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Zukunft braucht Problemlöser: Neue Jobprofile entstehen, die mehr Kreativität voraussetzen

Arbeitswelt der Zukunft Wie Künstliche Intelligenz neue Berufsbilder schafft

Moderne Technologien lassen Berufe verschwinden, sorgen aber auch für mehr Kreativität.

Von Anne Koschik |

Intelligente Systeme wie Roboter oder Künstliche Intelligenz (KI) halten mehr und mehr Einzug in die Unternehmen. Dass sie die Art und Weise künftiger Arbeit revolutionieren, glauben vor allem junge Menschen unter 31 Jahren.

Insbesondere für Börsenhändler, Bus- und Taxifahrer sowie Verkäufer sehen sie die Gefahr, durch moderne Technologien ersetzt zu werden, hat eine repräsentative Studie des Softwareherstellers Kaspersky zur „Arbeit 5.0“ jetzt herausgefunden.

„Arbeit 5.0“ bedeutet, dass Mensch und Maschine in der Arbeitswelt von morgen immer enger zusammenarbeiten: Intelligente Assistenz, lernende Roboter und auf den individuellen Benutzer optimierte Informationen bereichern laut dem arbeitgebernahen Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) Wirtschaft und Geschäftsleben. Sei die aktuelle Arbeitswelt 4.0 geprägt „von vernetzter Digitalisierung und der Flexibilisierung von Arbeitsort, -zeit, -organisation sowie mehr Handlungsfreiheit“, entwickle KI diese in die Arbeitswelt 5.0 fort, erklärte dazu ifaa-Direktor Sascha Stowasser.

Bessere Zukunftschancen erwarten die Vertreter der sogenannten Generation Z und der Millennials zum Beispiel für Journalisten und Psychologen. Das entspricht Prognosen, die besagen, dass in Zukunft die Kategorie der Problemlöser-Kompetenzen wichtiger als bisher werden könnten.

Angesagte Jobprofile mit KI

Dazu hatten zum Beispiel schon die Deakin University und die Griffith University in Australien bei jungen Leuten abgefragt, welche Berufsprofile sie in Zukunft für wahrscheinlich halten.

Als am stärksten „realistisch“ schätzten die Befragten den Job des „Problemlösers für ein automatisiertes Transportwesen“ ein. Zudem brachten sie sogenannte „Nostalgisten“ ins Spiel, die Menschen beim älter werden unterstützen, aber auch Wetterkontrolleure, die im Regierungsauftrag das Klima beobachten, und Designer für multisensorische Erlebnisse.

Auch Datenmüll-Recycler gelten als zukunftsträchtig genauso wie virtuelle Chirurgen, die aus der Entfernung mit minimal-Invasiven Methoden Operationen durchführen können.

Generell bevorzugen laut der Kaspersky-Studie 42 Prozent der befragten Bundesbürger unter 31 Jahren die Unterstützung durch KI eher im beruflichen als im privaten Bereich. Zudem ist knapp die Hälfte (49 Prozent) der Meinung, dass KI mehr Raum für Kreativität und Kommunikation schaffen kann, weil monotone und sich ständig wiederholende Tätigkeiten im Job dadurch wegfallen würden.

Gleichzeitig glauben sie, in zehn Jahren für dasselbe Gehalt weniger arbeiten zu müssen, da KI unliebsame Aufgaben für sie übernehmen könne.

KI bringt mehr Leistungsdruck

Allerdings sehen einige Befragte auch die Gefahr, von intelligenter Software im eigenen Berufsumfeld ersetzt und in der Konsequenz wegrationalisiert zu werden. So stimmen immerhin 39 Prozent der Aussage zu, dass KI gleichbedeutend mit Arbeitslosigkeit sei.

Die Mehrheit (56 Prozent) ist sich zudem sicher, dass der Leistungsdruck in Zukunft zunehmen wird, da KI schneller und effizienter arbeiten könne als der Mensch.

„Auch wenn Deutschland eher als technikskeptisch gilt, scheint sich diese Haltung bei der jüngeren Generation gerade zu ändern“, sagt Astrid Carolus. Die Medienpsychologin ist Expertin für den Forschungsbereich Mensch-Maschine an der Universität Würzburg. Denn eigentlich betonten „typische Geschichten, die über KI und andere technologische Entwicklungen im Umlauf sind“ deren Gefahrenpotenzial.

„So nehmen uns im Zweifelsfall Roboter und KI die Arbeitsplätze weg“, sagt Carolus. Die Kaspersky-Umfrage zeige allerdings eine Grundtendenz in den Antworten, bei der der eine Teil nicht genau wisse, was von KI zu halten sei und der andere Teil eher positiv auf die Technologie blicke.
„Als Medienpsychologin lese ich hier eine tendenzielle Offenheit heraus, gepaart mit einer relativen Ahnungslosigkeit dieses Thema betreffend.“

Auf diese Skills kommt es künftig an

Und welche Fähigkeiten müssen junge Menschen entwickeln oder mitbringen, um mit immer komplexeren Technologien und Sachverhalten zu arbeiten und daraus Neues zu erschaffen?

Tatsächlich scheinen es Problemlöserqualitäten zu sein. So findet es Thomas Funke, Managing Director des Frankfurter Startup- und Innovationszentrums TechQuartier „äußerst spannend, dass in der Kaspersky-Studie 43 Prozent der Befragten sich bereits in zehn Jahren den Beruf des Problemlösers für automatisierte Transitsysteme vorstellen könnten.“

Diese Menschen kümmern sich beim autonomen Fahren darum, mögliche Störungen im System zu beheben. Das sei genau die Richtung, in die es geht: „komplexe Herausforderungen – unterstützt durch neue Technologien – agil zu lösen“.

Im TechQuartier sei man davon überzeugt, „dass die frühzeitige Vermittlung von Wissen über KI und die Förderung eines dementsprechenden Unternehmergeistes die Grundlagen bilden, um zukünftig mehr High-Potential-Talente für den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland hervorzubringen.“

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