Vergütungsextras Mehr Netto vom Brutto

Mehr Netto vom Brutto bleibt, wenn der Arbeitgeber diese 11 steuerlich begünstigten Vergütungsextras gewährt. Jeder Arbeitnehmer sollte sie kennen.

Von Claudia Obmann |

Mehr Netto vom Brutto

Vergütungsextras nutzen: So bleibt mehr vom Gehalt übrig

© Corbis/Getty Images

Wer als Angestellter am Ende des Monats mehr Geld ausbezahlt haben möchte, sollte wissen, wie er seinem Arbeitgeber diesen Wunsch vermittelt. Es gibt Zusatzleistungen oder Vergütungsextras, die viele Unternehmen gewähren, weil sie ihren Mitarbeitern echte Vorteile bringen.

Diese sollte Sie unbedingt kennen:

Arbeitsmittel

Spitzentechnik wie Notebooks, Tablets oder Smartphones darf der Chef Mitarbeitern steuerfrei zur Verfügung stellen und auch zur unbeschränkten privaten Nutzung überlassen. Er darf Mitarbeitern diese Arbeitsausrüstung nur nicht schenken. Bleiben die Geräte im Eigentum des Unternehmens, beispielsweise geregelt in einem Überlassungsvertrag mit Rückgabepflicht, muss der Arbeitnehmer den Gegenwert der Geräte nicht als geldwerten Vorteil versteuern.

Bahntickets/ÖPNV

Pendeln Sie und spendiert der Chef Ihnen das ÖPNV- oder Bahnticket, handelt es sich um einen Sachbezug. Ein solcher Sachbezug ist steuerlich begünstigt oder sogar gänzlich steuerfrei. Bis zu einer Freigrenze von 44 Euro pro Monat können Sie Sachbezüge – zum Beispiel das Jobticket oder einen Tankgutschein – steuerfrei einplanen. Aber Achtung: Wird die Freigrenze überschritten, muss die volle Summe besteuert werden. Außerdem wird die Summe in Gänze der Sozialversicherung unterworfen

Belegschaftsaktien

Es handelt sich um eine Form der Mitarbeiterbeteiligung, bei der ein Teil der variablen Vergütung in Form von Unternehmensanteilen erfolgt. Damit sollen wertvolle Fachleute oder Manager an den Arbeitgeber gebunden werden. Das Instrument dient aber auch dazu, Motivation, unternehmerisches Denken sowie die Identifikation mit dem Unternehmen zu fördern. Ein Blick auf die Modelle und Zielgruppen von Belegschaftsaktien offenbart große Unterschiede. Zum einen existieren "traditionelle, großzügige Programme", die etwa Gratisaktien oder Preisnachlässe vorsehen. Daneben gibt es "eher moderne, kostengünstige Ansätze", bei denen es häufig lediglich darum geht, den jährlichen Steuerfreibetrag von 360 Euro pro Mitarbeiter auszuschöpfen.

Betriebliche Altersvorsorge

Betriebliche Altersvorsorge kann allen Angestellten, vom Azubi bis zum Vorstandschef, zugesagt werden. Klassischerweise wird ein Teil des Gehalts vom Arbeitgeber steuer- und abgabenfrei entweder in eine Direktversicherung, einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse abgeführt – um im Rentenalter von den erwirtschafteten Erträgen zu profitieren. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das seit dem 1. Januar 2018 gilt, bringt einige Neuerungen. So etwa ein Extra-Fördermodell speziell für Geringverdiener in kleineren Betrieben: Wer bis zu 2 200 Euro brutto im Monat verdient, profitiert davon. Und zwar über einen Zuschuss von 30 Prozent, den Vater Staat über einen Lohnsteuerverzicht gewährt, wenn der Chef Beiträge zwischen 240 und 480 Euro pro Jahr in die betriebliche Altersvorsorge seines Mitarbeiters steckt.

Neu ist auch, dass Arbeitgeber künftig keine Garantien mehr zur Höhe der Betriebsrente, sondern nur noch über die gezahlten Beiträge abgeben müssen. Allerdings werden Arbeitgeber im Gegenzug zu einem Zuschuss zur Betriebsrente verpflichtet, wenn die Mitarbeiter diese über eine Entgeltumwandlung ansparen wollen. Der Zuschuss beträgt 15 Prozent des Sparbeitrags des Arbeitnehmers; parallel dazu spart sich der Chef durch die Entgeltumwandlung Sozialbeiträge. Das gilt bei in Tarifverträgen vereinbarten Entgeltumwandlungen bereits ab 2018 und für neue Verträge in nicht tarifgebundenen Betrieben ab 2019. Für alle bestehenden Verträge zur Entgeltumwandlung wird der Arbeitgeberzuschuss dann ab 2022 Pflicht.

Zusätzlich lässt sich noch in Sachen Steuern punkten. Ob Direktversicherung, Pensionskasse oder -fonds: Ein höherer Anteil der Einzahlungen in die Betriebsrente wird von der Steuer befreit. Konkret sind es nunmehr acht Prozent von der Beitragsbemessungsgrenze statt bislang vier Prozent (plus 1 800 Euro für Versorgungszusagen seit 2004). Dadurch steigt der Höchstbetrag für die Steuerfreiheit auf 6240 Euro im Jahr. Der zusätzliche Betrag von 1800 Euro entfällt. Bislang konnten pro Jahr bis zu 3 048 Euro steuerfrei aus dem Bruttogehalt entnommen und für die Betriebsrente angespart werden.

Dienstwagen

Nicht nur für Führungskräfte gehören Dienstwagen zum Repertoire an Vergütungsextras, mit denen sich sparen lässt. Aber Achtung: Auch der privat genutzte Dienstwagen muss versteuert werden. Wer kein Fahrtenbuch führen will, nutzt die Ein-Prozent Regel: Monatlich muss ein Prozent des Brutto-Listenpreises als steuerpflichtige Einnahme angesetzt werden. Wer allerdings sowieso ein Auto braucht, fährt mit einem Dienstwagen günstiger, als wenn er sich privat ein Fahrzeug gleicher Güte kaufen würde.

Essenszuschuss

Gibt es keine Kantine oder liegt das Büro auf der grünen Wiese, sollte ein Essenszuschuss des Arbeitgebers drin sein. Bis zu 3,10 Euro täglich darf der Chef dem Mitarbeiter steuer- und sozialabgabenfrei spendieren.

Fortbildungsförderung

Unternehmen dürfen die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter finanziell unterstützen. Der Aufwand zum Beispiel für einen HTML-Programmierkurs oder ein Sprachtraining bleibt steuerfrei, wenn sich nachweisen lässt, dass ein Bildungsseminar den Teilnehmern im Job hilft.

Gesundheitsvorsorge

Ob Bewegungsprogramme, Ernährungs- oder Stressberatung: Alles, was beim Gesundbleiben hilft, ist bis zu 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter steuerfrei. Falls Sportvereine oder Fitnesscenter Kurse anbieten, die den Anforderungen der Krankenkassen entsprechen, kann der Arbeitgeber sie ebenfalls steuerfrei ersetzen.

Gutscheine

Bücher-, Theater-, Kino- oder Opernfans kann der Vorgesetzte Gutscheine für ihr Hobby spendieren. Gutscheine gibt es aber auch für Blumen, Tankfüllungen oder für den öffentlichen Nahverkehr (siehe Bahntickets/ÖPNV) steuerfrei. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt – solang der Höchstbetrag für diverse Sachbezüge von 44 Euro pro Monat nicht überschritten wird und die Auszahlung der Gutscheine in Bargeld ausgeschlossen ist.

Kinderbetreuung

Ob Kindergarten, Tagesmutter oder sogar Über-Nacht-Betreuung: Was die Höhe angeht, gibt es keine Begrenzung für steuerfreie Betreuungszuschüsse vonseiten des Arbeitgebers – vorausgesetzt, der Chef bezahlt Ihnen das on top zu Ihrem bisherigen Gehalt. Diesen Zuschuss gibt es allerdings nur, bis der Nachwuchs in die Schule kommt.

Vermögenswirksame Leistungen

Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen in die Geldanlage des Arbeitnehmers ein – vom Chef gibt es maximal 40 Euro pro Monat zum Vermögensaufbau dazu. Die genaue Höhe regeln Arbeits- oder Tarifvertrag.

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