Work-Life-Balance Drei Führungskräfte erzählen, wie sie ihr Hobby im Job voranbringt

Gerade wer erste Verantwortung im Job übernimmt, muss den Kopf freikriegen, um leistungsfähig zu bleiben. Welche Hobbys dabei helfen. karriere.de hat sich umgehört.

Von Eva Neukirchen |

Drei Führungskräfte erzählen, wie sie ihr Hobby im Job voranbringt

Sportlicher Start in den Büroalltag

Wolfgang Stückle tritt gerne schon frühmorgens in die Pedale. Das bringt Energie und Spaß.

Foto: Privat

Lesen, Kochen, Laufen, Yoga oder ein paar Stunden im Fitnessstudio – die Liste von Hobbys, die Ausgleich versprechen, ist lang. Doch was genau ziehen Führungskräfte, die fest im Job stehen, daraus für den Berufsalltag?

Wolfgang Stückle, 37 – Der frühe Vogel

Schwimmen, Rad fahren, Laufen – das sind Wolfgang Stückles Sportarten. Bereits seit mehr als 15 Jahren macht der 37-Jährige bei Triathlons mit, sogar am bekannten Ironman-Wettbewerb auf Hawaii hat Stückle schon teilgenommen.

Aktuell arbeitet der Schwabe als Marketing Supply Manager beim Mineralölkonzern BP – und zwar in Spanien. Da sei es morgens um sechs Uhr schwierig, ein offenes Hallenbad zu finden. Deshalb joggt er oder tritt in die Pedale. "Wenn ich früh morgens eine Stunde laufe oder Rad fahre, nehme ich diesen Schwung mit ins Büro", erzählt Stückle.

Stückle versucht "die Arbeit außen vorzulassen", wenn er Sport macht. "Ich fokussiere mich dann nur auf mein Trainingsziel", erläutert er. Sich auf eine Sache zu konzentrieren und so Prioritäten zu setzen, helfe ihm aber auch im Beruf. Das wichtigste im Triathlon – wie in jedem längeren Arbeitsprojekt – ist schließlich Durchhaltevermögen. Vor allem aber zieht er aus seinem Hobby zwei Dinge: Spaß und Energie.

So findet Wolfgang Stückle seine Work-Life-Balance: Ins Büro kommt Stückle zwischen sieben und neun im Büro, raus kommt er selten vor 18 oder 19 Uhr. Vor und nach der Arbeit gibt es ein paar Sporteinheiten. Auch der Samstag ist in der Regel fürs Training reserviert. Ab Sonntag bereitet Stückle schon die neue Woche vor. "Unser Unternehmen unterstützt flexibles Arbeiten – als Führungskraft finde ich es wichtig, das vorzuleben", sagt der 37-Jährige, der etwa auch mal vom Home-Office arbeitet.

Caroline Manns, 36 – Die Frischluft-Fischerin

Angeln? Das ist doch dieses Hobby, bei dem man stundenlang rumsitzt und auf irgendeinen Tümpel starrt bis etwas anbeißt, oder?

Nein. Zumindest nicht bei Caroline Manns. "Wir machen Spinnfischen", erklärt sie. "Dabei bewegt man sich und läuft viel. Ständig müsse die Angel neu ausgeworfen werden, damit der Köder in Form eines kleinen Fisches immer in Bewegung sei. Mittlerweile kommt auch ihre vierjährige Tochter gerne mit. Für die Prokuristin beim Düsseldorfer IT-Dienstleister itec systems sei das "ein toller Ausgleich zur Büroarbeit". "Wenn man einen Hecht oder Barsch fängt, hat man ein Erfolgsgefühl. Gerade, wenn es im Job mal nicht so gut läuft, ist das toll."

Zum Angeln ist sie schon vor zwölf Jahren durch ihren Mann gekommen. Und – ob man es glaubt oder nicht: Früher sei die 36-Jährige eher nicht der "Draußen-Mensch" gewesen, erzählt Manns.

So findet Caroline Manns ihre Work-Life-Balance: Ihr Wochentag beginnt morgens mit dem Wegbringen der Tochter zum Kindergarten. Zwischen acht und neun Uhr ist Caroline Manns dann in ihrem Düsseldorfer Büro, wo sie meist bis 18 Uhr bleibt. "40 bis 50 Stunden verbringe ich pro Woche dort. Für das Hobby bleibt nur am Wochenende Zeit oder in unseren Urlauben", sagt sie. Während die Prokuristin eine Vollzeitstelle bekleidet, holt ihr Mann, der derzeit in Teilzeit arbeitet, die Tochter gegen 16 Uhr vom Kindergarten ab. In Krankheitsfällen muss jongliert werden – notfalls mit der Unterstützung von Oma und Opa.

Hendrik Flierman, 38 – Oberligist in der Papa-Pause

Trainieren, Wettkämpfe bestreiten, gesunde Ernährung – darum drehte sich noch bis vor einigen Jahren alles bei Hendrik Flierman, Vertriebsleiter bei der G Data Software AG. Bis zur Tischtennis-Oberliga hatte es der heute 38-Jährige geschafft. Mit elf Jahren hatte er das erste Mal einen Schläger in der Hand und hat ihn seitdem eigentlich nie weggelegt – bis vor ein paar Jahren.

Denn mittlerweile steht kein Sport mehr im Mittelpunkt seines Lebens. Hendrik Flierman ist inzwischen zweifacher Papa. Und das mit Leib und Seele. Eine Auszeit vom Alltag und Erholungsphasen hole er sich, wenn er auf seinen Dienstreisen ist. "Ich fliege viel. Wenn ich beispielsweise in den USA bin, habe ich dann ja abends mal Zeit für mich."

Klar sind seine Kinder kein Hobby, sondern Lebensinhalt, aber, reflektiert der 38-Jährige: "Die Kinder haben meinen Führungsstil und mein ganzes Handeln verändert. Ich glaube, früher war ich emotionsloser im Job." Wer einmal ein kleines Kind krank im Bett gesehen und beruhigt habe, verstehe, was er meine.

So findet Hendrik Flierman seine Work-Life-Balance: Von sechs bis etwa 17 Uhr ist er in der Regel im Büro in Bochum – unterbrochen von zahlreichen Geschäftsreisen. Wenn er durch die Haustür kommt, ist er dann hauptsächlich für seine Kinder da. "Meine Frau und ich haben das aufgeteilt – wenn ich zu Hause bin, bin ich zwar erreichbar, aber in erster Linie nehme ich mir dann für meine Kinder Zeit", sagt der zweifache Familienvater, dessen Frau als Gymnasiallehrerin arbeitet. Auch die Wochenenden gehören uneingeschränkt den beiden Söhnen Frederic und Constantin. Dann geht es meist auf den Fußballplatz. "Natürlich bin ich für die Firma erreichbar – aber eigentlich versuche ich, alles innerhalb der Woche zu erledigen."

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