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Corona-Einschränkungen Die besten Tipps für gute Laune im Homeoffice

Die Kontakteinschränkungen bleiben vorläufig bestehen: Für viele Arbeitnehmer heißt das, weiter von zuhause aus arbeiten zu müssen. So halten Sie die Stimmung hoch!

Arbeit und Coronavirus | Aufgezeichnet von Anne Koschik |

Das Homeoffice spaltet die Belegschaften: Was die einen Mitarbeiter genießen, finden die anderen furchtbar oder akzeptieren es allenfalls für den Notfall. Doch mit ziemlicher Sicherheit ist das Homeoffice für viele in der Nach-Corona-Ära eine alternative Arbeitsoption, mindestens für ein paar Tage im Monat. Es wird die Führungsetagen und Personalabteilungen noch beschäftigen.

Denn die Coronakrise hat auch gezeigt: Homeoffice ist für die meisten machbar – mit mehr oder weniger guten Gefühlen.

„Es macht Spaß, sich das Gute und die eigene Leistung bewusst zu machen“, sagt Dörthe Huth, Autorin und psychologische Beraterin. Sie befasst sich vornehmlich mit dem Thema Lebensfreude – und sie empfiehlt all denjenigen, die ihre Arbeit mit schlechter Laune angehen, den Fokus zu ändern: „Denn ist man unzufrieden, sieht man auch alles, was schlecht läuft“, erklärt sie. „Und das wiederum verstärkt die eigene Übellaunigkeit.“

Im Sinne der Positiven Psychologie könne man sich aber auf das Interessante, Gute, Reizvolle ausrichten. „Dieser Wechsel der Blickrichtung auf das positive Erleben verstärkt wiederum die gute Stimmung.“

Ihre Empfehlungen haben wir in fünf Tipps zusammengefasst:

Tipp 1: Selbstbewusst bleiben – trotz widriger Stimmung: So steuern Sie die eigene Laune

1. Vor Arbeitsbeginn:
Machen Sie sich bewusst, wie es Ihnen geht und in welcher Stimmung Sie sich gerade befinden. Dann fragen Sie sich: Was liegt heute an und wie stehe ich dem gegenüber?

Ist die Stimmung eher mäßig bis mies, kann man sich bei Arbeitsbeginn die interessanten, guten oder angenehmen Seiten der Tätigkeiten, die vor einem liegen, bewusst machen. Wer sich auf die angenehmen Seiten der Arbeit ausrichtet, kommt schnell aus einem möglichen Miesepeter-Modus heraus und richtet sich innerlich auf positives Arbeitserleben aus.

2. Nach jeder Arbeitsetappe:
Unterbrechen Sie kurz die Arbeit und machen Sie sich die Mühe, auf das bisher Erreichte zu blicken. Fragen Sie sich, was Sie bisher schon geschafft haben. Wie gut ist es gelungen?

Freuen Sie sich über jeden Arbeitsschritt, der Sie weiterbringt!

3. Zum Arbeitsende:
Resümieren Sie beim Aufräumen des Schreibtisches noch einmal, welche Erfolge heute zu verzeichnen waren. Waren es viele kleine Erfolge? Oder ein besonders großer? Oder ist Ihnen ein Schritt in die richtige Richtung geglückt?

Zählen Sie alles zusammen: Das hilft einerseits, den Arbeitstag zufrieden abzuschließen, und andererseits, gut gestimmt in die Privatzeit einzutauchen. Auch dieser Übergang ist wichtig, um Zufriedenheit nachhaltig in sich aufzunehmen.

Tipp 2: Unternehmenskultur im Homeoffice spüren: So schaffen Sie sich ein passendes Umfeld, das ihre Stimmung hebt

Im Homeoffice können Mitarbeiter Arbeitsabläufe und Strukturen, die effizientes Arbeiten ermöglichen, eigenständiger planen. Aber sie arbeiten auch recht isoliert. Die Begegnungen am Arbeitspatz finden nicht statt: An der Kaffeemaschine ein paar Worte wechseln oder schnell mal bei einem Kollegen anklopfen, um ein Arbeitsproblem zu lösen – das ist jetzt nicht so einfach.

Doch wenn die Atmosphäre oder Unternehmenskultur in der Gemeinschaft gar nicht mehr spürbar ist, wird es schwierig: Schließlich ist die Unternehmenskultur die Basis für eine gute Arbeitsqualität, respektvollen Umgang, Werte und Motivation. Ohne die richtige Unternehmenskultur verlieren Mitarbeiter irgendwann ihr Engagement. Das zeigen nicht zuletzt Umfragen bei den Generationen Y und Z, denen die Sinnhaftigkeit der Arbeit besonders am Herzen liegt.

Für die gut Laune ist es daher wichtig, der Isolation im Homeoffice entgegenzuwirken und die Kommunikation auf neuen Wegen aufrecht zu erhalten:

● Greifen Sie mal wieder öfter zum Telefon und sprechen Sie mit Ihren Kollegen.
● Tauschen Sie sich Face to Face in Videokonferenzen aus.
● Nutzen Sie die ganze Klaviatur der modernen Online-Tools, um zu chatten und in Verbindung zu bleiben.
● Lassen Sie es menscheln: Ein morgendlicher Gute-Laune-Gruß aus dem Homeoffice kann sehr motivierend wirken und das Wir-Gefühl stärken, zum Beispiel mit einem Kurzvideo aus dem ganz persönlichen kreativen Chaos.
● Halten Sie besonders Kontakt zu den Lieblingskollegen, die Ihnen auch mal ein Lächeln ins Herz zaubern. Gute Laune ist schließlich ansteckend – und damit lässt es sich sogar besser leben.

Machen Sie sich zudem auch mal bewusst, was Ihnen Ihr Arbeitgeber bedeutet, und fragen Sie sich:

● Was bietet mir das Unternehmen?
● An welchen Stellen bemerke ich derzeit gute Kollegialität?
● Welche Vorteile habe ich aktuell im Homeoffice?
● Was war in der letzten Zeit besonders gut, effektiv, interessant?

Notieren Sie sich Ihre persönlichen Stimmungsmacher auf einem Haftzettel und kleben Sie diesen an Ihren Computer, an die Zimmertür oder an den Kühlschrank.

Tipp 3: Beweglichkeit lernen: Vom Schlechte-Laune-Zettel zum Gute-Laune-Zettel

Arbeit ist ein Teil Ihrer Lebenszeit – und Sie müssen damit rechnen, dass auch auf der Arbeit die ganze Bandbreite der Gefühle auftauchen kann. Mal sind Sie erfreut, interessiert, erleichtert, mal gelangweilt, entnervt, wütend oder verängstigt.

Ist die schlechte Laune öfter mal bei Ihnen zu Gast, gehen Sie ihr auf den Grund. Schlechte Laune ist ein Signal, dass etwas nicht ganz richtig läuft.

Machen Sie doch einmal folgende Übung:

1. Schreiben Sie auf einen Zettel „gute Laune“ und auf einen anderen „schlechte Laune“ und legen Sie beide Zettel mit der Schriftseite nach oben auf den Fußboden.
2. Stellen Sie sich nun auf den Schlechte-Laune-Zettel und spüren einmal ganz konkret in eine der letzten Situationen hinein, in denen Sie schlechte Laune hatten.
Was dachten Sie in dieser Situation, wie waren Ihre Körperreaktionen und welche Gefühle gingen mit dieser Situation einher? Vielleicht hatten Sie Gedanken wie diese: Was ich auch tue, das bringt alles nichts… Dabei haben Sie vielleicht bemerkt, wie Sie sich körperlich angespannt haben, und dass sich unangenehme Gefühle ausgebreitet haben, wie Ärger, Wut oder Traurigkeit.

3. Anschließend stellen Sie sich auf den Gute-Laune-Zettel und denken einmal an eine Situation zurück, in der Sie gute Laune hatten.
Achten Sie auch dabei darauf, was Sie denken, was Sie körperlich spüren und welche Gefühle dabei auftauchen. Wie verändert sich Ihre Haltung, Ihr Denken und Ihr Fühlen? Sie werden Entspannung spüren, Wärme, vielleicht Glück – kurzum: Ihre Stimmung wird sich wie von selbst verbessern.

Mit dieser Übung können Sie die gute Laune aktiv spüren und immer wieder hervorholen.

Tipp 4: Freude am Arbeitsplatz genießen: Beleben Sie Ihren Schreibtisch und gönnen Sie sich selbst ein Lächeln

Nicht jeder hat zu Hause einen Schreibtisch, einige müssen sich in der jetzigen Situation bei der Heimarbeit vielleicht täglich aufs Neue einen Arbeitsplatz im Wohnzimmer oder auf dem Küchentisch herrichten.

● Achten Sie unbedingt darauf, dass sich Arbeits- und Privatleben jetzt nicht mischen: Mahlzeiten einnehmen oder TV schauen während Sie arbeiten? Das sollten Sie für die Familienmitglieder während Ihrer definierten Arbeitszeit unterbinden – oder eben zwischenzeitlich Ihre Arbeitsmaterialien beiseite räumen.
● Hilfreich ist es, alte Routinen beizubehalten. Wer üblicherweise gut gekleidet in der Firma erscheint, sollte sich im Homeoffice nicht im Hausanzug an den Schreibtisch setzen. Einerseits verstärkt die Businesskleidung das Arbeitsgefühl, andererseits sind Sie jederzeit auf den Videocall von Kunden, Kollegen und Vorgesetzten vorbereitet.
● Fragen Sie sich, was Sie brauchen, um in guter Stimmung arbeiten zu können. Bei dem einen reicht die frische Luft aus dem geöffneten Fenster, ein paar Blumen oder ein schönes Bild, an dem Sie sich ab und zu erfreuen, ein anderer genießt die Arbeit bei angenehmer Hintergrundmusik.
● Schauen Sie auf den Zettel an Ihrem PC, auf dem Sie sich notiert haben, was Ihnen an Ihrem Job gefällt – und freuen Sie sich einfach darüber.

Tipp 5: Dem Körper geben, was er braucht: So sorgen Sie für ein sonniges Wohlbefinden

Bewegungsmangel ist in der Corona-Zeit keine Seltenheit, weil vieles entfällt, was notwendig ist oder was wir gerne tun. Der morgendliche Fußmarsch zur S-Bahn fällt aus, die Bewegung in der Mittagspause – und sei es nur der Weg zur Kantine – findet nicht statt und auch das gemeinsame Fitnesstraining mit Kollegen muss zurzeit unterbleiben.

Sportmediziner schlagen Alarm, weil durch das lange Aussitzen im Homeoffice das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wächst.

Dazu kommt, dass sich Homeoffice-Arbeitende häufig überfordern, teilweise bis zur Erschöpfung arbeiten und unter Schlafstörungen leiden, wie unter anderem eine Studie der Stanford University belegt. Umso wichtiger ist es, auch im Homeoffice auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance, seelisches Wohlbefinden, körperliche Aktivität und auch eine ausgewogene Ernährung zu achten.

Planen Sie gute Laune-Inseln in Ihren Tag ein:

● Hören Sie zwischendurch Ihre Lieblingsmusik.
● Führen Sie in der Pause ein Kurzbewegungsprogramm durch.
● Kochen Sie in der Mittagspause gemeinsam mit dem Partner und den Kindern.
● Gehen Sie nach getaner Arbeit eine Runde im Freien spazieren.
● Spüren Sie auch zwischendurch immer mal wieder in sich hinein und fragen Sie sich: Was brauche ich gerade jetzt, damit es mir gut geht?

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