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Großer Gehaltsreport In diesen Regionen bleibt Ihnen das meiste Geld zum Leben

Was verdienen die Menschen in den 401 Städten und Kreisen? Und was kostet der Alltag? Eine Auswertung zeigt, wo das Gehalt besonders viel wert ist.

Gehalt | Von Michael Scheppe |

Was am Monatsende übrig bleibt, hängt nicht nur vom Gehalt, sondern auch davon ab, was das alltägliche Leben kostet. Doch wo in Deutschland ist das Verhältnis von Gehalt und Lebenshaltungskosten besonders günstig?

Antworten gibt ein Gehaltsranking von Stepstone. Die Jobplattform hat für alle Kreise Deutschlands das Durchschnittsgehalt errechnet und mit den regionalen Ausgaben für Miete, Nahrung, Mobilität und Freizeitaktivitäten verglichen.
Herausgekommen ist eine Rangliste, die einen Überblick darüber gibt, wo den Menschen hierzulande das meiste Geld zum Leben bleibt – und wo das wenigste.

Die Auswertung macht deutlich, dass es für ein hohes Einkommen nicht nur auf Posten, Branche und Firmengröße ankommt – sondern eben auch auf den Wohnort.

Viele Bewerber würden das bei der Jobsuche unterschätzen, sagt Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei Stepstone. „Die Höhe der Lebenshaltungskosten ist ein wichtiger Faktor dafür, wie viel ein Gehalt tatsächlich wert ist.“

Diese Regionen sind die Gewinner des Gehaltsrankings

Ganz oben auf der Liste stehen nicht die bekannten Gehaltshochburgen Frankfurt oder München, sondern eher kleinere Städte und Gemeinden wie Holzminden oder die Vulkaneifel. Dort haben die Menschen am Jahresende gemäß der Stepstone-Beispielrechnung ein Resteinkommen von etwa 17.000 Euro.

Die Menschen in diesen Regionen profitieren von niedrigen Lebenshaltungskosten – und einem großen Arbeitgeber, der höhere Gehälter aufrufen kann als ein kleinerer Betrieb. In Holzminden ist es der Dufthersteller und Dax-Aspirant Symrise, in der Eifel der Getränkehersteller Gerolsteiner.

Gerade in der Krise ist diese Erkenntnis von Bedeutung: Fachleute erwarten, dass in den meisten Firmen derzeit keine großen Gehaltssprünge drin sind. So könnte beim nächsten Umzug oder Jobwechsel auch ein Ziel sein, die Lebenshaltungskosten zu drücken.

Großer Arbeitgeber bei niedrigen Ausgaben

Von diesem Zusammenspiel profitieren auch die Einwohner Niedersachsens. Mit dem Stahlkonzern Salzgitter mit Sitz in der gleichnamigen Stadt (Platz sechs), Volkswagen in Wolfsburg (61) und dem Zulieferer Continental in Hannover (162) gibt es in dem norddeutschen Bundesland viele Konzerne, die verhältnismäßig hohe Gehälter zahlen und in Regionen beheimatet sind, in denen die Ausgaben vergleichsweise niedrig sind.

Die Großstadt, in der den Menschen am meisten zum Leben bleibt, ist laut Stepstone-Ranking Leverkusen (Platz drei), Heimat des Chemieriesen Bayer. Der Konzern zahlt traditionell hohe Gehälter: Das Bruttoeinkommen liegt mit 68.500 Euro etwa ein Sechstel über dem bundesweiten Durchschnitt. Damit lassen sich die kalkulierten Lebenshaltungskosten von gut 24.000 Euro problemlos stemmen.

Unter den größten Städten der Republik bleibt vor allem den Bewohnern des Ruhrgebiets das meiste Geld zum Leben – allen voran in Essen, Duisburg und Dortmund. Das erklärt sich hauptsächlich durch die niedrigeren Mieten. In Essen liegen die Wohnkosten zum Beispiel 14 Prozentpunkte unter dem Schnitt.

„Im Ruhrgebiet sind die Kosten für Wohnraum vielfach geringer, weil es dort noch deutlich mehr Platz für Häuser und Wohnungen gibt als in anderen Ballungsräumen“, sagt der Düsseldorfer Ökonom Jens Südekum.

Die Beobachtung aus dem Ruhrgebiet gilt für die gesamte Republik: Die großen Unterschiede in den Lebenshaltungskosten erklären sich hauptsächlich mit den Wohnkosten. Die Ausgaben für Nahrungsmittel, Mobilität und Freizeitgestaltung unterscheiden sich deutschlandweit nur um wenige Prozentpunkte, erklärt Südekum.

In diesen Regionen bleibt den Deutschen am wenigsten zum Leben

Verlierer des Rankings sind allen voran die Orte, in denen die Menschen wenig verdienen und die Lebenshaltungskosten hoch sind. Am ungünstigsten ist das Verhältnis im Landkreis Dahme-Spreewald bei Berlin. Rein rechnerisch übersteigen hier sogar die alltäglichen Kosten die Gehaltseinnahmen – und zwar jedes Jahr um 1650 Euro.

Ohnehin schneidet der Osten der Republik im Stepstone-Ranking schlecht ab. Auch Berlin schafft es nur auf Platz 369. Anders als etwa im Ruhrgebiet sind in der Hauptstadt zumeist Start-ups und kleinere Firmen angesiedelt, aber kaum zahlungskräftige Großkonzerne. Was sich zusätzlich negativ bemerkbar macht: die teuren Mieten.

Auch Teile Süddeutschlands stehen beim Verhältnis zwischen Gehalt und Lebenshaltungskosten schlecht da. Bayerns Landeshauptstadt München mit seinen exorbitanten Mietpreisen landet im Ranking der zehn größten Städte gar auf dem letzten Platz. Vom durchschnittlichen Nettogehalt von gut 40.000 Euro bleiben dort unterm Strich gerade mal 3000 Euro.

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