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Kind und Karriere: Gehaltsnachzahlung wird bei Elterngeld berücksichtigt

Kind und Karriere Gehaltsnachzahlung wird bei Elterngeld berücksichtigt

Es zählt nicht der Termin, wann Ihnen eine Gehaltsnachzahlung versprochen wurde, sondern wann sie Ihnen zur Verfügung stand: Liegt diese im Bemessungszeitraum für das Elterngeld, wirkt sich die Nachzahlung positiv darauf aus.

dpa |

Gehaltsnachzahlung wird bei Elterngeld berücksichtigt

Elterngeld: Achten Sie auf den Bemessungszeitraum!

Ein neues Urteil kann manchem Elternpaar mehr Geld einbringen: Es kommt auf das zur Verfügung stehende Gehalt im Bemessungszeitraum an.

Foto: Mon-petit-chou-Photography on Unsplash

Ein neues Urteil könnte jungen Eltern eine große Unterstützung sein: Gehaltsnachzahlungen müssen bei der Berechnung des Elterngelds unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt werden. Das hat jetzt das Bundessozialgericht in Kassel entschieden. Maßgeblich sei, welches Einkommen der Elterngeldberechtigte im Bemessungszeitraum tatsächlich habe, erklärte der Vorsitzende Richter. Entscheidend sei bei der Berechnung nicht, wann das Geld verdient worden ist, sondern wann es der Familie zur Verfügung stand. (Aktenzeichen B 10EG 1/18 R).

Geklagt hatte eine Mutter aus Thüringen gegen den Kyffhäuserkreis. Nach einer Insolvenz ihres Arbeitgebers hatte sie eine Lohnnachzahlung für einen Monat bekommen, der eigentlich außerhalb der zwölf Monate vor der Geburt des Kindes lag, die für die Höhe des Elterngeldes ausschlaggebend sind. Doch gezahlt wurde das Geld im Bemessungszeitraum.

Die Elterngeldbehörde wollte es aber nicht berücksichtigen und verringerte das Elterngeld um insgesamt 580 Euro.

Die Kasseler Richter hoben mit der Entscheidung ein anderslautendes Urteil des Landessozialgerichts Thüringen auf. Die Entscheidung des Bundessozialgerichts ist für andere Fälle nicht bindend. Sie gilt aber als richtungsweisend für Behörden und Gerichte.

So können Sie Einfluss auf die Höhe des Elterngeldes nehmen

Auch ein Steuerklassenwechsel bei erwartetem Elterngeld zahlt sich aus: Da sich die Berechnung an den zuletzt gezahlten Nettobezügen orientiert, kann es für den Bezieher/die Bezieherin sinnvoll sein, schnellstmöglich auf die Steuerklasse 3 umzusteigen, auch wenn es während des Jahres unter Umständen beim besserverdienenden Ehepartner zu Einkommenseinbußen kommt. Dies empfiehlt der Steuerberater-Verband e.V..

Am Jahresende sieht die Sache dann wieder anders aus: Denn die vermeintlichen Einbußen durch den Steuerklassenwechsel lassen sich dann über die Einkommensteuererklärung zurückfordern. Die einmal errechnete Elterngeldhöhe ist hingegen bindend – außer die Behörde macht einen Fehler.

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