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Personalentwicklung Warum Weiterbildung so oft scheitert

Lebenslanges Lernen – das fordern Personaler immer wieder. Aber wie soll das gelingen?

Von Anne Koschik |

Warum Weiterbildung so oft scheitert

Lebenslanges Lernen

Für eine gute Weiterbildung mangelt es oft an der technischen Ausstattung.

Foto: Austin Distel on Unsplash

Es ist gar nicht so einfach, mit seinem Fachwissen auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Dabei könnten Sie damit bei der nächsten Bewerbung glänzen. Doch eine neue Studie zeigt: Sieben von zehn Arbeitnehmern fehlen die passenden Tools zur Weiterbildung.

Und nur jedes zweite Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern überhaupt digitale Lernmöglichkeiten an. Dabei will der Großteil der Unter-30-Jährigen gar nicht mehr an Präsenzseminaren teilnehmen.

So verwundert es nicht, dass sich nur ein Drittel der Arbeitnehmer vom eigenen Unternehmen zur Weiterbildung ermutigt fühlt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der finnischen Firma Valamis, einem Anbieter einer Weiterbildungsplattform für personalisiertes Lernen in großen Organisationen. Für die Studie wurden hierzulande über 700 Arbeitnehmer befragt.

Dazu kommt: Rund die Hälfte der Angestellten in Deutschland haben auch keine Zeit dafür, ihr Know-how zu verbessern.

Wer die Verantwortung trägt

„Mehr Verantwortung für die Weiterbildung der Belegschaft“, fordert deshalb Holger Bräunlich, Business Development Manager von Valamis. Das Fachwissen der Mitarbeiter und ihre Entwicklung seien schließlich ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. „Wissen ist das Kapital des Unternehmens.“

Doch in der Verantwortung sehen sich nur 38 Prozent der befragten Unternehmen. Eine eigene Abteilung für Learning und Development hat nur jede dritte Firma.

Und in jeder fünften sieht das Management nicht einmal die Veranlassung, die Weiterbildung zu unterstützen und bei gut einem Viertel scheitert die Aufstockung des Fachwissens am notwendigen Budget.

Die Mitarbeiter sind also selbst dafür verantwortlich, ihre Kompetenzen und Fähigkeiten auszubauen. Knapp die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer ist auch genau dieser Meinung. Doch 20 Prozent der Arbeitnehmer sind schlichtweg zu träge: Ihnen fehlt es an ausreichender Motivation.

Wieso die technische Ausstattung so wichtig ist

Doch selbst wenn Unternehmen und Mitarbeiter wollen, ist Weiterbildung alles andere als einfach: Mit den technischen Voraussetzungen sieht es häufig mau aus. Mal sind es die Unternehmen, die keine Lernplattform zur Verfügung stellen können oder wollen. Mal wissen die Mitarbeiter nicht, wie und wo Lernen in ihrem Unternehmen stattfinden könnte.      

Dabei könnten sie auf externe Lerninhalte aus Open Source-Quellen wie Massive Open Online Courses, zurückgreifen, die nicht speziell auf das Unternehmen und dessen Bedarf zugeschnitten sind. Doch auch das nutzt nur knapp ein Drittel der Unternehmen.

Welche Lernmethoden am beliebtesten sind

Die Umfrage zeigt auch, wie die Mitarbeiter sich am liebsten fortbilden:

  1. Lernen mit Texten
    Das liebste Lernmedium ist nach wie vor der Text: 59 Prozent der Befragten gab an, damit am besten lernen zu können. Alle Altersgruppen bevorzugen es, wenn der Lerninhalt in schriftlicher Form vorliegt. Sogar bei 63 Prozent der 18- bis 29-Jährigen ist der Text das beliebteste Mittel.

  2. Lernen mit Videos
    Beim Video machen sich die Altersunterschiede bemerkbar: Für 55 Prozent der Unter-30-Jährigen ist das Video ein bevorzugtes Lernmedium. Auch 42 Prozent der 30- bis 44-Jährigen orientieren sich gerne am Bewegtbild. Aber nur für ein Drittel der Über-45-Jährigen kommt das Lernen per Video infrage. Übrigens schätzen deutlich mehr Männer als Frauen diese Lernmethode

  3. Lernen mit Audiomaterial
    Auch hier unterscheiden sich die Altersgruppen: Mit 30 Prozent geben vermehrt die Jüngeren Audiomaterial den Vorzug. Bei den Älteren sind es nur noch 12 Prozent. Insgesamt bildet sich aber lediglich jeder Fünfte gerne über das Zuhören weiter.

  4. Interaktives Lernen
    Bei den jüngeren Altersgruppen kommen interaktive Lerninhalte oder solche mit Gamification-Ansatz besser an als bei den älteren. Doch offensichtlich ist das auch grundsätzlich nicht das Mittel der Wahl zur Weiterbildung: Denn selbst in der jungen Altersgruppe findet nur ein Fünftel Gefallen daran.

  5. Praktisches Lernen
    Die Vorlieben ändern sich bei praktischen Lerneinheiten und Face-to-Face-Trainings: Knapp 60 Prozent der älteren Gruppe schätzen den Learning-by-doing-Ansatz. Aber auch rund 40 Prozent der jüngeren Gruppen bevorzugen es, in der täglichen Arbeitspraxis vorwärts zu kommen.

 

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