Bewerbungs-Check

Die richtige Formulierung fürs Anschreiben

Christian Püttjer, Uwe Schnierda
Das Anschreiben ist ein Hinweis auf die Qualität Ihrer Bewerbung. Nutzen Sie die Chance, sich überzeugend zu präsentieren. Und vermeiden Sie Floskeln und Fehler.
Weg mit den Klischees und Floskeln im AnschreibenFoto: © Nicola Schaller
Die Ausarbeitung eines Anschreibens ist für viele die reinste Qual. Oft bleibt noch nach Stunden das virtuelle Blatt Papier auf dem PC-Monitor leer oder der Papierkorb quillt über mit zerknüllten Entwürfen. Manche Bewerber resignieren und verlieren sich in belanglosen Floskeln oder unwichtigen Details. Kein Wunder, dass sich Personalverantwortliche oft über den geringen Informationsgehalt von Anschreiben beklagen. Grundsätzlich gilt: Das Anschreiben ist kein Begleitbrief, sondern hat einen hohen Stellenwert. Wer es absichtlich kurz hält und so den Leser dazu auffordert, sich die Informationen selbst aus den restlichen Unterlagen herauszusuchen, macht es sich unnötig schwer. Schließlich ist es aus Sicht der Personalverantwortlichen eine Art Selbstgutachten über das berufliche Können eines Bewerbers.
Die kurze schriftliche Selbstcharakterisierung soll den Firmenvertretern klar machen, dass ein Bewerber sich grundsätzlich zutraut, die Aufgaben der neuen Position ohne Probleme zu bewältigen. >Ist ein Anschreiben schlampig formuliert, fällt der Bewerber durch.< Manche Bewerber scheitern schon an einer sorgfältigen Aufarbeitung. Fehlt beispielsweise ein persönlicher Ansprechpartner, obwohl dieser in der Stellenausschreibung genannt wurde, ist die Rechtsform des Unternehmens falsch aufgeführt oder häufen sich Rechtschreibfehler, macht das keinen guten Eindruck. Schreiben Sie also nicht: Rudolf Müller Industrie GmbH, Personalabteilung, wenn Sie Ihre Bewerbung an die "Rudolf Müller Industrie AG, Abteilung Personal" richten sollen.Ein Dauerbrenner ist leider auch der falsch geschriebene Name des Personalverantwortlichen. Wir haben es schon erlebt, dass eine Frau Keller als Frau Keiler angeschrieben werden sollte, was die Adressatin sicherlich nicht erfreut hat. Bedenken Sie: Aus der formalen Aufbereitung der Unterlagen werden erste Rückschlüsse über die Arbeitsweise eines Bewerbers gezogen. Machen Sie viele Flüchtigkeitsfehler, unterstellt man Ihnen, dass Sie auch im Berufsalltag zu einer schludrigen Arbeitsweise neigen. Viele Anschreiben, die wir in unserer Beratungspraxis überprüfen, scheinen zudem ohne einen Blick auf die Stellenausschreibung verfasst worden zu sein.So neigen Bewerber mit Berufserfahrung oft dazu, ihre Aufgaben und Erfolge zu thematisieren, ohne dabei Bezug auf die Tätigkeiten der neuen Stelle zu nehmen - das ist taktisch nicht besonders klug. Sind beispielsweise Macherqualitäten oder unternehmerisches Denken gefragt, gehört das auch ins Anschreiben: "Im Rahmen der Expansion meines momentanen Arbeitgebers habe ich eine Tochtergesellschaft mit aufgebaut. Es galt, in kurzer Zeit funktionsfähige Strukturen zu etablieren. Bereits nach einem Jahr wurden schwarze Zahlen geschrieben."

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