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Vom Schulabgänger zum Silicon-Valley-Millionär

Gregor Freund fällt auf, wenn er von seinem Haus im Stadtteil Upper Market durch San Francisco zu seinem Büro fährt. Gelassen lenkt der gebürtige Münchener den wohl einzigen Smart der gesamten kalifornischen Metropole.

Und wieder ging es - zusammen mit drei Mitstreitern - ganz von vorne los. Der Dot-Com-Boom brach 1997 gerade los und 18-jährige ?Highpotentials? räumten mit skurrilsten Internet-Shops Venture-Kapital in fast beliebiger Höhe ab. Guter Büroraum in San Francisco war schlicht unbezahlbar. ?Für so was wie uns gab es aber nichts?, erinnert Freund sich an diverse Gespräche mit potenziellen Geldgebern. Die Idee galt als nett, aber langweilig. Die Gründer und Mitarbeiter waren teilweise schon um die 30 Jahre alt, teilweise hatten sie Familie - wie soll das denn was werden?

In heruntergekommenen Räumen neben einer Methadon-Klinik (?das war eine wirklich üble Gegend?) ging Zone Labs dann schließlich auf eigene Kosten an den Start. Freund steckte sein Privatvermögen in die Firma, die anderen arbeiteten ohne Gehalt - und als das Produkt dann fertig war, wollte es keiner haben. Aus Trotz wurde die an sich für große Geschäftskunden gedachte Software im Internet dann in einer Basisversion an Privatleute verschenkt. ?Meine Frau?, räumt der verheiratete Familienvater heute ein, ?ahnt wahrscheinlich noch immer nicht ganz genau, wie hoch wir damals gepokert haben?.

Dann kam der Zufall zur Hilfe. Als im Jahr 2000 die ersten spektakulären DOS-Attacken ("Denail-of-Service-Attacken", konzentrierte Massenangriffe, um Webserver durch Überlastung zusammen brechen zu lassen) Webseiten wie Yahoo und Ebay in Sekunden lahm legten, wurde aus dem Langweilerthema ein Dauerbrenner. Die Downloads von Zonealarm stiegen sprunghaft an - und das Venture-Capital floss in Strömen. Der bekannte Software-Pionier John McAfee kam in den Aufsichtsrat von Zone Labs.

Ende 2003 dann der erneute Verkauf. Für 205 Mill. Dollar in bar und Aktien ging Zone Labs an Checkpoint. Alleine wäre es langsam schwierig geworden, die Konkurrenz wird immer größer. Zusätzlich verlangen die Kunden ?heute Lösungen aus einer Hand?, weiß Freund. Für Checkpoint kann Zone Labs jetzt den boomenden Privatkundenmarkt abdecken. Viren und Trojaner sind längst zur alltäglichen Bedrohung für jeden Web-Surfer oder Online-Bankkunden geworden.

Der heute 44-jährige Freund arbeitet jedoch weiter als Vorstand bei Zone Labs und fährt weiter mit seinem Smart ins Büro an der Bay. War?s das jetzt? Zunächst mal ja, sagt er, er möchte ein altes Hobby wieder aufleben lassen und seinen Flugschein endlich wieder nutzen. Und vielleicht wird er auch noch mal eine Firma gründen. Wer weiß. Viel schwerer als eine Einzelzulassung für einen Smart in Kalifornien zu bekommen, kann das auch nicht sein.

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