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Zehn Tipps für die Karrierenetzwerke: So optimieren Sie Ihr Profil auf Xing und LinkedIn

Karrierenetzwerke 10 Hacks, mit denen Angestellte Ihr Profil auf Xing und LinkedIn hervorheben können

Ein Account auf den Karrierenetzwerken Xing und LinkedIn wird immer wichtiger. Mit diesen Tipps machen Sie das Beste aus Ihrem Lebenslauf im Netz.

Von Michael Scheppe |

10 Hacks, mit denen Angestellte Ihr Profil auf Xing und LinkedIn hervorheben können

Besonders? Oder besonders langweilig?

Es lohnt sich, sein Profil bei Xing oder LinkedIn zu pflegen. Foto und Lebenslauf sollten perfekt sein.

© imago Jochen Tack

Was früher der Lebenslauf auf Papier war, ist heute ein Profil bei Xing oder LinkedIn. 53 Prozent der Personaler, das zeigt eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom, informieren sich auf den beiden Karrierenetzwerken über ihre Bewerber.
Doch worauf sollten Nutzer bei ihrer digitalen Visitenkarte achten – und was besser vermeiden? Karriere.de gibt die wichtigsten Tipps, wie ein gutes Profil aussehen sollte.

Xing oder LinkedIn: Welches Netzwerk sollte ich nutzen?

Für Jobsuchende im deutschsprachigen Raum ist Xing besonders relevant. 15,3 Millionen Menschen haben sich bei dem Hamburger Unternehmen laut Geschäftsbericht registriert. Das sind rund drei Millionen mehr als bei LinkedIn in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Sie planen eine Karriere in einem international ausgerichteten Unternehmen? Dann sollte allerdings LinkedIn ihr Netzwerk sein.

Bei dem Anbieter aus Kalifornien sind viele Profile in englischer Sprache, allein 157 Millionen Nutzer kommen aus Amerika. Auch deutsche Großkonzerne sind dort vertreten, während sich der deutsche Mittelstand eher auf Xing konzentriert.
Idealerweise sollten sich Bewerber Profile auf beiden Portalen einrichten. Schließlich ist der Aufwand nicht der doppelte: Ist der Lebenslauf auf einem Portal hinterlegt, können Nutzer ihre Daten bei dem anderen Anbieter nur nochmal eintragen.

Warum brauche ich überhaupt ein Profil auf Xing oder LinkedIn?

Auf den Plattformen können Jobsuchende potenzielle Arbeitgeber von ihren Stärken überzeugen. Wer die Netzwerke gekonnt nutzt, kann gar einen Headhunter auf sich aufmerksam machen.
„Ein Account auf den Karrierenetzwerken bescheinigt dem Bewerber eine gewisse Digitalkompetenz“, sagt der Kölner Social-Media-Berater Felix Beilharz. Das gelingt allerdings nur, wenn das Profil professionell aussieht.

Die Einrichtung: Dauert länger als nur ein paar Minuten

Profile bei den beiden Netzwerken sind im Handumdrehen erstellt. Wer jetzt aber nur schnell seine wichtigsten Arbeitsstationen eintragen will, der sollte es besser gleich lassen.
Um ein überzeugendes Profil einzurichten, sollten sich Nutzer zwei bis drei Stunden Zeit nehmen – und die folgenden Tipps beherzigen.

Tipp 1: Das richtige Bild

Psychologen wissen: Menschen brauchen nur wenige Sekunden, um sich ein Bild vom Gegenüber zu machen. Und der erste Eindruck lässt sich nur selten korrigieren.
Auch Personaler gucken zuerst aufs Foto. Deswegen ist es besonders wichtig, ein Bild hochzuladen.
Worauf kommt es an? „Das Foto muss professionell sein, nicht aus dem Fotoautomaten“, sagt Berater Beilharz. Ein Schnappschuss aus dem Urlaub ist tabu. „Sympathisch, kompetent und freundlich – so sollte der Bewerber rüberkommen.“
Neuerdings zeigen Xing und LinkedIn bei jedem Profil ein breitformatiges Übersichtsbild. Bei vielen Nutzern gibt es aber nur die blau-grünen Platzhalter zu sehen. Wer dort ein Foto zeigt, kann sich schnell von anderen Bewerbern absetzen. Passend: ein Bild aus der Arbeitsumgebung, das den Nutzer in seiner Tätigkeit zeigt.

Tipp 2: Profil-Slogan mit Mehrwert – oder keinen

Wichtig für den ersten Eindruck: der Profil-Slogan, der direkt neben dem Bild steht. Dort muss nicht der derzeitige Jobtitel stehen. Mit einem guten Slogan können Sie auf sich neugierig machen.
Ihnen fällt nur ein Standardzitat von Goethe ein, das Sie schon bei drei anderen gelesen haben? Dann lassen Sie dieses Feld besser unausgefüllt.

Tipp 3: Ihre Fähigkeiten richtig bewerben

Bei Xing heißt es „Ich biete“, bei LinkedIn sind es „Fähigkeiten“. Hier können Bewerber ihre besonderen Qualifikationen und Befähigungen vorstellen. Experten raten: Seien Sie so konkret wie möglich! „Teamfähig“ oder „offen“ sind zu allgemein, „SAP“ oder „Typo 3“ (ein Programm für Webdesigner) passen besser.
„Bewerber sollten Schlüsselbegriffe verwenden, nach denen potenzielle Recruiter auch suchen würden. Es macht deshalb keinen Sinn, zu individuell zu sein“, sagt Beilharz.
Synonyme sind an dieser Stelle empfehlenswert. Auf seinem Xing-Profil bietet der Kölner Social-Media-Experte etwa die folgenden Fähigkeiten an:
• Social Media Marketing
• Marketing
• Online Marketing
Die Begriffe mögen redundant erscheinen. Doch dieses Vorgehen macht es wahrscheinlicher, von einem Recruiter gefunden zu werden. Nur übertreiben sollten es die Bewerber nicht – zig verschiedene Schreibweisen eines Begriffs wirken schnell unbeholfen. Was auch wichtig ist: Stichworte statt Sätze verwenden – nach Phrasen sucht kein Recruiter.

Tipp 4: Im Lebenslauf nur Relevantes aufschreiben

Das Herzstück der Karrierenetzwerke: der Bereich „Berufserfahrung“. Beilharz: „In der Vita sollten Bewerber alle relevanten Positionen möglichst lückenlos zeigen.“ Das Auslandspraktikum kann relevant sein – wenn es zum aktuellen Job des Nutzers passt. Das muss aber nicht für jede Berufserfahrung gelten.
Kleine und unpassende Stellen? Besser weglassen. Erfahrene Recruiter lassen sich ohnehin nicht überlisten, nur weil die Vita den Anschein erweckt, voller wichtiger Jobs zu sein.
Ihre relevanten Berufsstationen sollten Bewerber dafür umso genauer beschreiben. „Nutzer sollten ihre genaue Position und die konkreten Projekte erwähnen und auch Arbeitsproben einstellen – sofern sie einen Mehrwert bieten“, sagt Beilharz. „Bei der näheren Profilbetrachtung kann das bei Recruitern den entscheidenden Unterschied machen.“
Die Nutzung: Eine Karteileiche ist für Recruiter nicht attraktiv
Mit der Einrichtung des Profils allein ist es nicht getan. Nutzer müssen ihre Kontakte pflegen, sich idealerweise auch in Gruppen einmischen. Nur eine „Karteileiche“ zu sein, das reicht nicht aus.
Leichteste Übung: Wenn sich Ihre Karriere weiterentwickelt hat, sollten Sie das auch auf ihrem Profil kenntlich machen. Der Tipp mag trivial erscheinen, doch viele Nutzer vergessen das.

Tipp 5: Kontakte nicht vergessen – und manchmal ignorieren!

Ein Profil mit nur wenigen Kontakten erweckt bei Recruitern nicht den Eindruck eines starken Netzwerks. Fügen Sie Ihrem Profil also Kontakte hinzu!
Für den Einstieg: Ehemalige Kommilitonen, Arbeitskollegen und Menschen, die Sie auf Veranstaltungen oder in Meetings getroffen haben – all jene also, die Sie auch aus dem echten Leben kennen.
Im zweiten Schritt können Sie Nutzer aus einer ähnlichen Branche anfragen, am besten mit einer individuellen Nachricht. Manche mögen sich davor zwar scheuen. Sinnvoll ist es aber allemal, sagt Berater Beilharz. „Ein solches Netzwerk kann Bewerbern womöglich in fünf Jahren nützlich werden – dann nämlich, wenn er seinen Job wechseln muss oder möchte.“
Bisweilen können zu viele Anfragen nervig sein. Doch welche Kontakte sollten Nutzer annehmen – und welche besser ablehnen?
Eine goldene Regel gibt es nicht. Beilharz‘ Rat: „Vernetzen Sie sich mit allen Leuten, in denen Sie einen Nutzen sehen oder die potenziell auf Ihrer Kundenliste stehen.“ Vertriebler, die augenscheinlich nur etwas verkaufen wollen? Besser ablehnen.

Tipp 6: Empfehlungen können nützlich sein

Auf ihrem Profil können Nutzer so einiges behaupten. Empfehlungen unterstreichen die tatsächlichen Fähigkeiten des Bewerbers.
Tipp: Fragen Sie Ihre Kollegen, ob Sie Ihre Talente bestätigen können.
Sicher sind solche Bewertungen nicht so aussagekräftig wie Fortbildungen oder Zertifikate. Aber: „Manche Personaler legen größeren Wert auf die Empfehlungen oder beziehen sie zumindest mit in ihre Entscheidung ein“, sagt Social-Media-Kenner Beilharz. Sie nicht zu haben – eine entgangene Chance.

Tipp 7: Links zu anderen Accounts machen Bewerber nahbarer

Personaler wollen auf einen Blick einen möglichst umfassenden Eindruck bekommen. Von daher kann es sinnvoll sein, auf den eigenen Blog oder auf das Instagram-, Twitter- oder Facebook-Profil zu verlinken. So kann sich der Bewerber profilieren.
Das gilt allerdings nur, wenn es zum beruflichen Auftritt passt. Beispiel: Ein Bewerber, der auf Instagram Fotos von seinen Messebesuchen zeigt.
Ein No-Go: Der Facebook-Account, der Partybilder vom letzten Urlaub anpreist. Und: Stellen Sie nur die Profile online, über die Sie Personaler auch wirklich erreichen.

Tipp 8: Sich mit Videos von der Konkurrenz abheben

Nutzer können auf ihren Accounts auch Videos einbinden. Denkbar sind kurze Clips, in denen der Bewerber im Selfie-Modus von einer Messe berichtet oder Einblicke in seine Arbeit gewährt. „Videos sind sehr persönlich und vermitteln einen authentischen Einblick“, sagt Beilharz. „Es machen aber nur sehr wenige.“
Das mag daran liegen, dass sich viele vor der Kamera nicht wohlfühlen. Ratschlag: Wer Sorge hat, sollte zunächst im Privaten üben. Sonst kann es schnell peinlich werden. Wer sich sicher fühlt: Nur zu – denn viele Konkurrenten machen es nicht!

Tipp 9: Die Kür: Die Chancen der Gruppen nutzen und eigene Beiträge posten

Bei Xing und LinkedIn gibt es für viele Berufsfelder eigene Gruppen. Dort finden Nutzer nicht nur interessante Links und Jobangebote. Die Mitgliedschaft ist auch ein wichtiger Hinweis an Personaler, zeugt sie doch von einem Fachinteresse.
Tipp: Stellen Sie Fragen oder teilen Sie interessante Artikel. Je mehr Sie schreiben, desto größer ist die Chance, in Erinnerung zu bleiben.
Wer mag, kann auch in seinem Profil eigene Beiträge posten und darin seine Ansichten teilen und aktuelle Entwicklungen einschätzen. Schließlich sind Xing und LinkedIn nicht nur Karriere-, sondern auch soziale Netzwerke.
„Durch eigene Postings werden Sie sichtbar und nicht nur auffindbar“, sagt Beilharz. „Es ist eine großartige Möglichkeit, sich als Meinungsführer zu positionieren.“ Das kostet allerdings auch Zeit. Deshalb sei das die Kür.

Tipp 10: Die Premium-Variante kann sinnvoll sein – aber nicht für Jedermann

Bleibt die Frage: Muss es gleich die Premium-Variante sein? Xing verlangt im regulären Jahresabo knapp acht Euro pro Monat, bei LinkedIn sind es zehn Euro. Gerade bei Xing sind immer mehr Funktionen nur noch in der Premium-Variante erhältlich: So ist es den zahlenden Nutzern vorenthalten, bei Kontaktanfragen auch eine persönliche Nachricht hinzuzufügen.
Für Berater Beilharz ist das Geld eine „gute Investition“, schließlich ist es nicht teurer als zwei Kaffee im Monat. Sinnvoll ist das aber nur für diejenigen, die regelmäßig auf den Netzwerken aktiv sind.
Beide Portale ermöglichen einen kostenlosen Test. So kann jeder für sich selbst checken, ob er die zusätzlichen Funktionen wirklich braucht.

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