Personalführung Mit diesen zehn Tricks motivieren Chefs

Auf dem Fußballfeld oder im Büro – Leistungsträger sind wichtig, aber ohne eine funktionierende Mannschaft sind sie nichts. Eine Studie des Personaldienstleisters Robert Half erklärt Führungskräften, wie man ein erfolgreiches Team bildet und managt.

Kristin Schmidt, wiwo.de | , aktualisiert

Mit diesen zehn Tricks motivieren Chefs

Foto: stokkete/Fotolia.com

Dieser Tage muss Joachim Löw unter Beweis stellen, dass er aus 23 Vereinsspielern eine funktionierende Nationalmannschaft geformt hat. Ein Team, das sich blind versteht. Ein Team, in dem jeder weiß, was er zu tun hat. Ein Team, in dem persönliche Befindlichkeiten hinter dem Erfolg der Mannschaft zurückstehen. Nur wenn das gelingt, haben die deutschen Fußballer Chancen auf den Weltmeistertitel. Doch diese Voraussetzungen gelten nicht nur im Fußball, sondern auch in der Wirtschaft. Der Trainer ist der Chef, der seine Mitarbeiter zu einem funktionierenden Team formen muss, um erfolgreich zu sein.

Teamarbeit muss verbessert werden 

Und genau in dieser Hinsicht besteht laut Personaldienstleister Robert Half Handlungsbedarf. 44 Prozent der befragten Büroangestellten in Deutschland gaben an, in einem Team zu arbeiten, das allenfalls durchschnittliche Leistungen liefere. Sven Hennige, Deutschlandchef von Robert Half, glaubt, dass das nicht nur für die Geschäftsergebnisse negativ ist. "Ich beobachte außerdem, dass diese Arbeitgeber für Bewerber wesentlich attraktiver sind als weniger erfolgreiche Unternehmen." – Oder übertragen auf die Fußballwelt: Wer will nicht für Bayern München, Real Madrid oder Juventus Turin spielen?

Die Studie von Robert Half bestätigt ebenfalls, dass soziale Kompetenzen ebenso wichtig sind wie fachliche Fähigkeiten. Davon gehen immerhin 66 Prozent der Befragten aus. Ein Fünftel rät dem Vorgesetzten sogar, bei Neueinstellungen mehr Wert auf die sogenannten Soft Skills zu legen als auf Fachkenntnisse. 35 Prozent halten Teamfähigkeit für die wichtigste Eigenschaft von Mannschaftsmitgliedern. Gefolgt von der Offenheit für neue Ideen und von der eigenen Arbeitsmoral. Zwölf Prozent legen bei ihren Kollegen besonderen Wert auf Flexibilität, fünf Prozent finden Anpassungsfähigkeit wichtig.

Der Leitfaden an den sich der Trainer beziehungsweise Vorgesetzte halten sollte, um ein erfolgreiches Team zu formen, umfasst laut Robert Half zehn zentrale Punkte.

1. Positive Unternehmenskultur schaffen

Nur wo Vertrauen und Offenheit herrscht, können Mitarbeiter ihre Höchstleistungen abrufen. Kenne die Belegschaft beispielsweise die Unternehmensstrategie, könne sie sich eher mit der gemeinsamen Vision identifizieren.

2. Auf Vielfalt setzen

Holen Sie Querdenker ins Team. Nur wenn unterschiedliche Ansichten diskutiert werden, können neue Wege gegangen werden. Haben Sie zum Beispiel überwiegend Wirtschaftswissenschaftler in Ihrer Abteilung, könnte ein Psychologe oder Politikwissenschaftler neuen Wind hineinbringen.

3. Ziele definieren

Ein gemeinsames Ziel vor Augen zu haben, motiviert die Mitarbeiter. Deshalb ist es nicht nur wichtig, ein solches vorzugeben. Am besten beteiligen Sie Ihr Team schon bei der Definition des Ziels. Das steigert die Identifikation mit dem Projekt zusätzlich.

4. Rollen festlegen

Wer weiß, wofür er verantwortlich ist, kann sich voll und ganz auf diese Aufgabe konzentrieren. Das steigert den Erfolg. Außerdem wird Kompetenzgerangel so von vorneherein ausgeschlossen.

5. Vertrauen fördern

Eine Hauptaufgabe der Führungskraft ist, das Vertrauen untereinander aufzubauen. Dazu gehört zum Beispiel niemanden zu bevorzugen und alle gleichermaßen zu informieren.

6. Mit gutem Beispiel vorangehen

Legen Sie an sich ebenso hohe Maßstäbe, wie an Ihr Umfeld. Leben Sie selbst die Werte, die Sie sich von Ihrem Team wünschen.

7. Konflikte proaktiv entschärfen

Sie bemerken Reibungen? Schwelende Konflikte? Schieben Sie es nicht auf, sondern sprechen Sie den Konflikt direkt und offen an. Robert Half empfiehlt gemeinsam mit den Mitarbeitern Lösungen zu suchen, anstatt vermeintliche Allzwecklösungen zu präsentieren.

8. Talente finden

Die fachlichen Kompetenzen alleine sind nicht ausschlaggebend. Passt das Team auch menschlich zusammen, werden Synergien freigesetzt. Gleiches gilt, wenn die Mitglieder ein gemeinsames Ziel verfolgen. Arbeitgeber die Teamgeist ausstrahlen, sind bei jungen Talenten besonders beliebt.

9. Anreize finden

Geld alleine macht nicht glücklich. Das gilt auch für die Mitarbeiter in Ihrem Team. Um gute Leute zu locken und zu binden muss das Gesamtpaket stimmen. Laut Robert Half wünschen sich die meisten Arbeitnehmer flexible Arbeitszeiten und eine gute Work-Life-Balance. Nur wer seine Talente über solche Anreize längerfristig bindet, hat überhaupt die Möglichkeit, sie in das bestehende Team zu integrieren.

10. Motivation hoch halten

Sie müssen als Vorgesetzter die individuellen Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter einschätzen und darauf reagieren. Bei zu hoher Arbeitsbelastung Einzelner etwa, könnten Sie über die Umverteilung von Aufgaben nachdenken. Auch die Art, wie Sie die verschiedenen Typen in Ihrem Team motivieren, ist zentral.

Denn so wichtig der Teamgeist auch sein mag, jeder Einzelne legt Wert auf seine Individualität und nimmt eine spezielle Rolle in der Abteilung ein.

Individuelle Motivation auf der einen Seite, fördern des Teamgeists auf der anderen – Chefs und Trainer müssen beides beherrschen. Dann klappt’s auch mit dem Pokal.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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