Ernährungsberater Fernstudium – Ausbildung oder Studium von zu Hause

Bachelor, Master oder doch ein Lehrgang im Fernstudium? Viele Ausbildungswege führen zur Ernährungsberaterin. Die Fakten zu Kosten, Dauer und Inhalten.

Michael Klitzsch | 07.01.2022
Ernährungsberatung Fernstudium

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Berufsbild Ernährungsberater/in kann über einen Zertifikatslehrgang oder akademische Bachelor- und Masterstudiengänge im Fernstudium erreicht werden.
  • Für den akademischen Weg sind Abitur oder eine Berufsausbildung mit mehrjähriger Berufserfahrung Voraussetzung, für den Zertifikatslehrgang brauchen Interessierte die Mittlere Reife.
  • Ein guter Zertifikatslehrgang ist in der Regel nach 9 bis 15 Monaten abgeschlossen, ein Bachelor-Studium geht mehr in die Tiefe, dauert aber in der Regel auch drei Jahre.

Eine ausgewogene Ernährung spielt im alltäglichen Gesundheitsempfinden eine zunehmend stärkere Rolle und rückt immer mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung. Umso gefragter sind Experten, die sich in diesem Bereich auskennen und eine professionelle Ernährungsexpertise anbieten können – sei es selbständig in eigenen Praxen oder auf Beratungsstellen bei Krankenkassen, Kureinrichtungen, Fitnessstudios oder Verbänden.

Tipp: Fitnessaffine Studenten könnte der Studiengang Fitnessökonomie gefallen.

Der Job des/der Ernährungsberaterin ist zwar nicht gesetzlich geschützt, um erfolgreich in diesem Berufsfeld zu arbeiten ist eine fundierte Ausbildung aber unerlässlich. Sie kann auch verschiedenen Wegen erreicht werden, für viele Menschen ist hierbei ein Fernstudium ideal, das auch berufsbegleitend absolviert werden kann. Doch passt ein akademischer Werdegang mit Bachelor- und Masterstudium besser zu Ihnen oder soll es lieber ein anwendungsorientierter Zertifikats-Lehrgang sein?

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Soll ich als angehende/r Ernährungsberater/in auf Bachelor und Master studieren oder einen Lehrgang mit Zertifikat absolvieren?

Ob ein akademischer oder nicht-akademischer Ausbildungsweg zum/zur Ernährungsberater/in die richtige Wahl ist, hängt stark von den eigenen Interessen und Voraussetzungen ab. Im Bachelor und Master finden oftmals Menschen mit medizinischer Vorbildung und Erfahrung großen Mehrwert, weil der Hochschulstudiengang tiefgehende, wissenschaftliche Erkenntnisse vermittelt und zum Thema Ernährung umfassender und forschungsorientierter bildet. Hinzu kommt, dass an der Hochschule auch verstärkt ethische, wirtschaftliche und gesundheitspolitische Aspekte beleuchtet werden. 

Wer hingegen eher auf ein anwendungsorientiertes Lernen fokussiert ist, kann mit einem Zertifikatslehrgang eventuell besser aufgestellt sein. Hier geht es in der Regel neben der Vermittlung von Grundlagen deutlich schneller etwa um praktische Methoden, Techniken für Beratungsgespräche und Tipps zur beruflichen Organisation und Selbstständigkeit.

Was muss ich mitbringen, um Ernährungsberater/in im Fernstudium zu werden?

Um mit dem Bachelor zum/zur Ernährungsberater/in zu beginnen, ist die Fach- oder Allgemeine Hochschulreife vonnöten. Alternativ ist ein Hochschulstudium auch über einen Berufsabschluss auf dem entsprechenden Gebiet plus mehrere Jahre Praxiserfahrung zu erreichen. Für den Master-Studiengang muss zunächst ein Hochschulstudium mit einem Bezug zu Natur- oder Gesundheitswissenschaften abgeschlossen werden.

Für Ausbildungs-Lehrgänge reicht in der Regel die Mittlere Reife (Realschulabschluss) oder ein vergleichbarer Schulabschluss. 

Wie lange dauert ein Fernstudium zum/zur Ernährungsberater/in?

Kurse, die das Basiswissen im Bereich Ernährungsberatung vermitteln, gibt es teilweise schon ab 3 bis 6 Monaten. Fundierte Zertifikatslehrgänge dauern aber in der Regel 9 bis 15 Monate. (Quelle: zfu.de) Für ein Bachelor-Studium braucht es in der Regel drei Jahre, besteht weiterhin daran Interesse anschließend den Master zu absolvieren, müssen im Schnitt nochmals zwei Jahre drangehängt werden. 

Welche Inhalte lerne ich in einem Fernstudium zum/zur Ernährungsberater/in?

Inhaltlich verlagern sich die inhaltlichen Schwerpunkte je nach Kurs oder Studiengang. Gewisse Grundlagen in den Kernbereichen Ernährung und Gesundheit sollten aber immer vermittelt werden.

Dazu gehören in einem Hochschulstudiengang unter anderem die Grundlagen der Ernährung, darunter etwa Ernährungsphysiologie (Aufnahme und Verwertung von Nahrung durch den Körper), Lebensmittelkunde und Prävention von Erkrankungen. Des Weiteren spielen biochemische Themen wie Stoffwechsel und medizinische Grundlagen eine Rolle. Ebenfalls zum Themenspektrum gehören Ernährungspsychologie, Beratungskonzepte, aber auch wirtschaftliche Bereiche wie Betriebswirtschaftslehre, Servicemanagement und Marketing. 

Zertifikatslehrgänge werden die meisten dieser Themenbereiche zumindest ebenfalls anreißen, wenn auch nicht jedes von ihnen im gleichen Umfang behandeln. Vorkommen sollten aber praktische Themen wie Gesprächsführung, Datenermittlung (BMI, Körperfett, Kalorienbedarf), Kommunikation, Präsentation und Beratungsmethoden.

Zum Thema berufsspezifisches Wissen sollten auch Zertifikatslehrgänge informieren, da die meisten Ernährungsberater/innen selbstständig arbeiten. Entsprechend sind Themen wie Berufsrecht, Marketing oder Praxisgründung und -organisation hilfreich. Es ist immer ratsam, sich frühzeitig bei den einzelnen Anbietern über den genauen Lehrplan der Ausbildung zu informieren und ihn mit den eigenen Erwartungen abzugleichen.

Wer bietet ein Fernstudium zur/zum Ernährungsberater/in an?

Eine Reihe von Universitäten und Instituten bieten einem dem Weg zum/zur Ernährungsberaterin über das Fernstudium von zu Hause an. Um seriöse Angebote zu erkennen, ist es hilfreich, nach Zertifikaten unabhängiger Institutionen wie ZFU oder TÜV zu schauen. Auch die Kooperation mit Fachverbänden oder deren Zertifizierung können ein Indiz sein für eine qualitativ gute Ausbildung beziehungsweise ein qualitativ hochwertiges Hochschulstudium.

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So bietet etwa die Internationale Hochschule (IU) einen Bachelor Ernährungswissenschaften im Fernstudium an, der sowohl ZFU- wie auch TÜV-zertifiziert ist. Das Bildungswerk für therapeutische Berufe, bietet einen Zertifikatslehrgang, der ebenfalls ZFU-geprüft ist. Zudem arbeitet das Bildungswerk mit der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit und Prävention zusammen. Auch der Anbieter Online Trainer Lizenz hat eine TÜV- und ZFU-zertifizierte Ausbildung zum/zur Ernährungsberater/in im Programm.

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Tipp: Wer sich für Ernährung interessiert könnte auch im Studium Vegan Food Management gut aufgehoben sein.

Welchen Abschluss erhält man nach dem Fernstudium?

Abschlusszertifikate von Zertifikatslehrgängen sind beim Beruf des/der Ernährungsberater/in grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen, weil die Berufsbezeichnung gesetzlich nicht geschützt ist. Das heißt die Urkunde eines Anbieters hat per se nicht den Wert eines qualifizierten staatlichen Berufsabschlusses. Dennoch lohnt es sich nach seriösen Anbietern Ausschau zu halten und entsprechend anerkannte Abschlusszertifikate zu erhalten.

Beim Hochschulstudium sieht es hingegen etwas anders aus. Hier wird ihnen nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums mit einer Bachelor-Arbeit der akademische Grad Bachelor of Arts (B.A.) oder Bachelor of Science (B.Sc.) verliehen. Nach Abschluss des Masters erreichen Sie den Abschluss Master of Science (MSc.). 

Wie sieht es aus mit Gehalt und Karrierechancen nach der Ausbildung?

Ernährungsberater/innen haben vielfältige Berufschancen und können unter anderem in Einrichtungen im Gesundheitswesen sowie in der Sport- und Wellnessbranche Arbeit finden, etwa in Kliniken und Kurbetrieben. Weitere denkbare Arbeitgeber sind Krankenversicherungen, Verbände, Verlage, Behörden oder der Kundendienst von Lebensmittelherstellern. Ein Großteil der Ernährungsberater/innen ist mit einer eigenen Praxis selbstständig. 

Das Einkommen als Ernährungsberater/in hängt stark von der Branche und dem Unternehmen ab, in der beziehungsweise dem man angestellt ist. Bei Selbstständigen spielen der Kundenkreis und die Erfahrung eine wesentliche Rolle. Durchschnittlich kann ein/e Ernährungsberater/in bei einer Arbeitszeit von 40 Wochenstunden mit einem Bruttogehalt von etwa 2000 Euro rechnen (Quelle: gehalt.de Stand: September 2021). Berufserfahrung, aber auch Spezialisierungen, etwa zum Diabetes- oder Wellnessberater, können das Einkommen über die Jahre deutlich aufbessern.


Häufig gestellte Fragen zur Ernährungsberater Ausbildung

Was kostet eine Ausbildung zum/zur Ernährungsberater/in?

Für einen fundierten Zertifikatslehrgang muss mit Gesamtkosten von circa 2000 Euro bei monatlichen Raten von etwa 100 bis 150 Euro gerechnet werden (Quelle: zfu.de). Bei teilweise dreimal so langen Bachelor-Studiengängen werden insgesamt deutlich höhere Preise abgerufen: Um die 14.000 Euro Gesamtkosten und monatliche Raten um die 300 Euro sind hier keine Seltenheit (Quelle: zfu.de)

Welche Alternativen gibt es zur Ernährungsberater Ausbildung?

Wer vor einem Studium nicht zurück Schreckt ist im Studiengang Vegan Food Management gut aufgehoben.

Wie viel verdient man als Ernährungsberater/in?

Das Einkommen eines/r Ernährungsberater/in hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem, in welchem Unternehmen man angestellt ist oder ob man selbstständig arbeitet. Im Schnitt ist bei 40 Wochenarbeitsstunden mit einem monatlichen Bruttogehalt von etwa 2000 Euro zu rechnen (Quelle: gehalt.de Stand: September 2021). Durch Spezialisierungen, Weiterbildungen und Berufserfahrung kann das Einkommen erhöht werden.

Ist Ernährungsberater/in ein Ausbildungsberuf?

Nein, die Berufsbezeichnung „Ernährungsberater/in“ ist in Deutschland gesetzlich nicht geschützt. Deshalb gibt es keine staatlich regulierten Ausbildungen, sondern „nur“ Zertifikate der Bildungseinrichtung, die eine Teilnahme an einem entsprechenden Lehrgang nachweisen.