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Bewerbungswiki

Anschreiben

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Das Anschreiben ist das Kernstück jeder Bewerbung: Es entscheidet den Ton, spiegelt die Motivation und verwebt Fakten und Argumentation gleichermaßen.
Prägnant bringt der Bewerber hier seine Motivation auf den Punkt. Er ist der Verkäufer der eigenen Arbeitskraft. Deswegen erzählt das Anschreiben den Lebenslauf nicht nach, sondern bringt das individuelle Leistungsprofil des Bewerbers auf den Punkt. Nach dem Motto: "Das kann ich – und darum bin ich der Richtige für diesen Job!"

"Texten Sie keinen Brief, sondern ein Briefing", rät der Bewerbungsberater Gerhard Winkler. Dafür reicht eine knappe Seite. Denn noch einmal: Das Anschreiben ist eine Leistungsbilanz mit einer knappen Selbstpräsentation und weder ein Essay noch ein Kurzroman.

Und das gehört rein:

1. Kontaktdaten: So einfach erreichen Sie mich!

Um die Kontaktdaten von der Anschrift abzuheben, gehören diese entweder in die Kopfzeile oder die rechte Seitenecke. Die aktuellen Kontaktdaten enthalten: Den Namen – die Anschrift – eine seriös wirkende E-Mail-Adresse – Telefonnummern (Festnetz und Mobil).

2. Anschrift: Korrekt und zielgerichtet

Hier ist die vollständige Anschrift der Firma, eventuell mit Verweis auf die Abteilung, in der sich der Ansprechpartner (Anrede) befindet, zu nennen. Zum Beispiel:

Deutsches Komitee für UNICEF e.V. (Hier die offizielle Unternehmens-Schreibweise recherchieren, z.B. in der Stellenausschreibung)
Anita Schmidt
Personalabteilung
Höninger Weg 104
50969 Köln

3. Betreff und Datum: Bezug und Aktualität

Personaler erhalten oft hunderte Bewerbungen für unterschiedlichste Stellen: Eine gefettete und eventuell durch eine größere Schrift hervorgehobene Betreffzeile ermöglicht einen schnellen Überblick, um welche Bewerbung es sich handelt. Bei der Stellen-Formulierung kann man sich einfach an der Ausschreibung orientieren.

Einen Absatz nach der Betreffzeile folgen rechtsbündig der Ort und das aktuelle Datum, zum Beispiel so:

BEWERBUNG ALS WISSENSCHAFTLICHER MITARBEITER (KENNZIFFER 3052 W)

                                                                                                         Köln, den 1. Februar 2014

4. Anrede: "Sie kenn' ich doch!"

Engagement zeigt, wer im Vorfeld mit dem Adressaten telefoniert hat. Sollte das nicht der Fall sein, muss zumindest der korrekte Ansprechpartner recherchiert werden, um das relativ anonym wirkende "Sehr geehrte Damen und Herren" zu vermeiden. Angebracht ist übrigens nach wie vor der Klassiker: "Sehr geehrter" bzw. "Sehr geehrte".

Bei Bewerbungen im wissenschaftlichen Umfeld sollten auch die akademischen Titel an dieser Stelle genannt werden: "Sehr geehrte Frau Dr. Welling". Nach der offiziellen Anrede folgt ein Komma, ein Abstand und der erste Satz (mit Kleinschreibung des ersten Wortes, wenn es sich nicht um ein Substantiv handelt).

5. Richtig einsteigen: Phrasen streichen – Knallerargument betonen!

Der erste Satz muss prägnant sein, Spannung und Neugier erzeugen. Er ist der Köder, der den Leser in den Text zieht: Hier muss die Balance zwischen Arroganz und Selbstbewusstsein, zwischen aufgesetzt und authentisch, zwischen heuchlerisch und begeistert stimmen. Personaler haben ein feines Gespür für aufgeblasene Selbstmarketings-Kampagnen oder platte Lobeshymnen über den Traumarbeitgeber. Der erste Satz beantwortet folgende Frage: Was kann ich und warum bin ich der ideale Kandidat für die ausgeschriebene Stelle?

"Mit großem Interesse habe ich Ihre Ausschreibung zur Kenntnis genommen..." oder  "Hiermit bewerbe ich mich..." – so sollte ein gutes Einschreiben nicht beginnen. Phrasen dieser Art wecken aufgrund ihrer stereotypen Formelhaftigkeit kein Interesse, sie haben keinen Aussagewert und wirken affektiert. Diese Einfallslosigkeit kann im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass die gesamte Bewerbung im Papierkorb landet.

Der erste Satz ist individualisiert und auf die Stelle bezogen. Er sollte folgende Fragen überzeugend beantworten: Warum dieses Unternehmen? Wo liegen Ihre Qualifikation und Ihr Mehrwert? Diese Einleitung kann und sollte auf einen Satz reduziert werden. Beachten Sie dabei: Unbelegtes Eigenlob klingt unseriös, ebenso Lobeshymnen über den künftigen Wunsch-Arbeitgeber.


»»» Mit Überzeugungskraft einsteigen – das ist wünschenswert. Bei der Bewerbung müssen Sie sehr genau auf die Stellenbeschreibung eingehen und keine vorgefertigten Muster verwenden, die Sie bei Bedarf aus der Schublade ziehen. Suchen Sie sich daher den besten Job aus – aus den handverlesenen Angeboten der JobAgenten von karriere.de.
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Anne Koschik
ist bei karriere.de Expertin für Jobs und Gehälter 


6. Haupttext: Überzeugende Belege

Nachdem der Köder ausgeworfen ist, werden nun in ein bis zwei Absätzen anhand von Praxisbeispielen die Schlüsselkompetenzen herausgearbeitet. Personaler wollen nicht vorgeführt bekommen, wie raffiniert ein Bewerber sich verkaufen kann, sondern sie suchen nach faktengefütterten Argumenten für ihre Entscheidungsgrundlage: deswegen mit den stärksten Argumenten starten, die für den Job erforderlichen Job- und Lernleistungen und die Passung zum Unternehmen herausarbeiten! Nutzen Sie dabei starke und dynamische Verben, bevorzugen Sie einfache Hauptsätze und belegen Sie Ihre Aussagen mit Praxisbeispielen. Also nicht: "Ich bin teamfähig", sondern "Durch die Leitung der Uni-Theatergruppe stärkte ich meine Teamfähigkeit" oder "Mein organisatorisches und kommunikatives Geschick stärkte ich…".

Ein gutes Anschreiben bezieht sich auf die wichtigsten Ankerpunkte der beruflichen Biografie, ein herausragendes Anschreiben bringt diese jedoch immer in Bezug zur ausgeschriebenen Stelle: Berufseinsteiger betonen alle in Ausbildung, Praktika, Diplomarbeit oder Freizeit gesammelten Erfahrungen, die für das gesuchte Profil relevant sind. Berufserfahrene schöpfen dagegen aus der Praxis.

Die >>> formale Gestaltung ist auch im Anschreiben streng einzuhalten: Die einzelnen Elemente (Einleitung, Hauptteil, Schluss) sind durch Absätze strukturiert. Das Layout ist übersichtlich und ansprechend. Die Schriftart- und Größe (z.B. Arial in Schriftgröße 11 Pt.) orientiert sich an den gängigen Normen, ist klar, nicht zu klein und lesefreundlich. Ein absolutes Tabu sind Flüchtigkeitsfehler. Die korrekte Schreibweise, Grammatik und Kommasetzung sind unerlässlich. Die meisten Personaler sortieren Bewerber nach zwei bis drei Fehlern direkt aus – deswegen sollte das Anschreiben immer inhaltlich, stilistisch und formal gegengelesen werden. Sollten Sie nicht alle Informationen unterbringen können – gibt es auch die Möglichkeit, eine so genannte >>> Dritte Seite anzubieten.

7. Schluss: Positiver Ausklang

Mit einem zusammenfassenden Fazit kann der Bewerber positiv im Gedächtnis bleiben: Im Schlussteil des Anschreibens machen Sie deutlich, dass Sie sich auf ein persönliches Gespräch freuen, und beantworten – wenn dies in der Stellenanzeige gefragt ist – die Fragen, ab wann Sie anfangen könnten und welches Gehalt Sie sich vorstellen. Zeigen Sie, dass Sie Ihren Wert kennen, indem sie die branchenüblichen Gehaltszahlen angeben und eine Spannbreite (z.B. 35.000 bis 40.000 Euro) anbieten, die als Basis für weitere Verhandlungen dient.

8. Unterschrift: Dafür stehe ich mit meinem Namen!

Die handschriftliche Unterschrift ist eine Formalie, die den Namen entweder vollständig ersetzen kann oder zwischen die Abschiedsfloskel und den getippten Namen gesetzt wird. Die Unterschrift sollte im besten Fall mit einem schönen Füller in blauer oder auch schwarzer Tinte geschrieben werden. Heutzutage ist aber auch eine Unterschrift mit dem Kugelschreiber akzeptabel. Bei der >>> Online-Bewerbung ist darauf zu achten, dass die eingescannte Unterschrift als Grafik in das Dokument gesetzt wird und auch nach dem Ausdrucken gut lesbar ist.
Dieser Artikel ist erschienen am 12.02.2014

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