Einstellungsverfahren Worauf Sie im Assessment-Center gefasst sein müssen

Assessment-Center sind die beliebtesten Einstellungsverfahren für Professionals. In kurzer Zeit können Personaler damit Qualifikationen, Kompetenzen und Passform der Bewerber prüfen.

kas/ka |

Worauf Sie im Assessment-Center gefasst sein müssen

Assessment-Center: Hier dreht sich alles um die Kompetenzen des Bewerbers

© Vetta/Getty Images

Wo Bewerber Schlange stehen, ist das Assessment-Center (AC) nicht fern. Wenn Sie sich also für eine Position bei einem hoch gerankten Arbeitsgeber interessieren, sollten Sie sich auf diese Art des Auswahlverfahrens gut vorbereiten, um sich einen entscheidenden Vorsprung gegenüber Mitbewerbern zu sichern. In Konzernen und Unternehmen mit großer Mitarbeiterzahl sind Assessment-Center sogar Standard. Laut einer Studie des Arbeitskreis Assessment-Center e.V. setzen 27 von 30 DAX-Unternehmen das Auswahlverfahren in verschiedenen Bereichen ein. Im AC werden die Kandidaten über einen längeren Zeitraum – in der Regel ein bis drei Tage – in Einzel- oder Gruppenaufgaben auf verschiedenste Fähigkeiten getestet. Personaler und Psychologen sind anwesend.

Start-Runde:
Kommen Sie mit Ihrer Selbstpräsentation gut ins Rennen!

Die persönliche Vorstellung der einzelnen Teilnehmer hat sich zur Eröffnung der meisten ACs bewährt: Seien Sie gewappnet und beschreiben Sie kurz und knapp, wer Sie sind, warum Sie die Stelle interessiert und was Sie auszeichnet.

Lautes Vorsprechen zuhause vor dem Spiegel hilft, peinliches Stammeln zu vermeiden.

Übungsmarathon:
Beweisen Sie mit Performance und Durchhaltevermögen Ihre Passform!

In den darauffolgenden Übungen testen die Personaler Ihre Tauglichkeit: Passen Sie mit Ihren Qualifikationen zum Jobprofil, passen Sie als Mensch zum Unternehmen? Der Kompetenzcheck kann durch ein Interview, mit Hilfe von Rollenspielen und Tests oder auch Postkorbübungen vollzogen werden. Das richtet sich nach der Branche und dem anvisierten Job.

Ein schneller Wechsel zwischen verschiedenen Aufgabentypen macht sichtbar, wie flexibel Sie sind, ob Ihr Zeitmanagement stimmt und ob es Ihnen leichtfällt, sich immer wieder auf Neues einzulassen nach dem Motto: Sind Sie schnell, konzentriert und stressresistent?
Manche Interviews sind darauf angelegt, Sie herauszufordern, regelrecht unter Strom zu stellen. Auch bestimmte Testaufgaben haben keine Lösungen, provozieren also Ihr Scheitern. Rechnen Sie damit!

Beobachtungsmodus:
Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen und bleiben Sie authentisch!

Mit Postkorbübungen und in Präsentationen müssen Sie unter Beweis stellen, wie Sie auf bestimmte Arbeits(platz)situationen reagieren. In der Gruppendiskussion lernen Sie Ihre Konkurrenz kennen und müssen sich ihr gegenüber behaupten. Dort stellen die Psychologen fest, ob Sie eher zum Chef oder Gehilfen taugen. Ein Elevator Pitch bedeutet, dass Sie für die Länge einer Aufzugsfahrt zum Beispiel Ihre eigenen Fähigkeiten klar darstellen oder die Lösung einer Aufgabe in kürzester Zeit vorstellen müssen.
Aber Vorsicht: Nicht immer ist während des ACs für Sie ersichtlich, wie und ob die Bewerber unter Beobachtung stehen. Auch bei den Mahlzeiten kann das der Fall sein, dann geht es um Etikette und Teamfähigkeit.

Drei typische Aufgaben im Assessment-Center

1) Gruppendiskussion

Inhalt: Im Rahmen des ACs steht früher oder später eine Gruppendiskussion auf dem Programm. Dabei setzen sich vier bis sechs Bewerber zusammen, um innerhalb einer festgelegten Zeit ein Thema oder eine Aufgabe gemeinsam zu besprechen. Damit alle Teilnehmer mitreden können, wird meist ein sehr allgemeines Thema ausgewählt, beispielsweise eine aktuelle Tagesdebatte oder auch ein Thema mit Unternehmensbezug, etwa eine Produkteinführung oder ähnliches. Es kommt auch vor, dass jedem Teilnehmer ein Standpunkt zu einem vorgegebenen Thema zugeordnet wird, den er oder sie vertreten muss.

Darum geht es: Mit Rhetorik, Teamfähigkeit und Durchsetzungsvermögen können Bewerber bei der Gruppendiskussion punkten. Es geht also nicht darum, spezifisches Fachwissen zu präsentieren, sondern darum, dass Sie Ihren Standpunkt überzeugend darlegen und vertreten können. Neben rhetorischen Fähigkeiten, steht bei dieser Assessment-Center-Übung vor allem das Sozialverhalten der Bewerber im Fokus der Personaler.

  • Lassen Sie deshalb andere Teilnehmer aussprechen, reden Sie diese mit Namen an – und behandeln Sie sie höflich und respektvoll.
  • Argumentieren Sie ruhig, sachlich und nicht zu ausschweifend.

Wichtig: Am Ende der Diskussion sollte die Runde, analog zum Rollenspiel, zur Lösung der gestellten Aufgabe kommen – und bei kontroversen Meinungen einen Kompromiss gefunden haben. Wer sich dabei als Vermittler profilieren kann, sticht besonders hervor.

2) Rollenspiel

Inhalt: Konfliktgespräche gehören zum Joballtag dazu – deshalb simulieren Personaler sie im Assessment-Center, um die Soft Skills von Bewerbern zu prüfen. Diese müssen in die Rolle eines Vorgesetzten oder Mitarbeiters schlüpfen und zeigen, wie sie vorgehen würden.

Darum geht es: Typische Situationen für Rollenspiele im Assessment-Center sind beispielsweise heikle Personalgespräche, in denen ein Mitarbeiter beispielsweise wegen mangelnder Leistungen kritisiert oder sogar entlassen werden muss.

Oder auch eine Budgetverhandlung oder ein schwieriges Kundengespräch mit Reklamation und Beschwerde stehen zur Klärung. Das Rollenspiel dient dem Arbeitgeber dazu, das Sozialverhalten eines potenziellen Mitarbeiters speziell in schwierigen Gesprächssituationen zu testen. Bewerber sollten deshalb in jedem Fall freundlich und sachlich bleiben – und beispielsweise mit viel Fingerspitzengefühl kritisieren.

Wichtig: Am Ende des Rollenspiels sollte eine Lösung des Konflikts oder zumindest ein für alle gangbarer Kompromiss erreicht werden. Lassen Sie sich dabei nicht zu unangemessenen Zugeständnissen verleiten, sondern argumentieren Sie in der Sache konsequent.

3) Postkorbübung

Inhalt: Bei der Postkorbübung, die ein echter Klassiker im Assessment-Center ist, geht es darum, mehrere Aufgaben und Termine unter Zeitdruck bestmöglich zu priorisieren, zu organisieren und zu koordinieren.

Darum geht es: In der Regel läuft die Postkorbübung so ab: Sie erhalten einen Postkorb voll mit 15 bis 20 Aufgaben und Terminen, die sie innerhalb einer kurzen Zeit – beispielsweise einer Stunde – abarbeiten müssen.

  • Zunächst sollten Sie sich einen Überblick verschaffen und alle Informationen einmal kurz überfliegen.
  • Erst dann beginnen Sie zu sortieren: Was ist wirklich wichtig – und muss sofort erledigt werden, weil es beispielsweise eine zeitliche Deadline gibt.
  • Entscheiden Sie: Welche Aufgaben können warten – und welche können Sie vielleicht an einen fiktiven Assistenten oder Kollegen delegieren?

Alle Ihre Entscheidungen halten Sie mit kurzer Begründung schriftlich fest, um sie später den Prüfern präsentieren zu können.

Wichtig: Durch diese Übung möchte der Arbeitgeber feststellen, wie der Bewerber eine stressige Situation, wie sie im Joballtag vorkommen kann, meistert. Um den Überblick zu behalten, ist vollste Konzentration, Gelassenheit und Entscheidungsfreude gefragt.

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