Karriere-Strategie Dem Chef souverän Paroli bieten

Karrieren scheitern nicht selten an Chefs: Weil er seine beste Kraft nicht verlieren, das Team nicht gegeneinander ausspielen oder sein Budget nicht in Ihr Gehalt investieren will. Wie Sie den 6 beliebtesten Chef-Ausreden strategisch klug Paroli bieten.

red |

Dem Chef souverän Paroli bieten

Paroli bieten heißt auch: Erfolge für sich verbuchen und nicht dem Chef schenken

© mauritius images

Um aufzusteigen, braucht es an Expertise, Ellenbogen und Verhandlungsgeschick. Wer hier keine Qualitäten vorweisen kann, verspielt leicht seine Karrierechancen. Es ist daher gut zu wissen, dass hinter so mancher Chef-Ausrede, die Ihre Karriere lahmlegt, ein rein taktisches Vorgehen steckt. Das muss sich nicht einmal gegen Ihre Person richten, sondern dient manches Mal allein der Erfolgsstatistik Ihres Vorgesetzten. So kann es sich anhören:

"Bei mir steigen Teamarbeiter auf"

Die Absicht: Sie sollen selbstlos schuften und Erfolge teilen, Konflikte schlichten und andere motivieren, kurz: einen Teil der Chefarbeit unentgeltlich übernehmen.
Die Wahrheit: Befördert wird immer der Einzelne, der aus der Masse herausragt, und kein ganzes Team. Wer Ellenbogen zeigt und Erfolge für sich verbucht, hat beste Chancen auf den Aufstieg.
Gegenstrategie: Zwingen Sie den Chef, konkret zu werden. Was müssen Sie für den nächsten Karriereschritt erreichen? Schnell wird der Chef dann wieder bei Einzelleistungen landen.

"Ich würde Ihr Gehalt ja erhöhen – aber es gibt kein Budget"

Die Absicht: Sie sollen den Chef als Ihren Förderer ansehen, dem leider die Hände gebunden sind. So legen Sie sich doppelt für ihn ins Zeug. Nach dem Aufschwung bekommen sie jedoch garantiert eine neue Phrase zu hören.

Die Wahrheit: Die Firma hat Geld, mit dem sie wirtschaften kann – sonst wäre sie pleite. Sie will diese Mittel vielleicht nur nicht in Gehalt investieren.
Gegenstrategie: Machen Sie deutlich, dass die Firma unterm Strich ein Geschäft macht: Sie haben Ihre Leistung ausgebaut und bringen der Firma mehr Geld. Davon wollen Sie lediglich einen fairen Anteil.

"Es fehlt die freie Stelle, um Sie zu befördern"

Die Absicht: Der Chef signalisiert seine Bereitschaft, Sie auf der Karriereleiter voranzubringen. Leider fehlt die dafür nötige Sprosse. Er ermutigt Sie, unter Volldampf weiterzuarbeiten.
Die Wahrheit: In der modernen Personalpolitik werden nicht Menschen für Stellen gesucht, sondern Stellen für Menschen geschaffen. Deshalb hat der Chef womöglich kein Interesse an einer Beförderung. Vielleicht will er seinen besten Spieler nicht an eine höhere Liga verlieren?
Gegenstrategie: Machen Sie deutlich, dass Sie unbedingt aufsteigen wollen. Signalisieren Sie, dass Sie dafür auch zu einer anderen Firma wechseln würden. Die Aussicht, Sie komplett zu verlieren, könnte seine Meinung ändern.

"Wenn Sie gehen, ist die Tür für immer zu"

Die Absicht: Sie sollen das Gefühl bekommen, bei einem Wechsel verbrannte Erde zu hinterlassen. Gerade in engen Märkten ist diese Behauptung vorzüglich geeignet, um Sie zu halten.
Die Wahrheit: Exzellente Mitarbeiter sind Mangelware – Ihnen wird sich die Tür auch ein zweites Mal öffnen. Wichtig sind die Umstände: Geben Sie so früh wie möglich Bescheid oder erst in letzter Sekunde? Erledigen Sie Ihre Aufgaben nach der Kündigung mit gewohnter Zuverlässigkeit, oder sind Sie in Gedanken schon beim neuen Arbeitgeber?

Gegenstrategie: Lassen Sie sich nicht einschüchtern, falls Sie einen Wechsel planen. Sollte Ihr Herz noch an der alten Firma hängen, warum geben Sie ihr nicht noch eine Chance? "Ich habe ein Angebot, das sehr interessant ist. Allerdings fühle ich mich ziemlich wohl hier – und würde am liebsten weiter zum Erfolg unserer Firma beitragen..."

"Sprechen Sie offen – ich werde es für mich behalten"

Die Absicht: Ihr Chef will alles von Ihnen erfahren. Über ein gescheitertes Projekt oder über einen unfähigen Mitarbeiter. Sie wollen weder Schaden anrichten noch der Aufforderung des Chefs nicht Folge leisten. Sein Schweigeversprechen scheint daher ideal.
Die Wahrheit: Der Chef wird dafür bezahlt, Schaden von der Firma abzuwenden. Erzählen Sie ihm pikante Details, wird er sicher nicht schweigen.
Gegenstrategie: Als Antwort "Ich kann Ihnen da nicht helfen" ist genau richtig – sofern Sie Schaden von sich und anderen abhalten wollen.

"Dafür sind Sie zu jung/zu alt"

Die Absicht: Offensichtlich will sich Ihr Chef nicht auf sachliche Argumente einlassen. Vielleicht hofft er auch, Sie mit Ihrem Alter an einem wunden Punkt zu erwischen.
Die Wahrheit: Nirgendwo steht geschrieben, wie jung oder alt man für eine bestimmte Aufgabe sein muss. Alter sagt nichts über Qualifikation oder Qualität aus.
Gegenstrategie: Lenken Sie das Gespräch zurück auf eine sachliche Ebene.Fragen Sie beispielsweise: "Welche Qualitäten hätte ich Ihrer Meinung nach, wenn ich fünf Jahre älter (oder jünger) wäre?" Nun wird der Chef mit Stichworten reagieren – und Sie können aufzählen, was Sie auf diesem Gebiet bereits geleistet haben.

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