Twitter-Empfehlung Acht Manager deutscher Unternehmen, denen Sie folgen sollten

Deutsche Führungskräfte sind Social-Media-Muffel – eigentlich. Doch gerade auf dem Kurznachrichtendienst Twitter gibt es ein paar löbliche Ausnahmen. Eine Übersicht.

Von Lazar Backovic |

Acht Manager deutscher Unternehmen, denen Sie folgen sollten

Deutsche Manager bei Twitter

Twitter-Inspirationen können sich die Chefs von morgen bei deutschen Managern holen.

Foto: imago/ZUMA press

Wer gerade auf die nächsten Sprosse der Karriereleiter zusteuert, kann sich auf dem weiteren Weg nach oben Inspiration von jenen holen, die es bereits geschafft haben. Der Kurznachrichtendienst Twitter bietet komplett gratis digitalen Zugang zur Elite deutscher Top-Manager. Doch bei wem lohnt sich ein Klick auf den „Follow“-Button? karriere.de hat die Twitter-Profile deutscher Manager analysiert und stellt die interessantesten Profile vor.

1)     Bill McDermott, Vorstandsvorsitzender bei SAP

SAP-Chef Bill McDermott ist nicht nur ein erfolgreicher Manager und CEO, er ist auch der Twitterkönig im Dax. Kein Vorstand eines börsennotierten deutschen Top-Unternehmens hat eine größere digitale Gefolgschaft als der Amerikaner McDermott.

Der SAP-Boss postet Fotos von sich mit Spitzenpolitikern, gibt seine Führungsweisheiten – etwa im Zuge des Weltwirtschaftsgipfels in Davos – zum Besten und schafft es, Produktinnovationen und Meilensteine des Softwareriesen mit einer persönlichen Note zu präsentieren.

2)     Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender bei Siemens

Normalerweise sind politische Themen ein Minenfeld für jeden CEO. Siemens-Chef Joe Kaeser scheint hingegen erst richtig warm zu laufen, wenn er das tagesaktuelle Geschehen kommentieren kann.

Größere Bekanntheit erhielt das (noch recht junge) Twitter-Profil Kaesers, nachdem sich der Manager kritisch gegenüber der AfD-Politikerin Alice Weidel positioniert hatte. Weidel hatte in einer Bundestagsdebatte unter anderem vor „Kopftuchmädchen“ und „alimentierten Messermännern“ gewarnt.

Der Siemens-Chef entgegnete der fremdenfeindlichen Rhetorik: „Lieber ‚Kopftuch-Mädel‘ als ‚Bund Deutscher Mädel‘. Frau Weidel schadet mit ihrem Nationalismus dem Ansehen unseres Landes in der Welt. Da, wo die Haupt-Quelle des deutschen Wohlstands liegt.“ Für sein Posting erntete Kaeser zwar viel Zuspruch, aber auch massive Kritik – bis hin zu persönlichen Beleidigungen und Gewaltandrohungen.

Kaeser erklärt sich und sein Posting vom Mai 2018 auf Anfrage so:

„Ich hatte den Eindruck, dass man so etwas nicht stehen lassen darf. Für mich war das eine Frage des Anstands und eine Frage, wie wir miteinander umgehen. Die Person Weidel selbst war mir dabei nicht so wichtig. Aber sie ist eine demokratisch gewählte Abgeordnete im Deutschen Bundestag und damit ein Gesicht der deutschen Demokratie. Ich habe die Rede im Fernsehen gesehen. Die Agitation, die Gestik und Mimik gehen um die ganze Welt und vermitteln ein Bild von Ausgrenzung und Hass, wofür das Exportland Deutschland nicht steht und es auch in der Welt nicht bekannt ist. Damit sind dann auch die Interessenslagen von Unternehmen wie Siemens berührt. Wir machen fast 90 Prozent unseres Geschäfts außerhalb von Deutschland.“  

Im Internetjargon würde man vermutlich sagen: Word.

3)     Tina Müller, Vorstandvorsitzende bei Douglas

Zumindest im Dax sind weibliche Vorstandsmitglieder deutlich häufiger auf Social Media vertreten als ihre männlichen Kollegen. Das zeigt eine Analyse des Beratungshauses Oliver Wyman. Die Douglas-Chefin Tina Müller führt zwar keinen Dax-Konzern, zählt aber hierzulande zu den weiblichen Twitter-Pionieren. Bereits seit 2010 ist sie auf dem Kurznachrichtendienst angemeldet – länger als etwa Apple-Chef Tim Cook.

Die Managerin verlinkt auf Artikel und Blogs, stellt neue Angestellte vor und zeigt Bilder von Filialbesuchen und Meetings. Sie twittert dabei so rege wie kaum eine andere Top-Führungskraft. Im Schnitt postet Müller jeden Tag etwas. Eines ihrer Herzensthemen: Frauen in Führungspositionen fördern.

4)   Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender bei Bertelsmann

Digitalisierung ist eines der großen Strategiethemen beim Medienunternehmen Bertelsmann. Mit seinem Twitter-Profil unterstreicht Vorstandsvorsitzender Thomas Rabe die Bedeutung und den Einfluss digitaler Themen für den internationalen Konzern aus Gütersloh.

„Neben externen Followern lernen auch Mitarbeiter und Führungskräfte von Bertelsmann Herrn Rabe so noch von einer anderen, persönlicheren Seite kennen“, schreibt Bertelsmann auf Anfrage. Rabes erfolgreichster Tweet 2018 etwa war ein Bild von sich mit seiner Laufzeit beim New-York-Marathon (unter vier Stunden!). Der digitalen Gemeinde scheint die persönliche Note zu gefallen. Allein 2018 stieg Rabes Reichweite auf Twitter laut der Bertelsmann Kommunikationsabteilung, die das Profil regelmäßig auswertet, von 350.000 Ansichten auf 450.000.

5)     Markus Braun, Vorstandvorsitzender bei Wirecard

Sie kennen doch bestimmt diesen Typen aus Ihrem Bekanntenkreis, der immer einen spannenden Lesetipp parat hat, oder? Vergessen Sie Ihre Bekanntschaft und folgen Sie stattdessen Markus Braun. Vor allem wenn es um Tech-Themen geht, beweist der Wirecard-CEO ein frühes Gespür für große Trends, disruptive Innovationen und spannende Strategieansätze fürs Geschäft. Wer Input zu Themen wie Künstlicher Intelligenz, Blockchain oder Big Data sucht, wird hier fündig.

6)     Oliver Burkhard, Personalvorstand bei Thyssen-Krupp

Ein Vorstandschef weg, Unstimmigkeiten im Aufsichtsrat, dazwischen immer wieder Diskussionen über den Fahrplan für die geplante Aufspaltung des Traditionskonzerns: 2018 war ein Krisenjahr für den Industrieriesen Thyssen-Krupp. In dieser oft heiklen Nachrichtenlage strahlte ein Manager des Konzerns die ganze Zeit über einen hohen Grad an Souveränität aus – und das auch digital: Personalvorstand Oliver Burkhard.

Auf Meldungen, dass Thyssen-Krupp „zerschlagen“ (und nicht aufgespalten) werden solle, reagierte der Manager auf Twitter zum Beispiel so:

Auch sonst ist Burkhard nicht darum verlegen, sich klar zu positionieren. So ist er - vermutlich als einziger Vorstand eines Dax-Konzerns – mit einem Team von Thyssen-Leuten auf dem Christopher Street Day in Köln mitmarschiert. Wir sagen: Dieses Profil verdient mehr als einen Like.

7)     Cedrik Neike, Vorstandsmitglied bei Siemens

Personalisierung und Nähe sind die Schlüsselworte für einen erfolgreichen Social Media Auftritt. Kaum ein deutscher Top-Manager hat diese wichtige Grundregel so verinnerlicht, wie Siemens-Vorstand Cedrik Neike. Wer sich durch das Twitter-Profil des Mittvierzigers klickt, sieht vor allem eines: Selfies – und das gern in großen Gruppen.

Inhaltlich ist Neike bei Siemens für die Regionen Asien und Australien, sowie das zukunftsträchtige Energiemanagement bei Siemens zuständig. Einige sehen in Neike schon einen möglichen Nachfolger für Vorstandschef Kaeser. Es dürfte also spannend bleiben, die Wege dieses lockeren, fast schon kumpelhaften Managers zu verfolgen.

8)     Ramona Schulte, CEO und Gründerin der No Hype GmbH

Den meisten arrivierten Managern auf dieser Liste dürfte der Name Ramona Schulte wenig bis gar nichts sagen.  Schultes Kölner Agentur ist auf das Management von Influencern spezialisiert, also Menschen, deren Geschäftsmodell darauf basiert, eine große digitale Gefolgschaft auf Plattformen wie Youtube oder Instagram hinter sich zu vereinen. Entsprechend hoch ist auch die Fangemeinde der Agenturchefin: 150.000 Menschen folgen Ramona Schulte.

Schultes Profil wirkt auf den ersten Blick wie das Wohnzimmer einer Studenten-WG: Unaufgeräumt, und doch irgendwie sehr ehrlich, um ein gutes Gespräch zu starten. Darauf ist auch das Erfolgsmagazin „Forbes“ aufmerksam geworden – und stellte Schulte als einflussreiche deutsche Jungmanagerin auf Twitter heraus. Eine Ehre, mit der Schulte offenbar so nicht gerechnet hatte:

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