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Stimmung am Arbeitsplatz Wie zufrieden Arbeitnehmer wirklich sind

Die Jobumgebung und Unternehmenskultur wirken sich auf das Wohlgefühl der Beschäftigten aus: Jeder Vierte kommt am Arbeitsplatz damit schlecht zurecht, zeigt eine Studie.

Von Anne Koschik |

Unzufriedenheit im Job macht sich breit. Rund 25 Prozent der Beschäftigten sind in ihrem aktuellen Job unzufrieden. Wunsch und Wirklichkeit driften zu sehr auseinander. Das ist das Ergebnis einer Xing-Studie unter rund 1000 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Gründe hierfür sind so vielfältig und individuell wie die Menschen und deren Bedürfnisse. Allerdings wird deutlich, dass die Zufriedenheit der Mitarbeiter von der Jobumgebung abhängig ist und sie dann zufrieden sind, wenn sie sich willkommen fühlen und sie selbst sein können.

Respekt sowie ein fairer Umgang im Unternehmen sind für 98 Prozent der Befragten der wichtigste Faktor, der im Job für Zufriedenheit sorgt.

Fast genauso wichtig sind Wertschätzung für die Arbeit und Leistung, ein faires Gehalt sowie Spaß bei der Arbeit. Alle diese Aspekte erreichen Werte von mehr als 90 Prozent auf der Wunschliste.

Zu wenig Respekt und Wertschätzung

Doch viele Arbeitnehmer werden enttäuscht. Ihre Wünsche finden in der Realität keine Erfüllung. Nur knapp die Hälfte der Befragten gab an, respektvoll behandelt zu werden.

Ein fast gleich großer Anteil fühlt sich hingegen wertgeschätzt. Was sich auszahlt: Die Arbeit macht diesen Mitarbeitern Spaß.

Auf ihre Vergütung angesprochen, zeigen sich die meisten gut bedient: Jeder Sechste empfindet sein Gehalt zumindest als fair.

Weniger wichtig als gedacht sind Arbeitnehmern die vielzitierten Benefits. Mehr als 23 Prozent der befragten Umfrage-Teilnehmer legen keinen Wert auf Obst und ähnliche Aufmerksamkeiten des Unternehmens. Ein Viertel hat auch kein Interesse an Gesundheitsvorsorge.

Zu wenig Rücksicht auf Individualität

Für eine größere Zufriedenheit der Angestellten sorgen hingegen die Kollegen und das Verhältnis zu diesen. Fast drei Viertel der Befragten bewerten dieses als sehr gut.

Interessant ist, dass sich viele Arbeitnehmer im Job offenbar verstellen und eine Rolle spielen. Mehr als 40 Prozent gaben das an und behaupten von sich, dass es ein privates sowie ein berufliches Ich von ihnen gäbe. Fast zwei Drittel der Befragten würde sich aber gerne beruflich wie privat gleich verhalten.

Doch das ist in vielen Unternehmen offenbar nicht gewünscht. Vier von Zehn gaben an, die eigene Meinung nicht äußern zu dürfen. Fast ebenso viele haben zumindest den Eindruck, ihr Arbeitgeber sähe sie nicht als Individuum. Und 36 Prozent glauben, dass das Zeigen von – vor allem negativen – Emotionen nicht erwünscht ist.

Forderung nach mehr Eigenverantwortung und zwischenmenschlicher Interaktion

Dem New-Work-Gedanken kommen diese Erkenntnisse nicht zugute. „Arbeit ist da ein Ort der Entfaltung, wo Menschen mit ihren Fähigkeiten und Potenzialen im Mittelpunkt stehen. Menschen wollen im Job nicht Teil eines Systems sein, in dem sie Rollen spielen müssen, sondern Wertschätzung als Individuen erfahren“, sagt Xing-Geschäftsführerin Sabrina Zeplin.

Worauf es ankommt, zeigen diese Ergebnisse: Können Menschen selbstbestimmt arbeiten beziehungsweise Entscheidungen treffen (69 Prozent), einen Job machen, der ihnen Spaß macht (63 Prozent) oder auch ihre Persönlichkeit durch ihr Styling oder. ihre Kleidung zeigen (58 Prozent), führt dies dazu, dass sie nicht das Gefühl haben, eine Rolle spielen zu müssen.

Die emotionale, zwischenmenschliche Interaktion im Arbeitsleben gewinnt laut der Xing-Studie an Bedeutung – insbesondere vor dem Hintergrund des dynamisch verlaufenden technologischen Wandels.

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