024).

Indeed

Neben Stepstone ist vor allem Indeed eine der Plattformen, auf der Arbeitssuchende zuallererst nach einer Stelle suchen. Die monatlichen Nutzer aus Deutschland übertreffen sogar die des direkten Konkurrenten Stepstone. Weltweit sind es laut Unternehmensinformationen über 300 Millionen Aufrufe in vier Wochen.

Indeed gilt dabei als Mischung aus typischer Jobbörse und Jobcrawler. Neben Stellenanzeigen, die nur auf der eigenen Webseite geschaltet sind, durchsucht Indeed auch das restliche Internet nach passenden Treffern. Damit finden sich dort zwar deutlich mehr potenzielle Jobs, diese entsprechen jedoch nicht immer den gewünschten Kriterien.

Unternehmen können Indeed kostenlos nutzen, dadurch laufen sie aber Gefahr, in der Flut der Suchergebnisse unterzugehen. Deshalb bietet Indeed kostenpflichtige Premium-Stellenanzeigen an. Diese sind besser gelistet und versprechen eine 4,5-mal höhere Chance, die offene Position durch einen geeigneten Bewerber zu besetzen. Die Unternehmen bezahlen hierbei pro Aufruf der Stellenanzeige einen niedrigen zweistelligen Betrag. Es lässt sich jedoch auch ein Maximalbetrag festlegen (Quelle: Webseite des Anbieters, Stand: April 2024).

Ansonsten können Recruiter Unternehmensprofile hinterlegen und diese gestalten, zum Beispiel mit Bildern und Videos. Außerdem haben sie Zugriff auf über 200 Millionen Lebensläufe weltweit, wodurch Personalverantwortliche selbst als Headhunter aktiv werden können.

Linkedin

Bei Linkedin handelt es sich um das internationale Pendant des deutschen Business-Social-Networks Xing. Da Linkedin ein Karriereportal ist, war die Implementierung einer Jobbörse der natürliche Schritt. Mit über 750 Millionen Nutzern weltweit besitzt Linkedin eine starke Reichweite. Laut einer Erhebung waren es in der DACH-Region Deutschland, Österreich und Schweiz im Jahr 2022 rund 19 Millionen aktive Profile.

Die große Internationalisierung macht auch Rekrutierungen aus dem Ausland möglich. Gerade bei der Suche nach Fachkräften kann das nützlich sein. Und auch die typischen Eigenschaften eines sozialen Netzwerks helfen Personalern bei ihrer Arbeit. Denn durch die schon bestehenden Verbindungen kann auch die Reichweite von Kollegen genutzt werden, um die eigene Stellenanzeige zu verbreiten.

Aufgrund des kostenfreien Services und der Popularität von Linkedin kommt es auch hier zu einem großen Aufkommen verschiedener Jobangebote. Ähnlich wie bei Indeed können Recruiter auf Linkedin für Stellenanzeigen bezahlen. Damit erhöhen sie deren Sichtbarkeit und somit auch die Erfolgschancen auf einen aussichtsreichen Bewerber.

Den Preis pro Klick berechnet dabei ein Algorithmus. Dieser prüft den Standort des Unternehmens und analysiert, wie viele Stellenanzeigen andere Firmen aus der gleichen Branche geschaltet haben. Auch bei Linkedin lässt sich ein maximales Budget für die Stellenanzeige festlegen (Quelle: Webseite des Anbieters, Stand: April 2024).

Individuelle Bedürfnisse entscheiden

Stepstone, Indeed und Linkedin gehören zu den größten und wichtigsten Jobbörsen in Deutschland. Als Generalisten sind sie die Allrounder unter den Jobbörsen und eignen sich insbesondere dann, wenn es sich bei der Branche der zu besetzenden Stelle nicht um eine Nische handelt.

Während Stepstone bereits mehrmals zur insgesamt besten Jobbörse in Deutschland gewählt wurde, bietet Indeed ein hybrides Modell aus Jobbörse und Jobcrawler, welches eine besonders hohe Reichweite verspricht. Linkedin glänzt dagegen durch seine Qualitäten als Social-Media-Plattform und die damit einhergehende hohe Nutzerdichte. Welcher Anbieter für die eigene Stellenanzeige am geeignetsten erscheint, entscheiden die persönlichen Präferenzen und Anforderungen der Unternehmen.


Vor- und Nachteile der Jobbörsen auf einen Blick

StepstoneLinkedinIndeed
+ führende Jobbörse+ 750 Millionen Nutzer weltweit+ Jobböse und Jobcrawler
+ präsent in über 20 Ländern+ gleichzeitig Social Network+ hohe Reichweite
+ 2 bis 3 Unique User monatlich+ kostenfreies Angebot+ Zugriff auf 200 Millionen Lebensläufe
– teures Preismodell+ Bezahlung = höhere Sicherbarkeit+ Gratis- und kostenpflichtiges Angebot

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Häufige Fragen zu Jobbörsen

Welche Jobbörse ist die beste?

Auch wenn es immer wieder Rankings zu den besten Jobbörsen gibt, entscheiden meist individuelle Präferenzen. Generalisten erfüllen jedoch einen umfangreichen Zweck. Dazu gehören Jobbörsen wie Stepstone, Indeed und Linkedin.

Kosten Jobbörsen Geld?

Während für Arbeitssuchende Jobbörsen fast immer kostenlos sind, müssen Unternehmen häufig bezahlen, um Anzeigen zu schalten. Insbesondere dann, wenn sie möchten, dass ihre Annonce gut sichtbar ist. Je nach Stellenanzeige und Plattform fallen dafür unterschiedlich hohe Beträge an.

Wie viele Bewerbungen erhält ein Unternehmen auf einer Jobbörse?

Die Anzahl der Bewerbungen hängt von der Sichtbarkeit der Stellenanzeige, der Reichweite der Plattform sowie der Branche der zu besetzenden Position ab. Da diese Kriterien ganz unterschiedlich ausfallen, lässt sich hier keine pauschale Aussage treffen.