Soziale Studiengänge: Hochschulen & Kosten im Vergleich

Sie unterstützen Kinder mit Sprachproblemen, helfen Jugendlichen bei Konflikten oder stehen Erwachsenen bei der Weiterbildung zur Seite: Menschen, die einen sozialen Beruf ausüben, leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Kein Wunder also, dass soziale Studiengänge beliebt sind. Doch welcher ist der richtige? 

Sarah Wagner | 25.08.2021
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Zahlreiche Studiengänge befassen sich mit sozialen Themen. Oft verbindet ein Fach auch verschiedene Teilbereiche aus dem Sozialwesen. 
  • Sowohl private als auch staatliche Einrichtungen bieten verschiedene soziale Studiengänge an. 
  • Für den späteren Beruf im sozialen Bereich sollten Absolventen vor allem empathisch, kontaktfreudig und kommunikativ sein. 

Sie unterstützen Kinder mit Sprachproblemen, helfen Jugendlichen bei Konflikten oder stehen Erwachsenen bei der Weiterbildung zur Seite: Menschen, die einen sozialen Beruf ausüben, leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Kein Wunder also, dass soziale Studiengänge beliebt sind. Doch welcher ist der richtige? 

Bei allen sozialen Studiengängen steht der Umgang und die Arbeit mit Menschen im Vordergrund, doch es gibt auch Unterschiede. Ob der Fokus des Studiengangs auf dem Bereich Erziehung, Bildung oder Therapie liegt, hängt ganz von den Interessen der Studierenden ab. 

Wer bekommt eine Zulassung zum Studium im sozialen Bereich? 

Bewerber mit Abitur oder fachgebundener Hochschulreife können für einen sozialen Bachelorstudiengang zugelassen werden. Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung und Arbeitserfahrung vorweisen kann, hat bei vielen Hochschulen ebenfalls gute Chancen. Je nach Anbieter können sich auch Bewerber mit Fachhochschulreife, dem so genannten Fachabitur, einem Meisterbrief oder einer abgeschlossenen Fortbildung auf einen sozialen Studiengang bewerben. 

Die Zulassungsvoraussetzungen sind allerdings für jeden Studiengang und jede Einrichtung individuell. Studieninteressierte sollten sich vorab genau über die jeweiligen Bestimmungen informieren. Manchmal wird beispielsweise ein bestimmtes Englischniveau vorausgesetzt. 

Für den Master gelten erneut andere Voraussetzungen. Ein erster berufsqualifizierender Abschluss in einem vergleichbaren sozialen Studiengang ist in der Regel Grundvoraussetzung. 

Wem fallen soziale Studiengänge leicht?

Für die spätere Tätigkeit im Sozialwesen sollten Studierende vor allem Spaß und Freude am Umgang mit Menschen haben. Kontaktfreudige, kommunikative und geduldige Menschen werden es im Berufsalltag leichter haben. Eine gewisse Sozialkompetenz und organisiertes sowie selbstbewusstes Auftreten können in einem sozialen Beruf ebenfalls nicht schaden. 

So ist der Bachelor in sozialen Studiengängen aufgebaut

Die Studieninhalte der sozialen Studiengänge variieren je nach Studiengang. Es gibt jedoch ein paar Themen, die gleichermaßen in unterschiedlichen Studienfächern vorkommen wie beispielsweise Psychologie, Pädagogik und Soziologie. 

Je nach Studiengang kommen entsprechende Inhalte hinzu. Im Logopädiestudium liegt der Fokus beispielsweise auf Linguistik und Phoniatrie, also Sprach- und Sprechproblemen. Typische Inhalte eines Sozialpädagogikstudiums wiederum sind Recht, Inklusion oder Themen aus dem Bereich Erziehungswissenschaften. 

Wer sich für das Studium der Sonderpädagogik interessiert, kann sich auf Lehrinhalte wie geistige und soziale Entwicklung, Lehren und Lernen sowie Diagnostik einstellen. Soziale Arbeit wiederum beinhaltet Themen aus dem Sozialwesen, dem öffentlichen Recht und der Betriebswirtschaft. Im Studium der Erziehungswissenschaften werden verschiedene Bildungskonzepte erarbeitet und Studierende befassen sich im Allgemeinen mit den Themen Erziehung und Bildung.  

In der Regel schließt ein Studium im sozialen Bereich mit dem Abschluss Bachelor of Arts ab. Die Regelstudienzeit beträgt dabei je nach Studiengang sechs bis sieben Semester. Besonders in dualen Studienmodellen liegt der Fokus auf praktischen Elementen. Doch auch in einem klassischen Vollzeitstudium wird in sozialen Studiengängen Wert auf einen hohen Praxisanteil gelegt. Wer beispielsweise Logopädie oder soziale Arbeit studiert, kann sich auf diverse Projekte einstellen oder wird im Laufe des Studium ein Praxissemester absolvieren. 

Für wen lohnt sich der Master in sozialen Studiengängen?

Ein Masterstudium bietet immer eine zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeit. Studierende werden Experten auf ihrem Gebiet, können sich für höhere Aufgaben und besser bezahlte Jobs qualifizieren. 

Je nach Studiengang und fachspezifischem Schwerpunkt kann am Ende des Studiums ein Abschluss als Master of Arts oder Master of Education stehen. Sonderpädagogik lässt sich auch auf Lehramt studieren, sodass Studierende anschließend an das Masterstudium ihr Staatsexamen ablegen können. 

Mögliche Schwerpunkte oder vertiefende Inhalte der sozialen Studiengänge sind: 

  • Inklusion 
  • Medienpädagogik 
  • Management 
  • Forschung 
  • Gender Studies 

Auch zu einem Masterstudium im sozialen Bereich gehören Praxisphasen und Praktika. Zudem werden viele Masterstudiengänge berufsbegleitend angeboten, um Personen, die im Sozialwesen tätig sind, eine Möglichkeit der Weiterbildung zu bieten.

Wer bietet soziale Studiengänge an?

Die Auswahl an sozialen Studiengängen ist groß, dementsprechend groß ist auch die Zahl der Anbieter. Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die fünf bekanntesten sozialen Studiengänge und jeweils drei staatliche oder private Hochschulen, die sie anbieten.  

Wichtig: Es gibt verschiedene Studienmodelle, die zur Auswahl stehen: Vollzeit, Teilzeit, berufsbegleitend oder dual. So lässt sich das Studium individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Berufstätige haben dadurch die Möglichkeit, sich neben ihrem Job weiterzubilden. Das duale Studium eignet sich für alle, die bereits während des Studiums praktische Erfahrungen sammeln wollen. Hier wechseln sich Praxisphasen im Betrieb mit Theoriephasen in der Hochschule zu gleichen Teilen ab. Außerdem gibt es für das duale Studium Geld.    

Was kostet ein Studium im sozialen Bereich?

Die Kosten für ein Studium im Sozialwesen können sehr unterschiedlich ausfallen. Staatliche Unis oder Hochschulen erheben zwar keine Studiengebühren, dennoch fällt pro Semester ein Beitrag an, mit dem beispielsweise ein Bahnticket finanziert wird.

An der Uni Köln zahlen Studierende um die 287 Euro, die Universität Bielefeld erhebt einen Semesterbeitrag in Höhe von 317 Euro und Studierende der TU Dresden müssen für das Wintersemester 2021/22 knapp 290 Euro überweisen (Websites der Universitäten, Stand: 23. September 2021). Der Beitrag wird jedes Semester neu berechnet. 

Private Hochschulen erheben für das Studium dagegen Gebühren, doch auch hier gibt es erhebliche Unterschiede. Entscheidend ist das Studienmodell, für das sich der Studierende entscheidet. Belegt er oder sie beispielsweise den Studiengang soziale Arbeit an der IU Internationalen Hochschule, übernimmt der jeweilige Praxispartner die kompletten Studiengebühren. Einige Unternehmen vergeben sogar eine zusätzliche Vergütung. 

Für das gleiche Studium in Vollzeit müssen Studierende an der Hochschule Fresenius je nach Standort mindestens 545 Euro pro Monat zahlen. Wer sich für einen sozialen Studiengang interessiert, sollte sich daher vorab genau überlegen, welches Studienmodell zu ihm passt und ob er oder sie sich das Studium an einer privaten Einrichtung leisten kann.  

Karrierechancen und Gehalt nach Abschluss 

Die Einsatzbereiche für Absolventen eines sozialen Studiengangs sind sehr vielfältig. In Einrichtungen wie Jugendzentren, Kindergärten und Förderschulen werden stets qualifizierte Fachkräfte aus dem Sozialwesen gesucht. Je nach Fachgebiet zieht es Absolventen in die Erwachsenenbildung, Beratungsstellen oder Freizeiteinrichtungen. Auch Krankenhäuser und Rehakliniken kommen als Arbeitsorte in Frage. 

Logopäden haben zudem die Option in die Selbständigkeit zu gehen und eine eigene Praxis zu eröffnen. Der Schritt in die Forschung bietet sich zusätzlich für viele Absolventen sozialer Studiengänge an. So können sie neue Konzepte entwickeln, Methoden erforschen oder auch in die Lehre an Hochschulen gehen. 

Häufig gestellte Fragen zu sozialen Studiengängen

Was brauche ich, um einen sozialen Studiengang zu studieren?

Wer soziale Arbeit, Sozialpädagogik oder einen anderen sozialen Studiengang anstrebt, sollte in erster Linie Freude am Umgang mit Menschen haben. Die Zulassungsvoraussetzungen sind für jeden Studiengang und jede Einrichtung individuell. 

Wie schwer ist es soziale Studiengänge zu studieren?

Soziale Studiengänge sind oft eine Kombination aus Theorie und Praxis. Wer sich in beiden Disziplinen wohlfühlt, wird es im Studium deutlich leichter haben. 

Kann ich Studiengänge im sozialen Bereich ohne Abitur studieren?

Wer heutzutage ohne Abitur ein Studium aufnehmen möchte, hat gute Chancen. Das Abitur ist an diversen Hochschulen längst keine Pflicht mehr.