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Soziale Netzwerke

Suche nach Talenten: Headhunter surfen bei Xing

Astrid Dörner
Gute Leute müssen keine Stellenanzeigen lesen - die Jobangebote kommen zu ihnen. Zum Beispiel über Online-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn. Doch wer die Personaler auf sich aufmerksam machen will, sollte ein paar Regeln beachten.
Achtung! Headhunter auf Online-JagdFoto: © rolphoto - Fotolia.com
Was machen Personaler, wenn sie eine Stelle zu besetzen haben? Sie surfen immer öfter in Online-Netzwerken wie Xing, StudiVZ oder dem englischsprachigen LinkedIn. Denn dort, wo es in erster Linie darum geht, Geschäftskontakte zu knüpfen und Freunde wiederzufinden, tummelt sich eine besondere Spezies von Kandidaten: die "passiven Bewerber". Ihr Merkmal: Sie haben bereits eine passable Stelle - doch wenn ein besseres Angebot käme, wären sie schnell bereit, den Arbeitgeber zu wechseln. Was sie so begehrt macht? "Sie sind meist die qualifiziertesten und talentiertesten", erklärt Armin Trost, Professor für Human Resource Management an der Hochschule Furtwangen. Dabei suchen Personaler nicht nur Führungskräfte. Auch Hochschulabsolventen und Mitarbeiter mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung stehen auf ihrer Liste.Wenn Personalabteilungen selbst wenig Zeit für diese aufwändige Art der Kandidatensuche haben, lagern sie diese Arbeit an Personalberater aus. Die Agentur TMP bekommt im Jahr etwa 260 solcher Aufträge von Personalabteilungen. Dabei durchforsten sie nicht nur die Netzwerke, sondern auch klassische Datenbanken wie monster.de und Nischenbörsen wie automotive-job.net oder ingenieurkarriere.de. Solche Datenbanken haben jedoch einen Nachteil: Wer sich einträgt, signalisiert unmissverständlich, dass er einen neuen Job will.

Die besten Jobs von allen

Bei Xing & Co. steht dagegen das Knüpfen und die Pflege von Kontakten im Vordergrund. Die Jobsuche ist nur ein Aspekt. "Das führt dazu, dass die Atmosphäre lockerer ist", sagt Völke. "Außerdem sieht man auch, welche Kontakte die Kandidaten haben. Das kann in Branchen wie Vertrieb und Medien eine interessante Information sein." Die besten Chancen, gefunden zu werden, hat - ähnlich wie bei Internet-Suchmaschinen -, wer in der Ergebnisliste weit oben erscheint.Bei Xing werden pro Suche maximal 300 Mitglieder angezeigt, immer zehn pro Seite. "Ganz oben landen diejenigen, bei denen die relevanten Suchbegriffe am besten verteilt im Profil genannt werden", sagt Netzwerk-Coach Michael Rajiv Shah. In Seminaren zeigt er Xing-Mitgliedern, wie sie ihr Profil optimieren. Doch das allein reicht nicht. Viele Personaler bevorzugen ausführliche Profile, in denen das Mitglied auch ein Foto von sich zeigt. "Ich glaube, vielen ist noch nicht bewusst, dass sie eher angesprochen werden, wenn sie viel von sich preisgeben", sagt Simone Siebeke, Personalleiterin der Kosmetiksparte bei Henkel.Bei Mustafa Sancar hat es geklappt, er verdankt seinen Jobwechsel der Mitgliedschaft bei Xing. Der 32-Jährige war zwei Jahre lang Vertriebsleiter bei der E-Plus-Tochter Ay Yildiz - bis im Mai vergangenen Jahres der Anruf einer Headhunterin kam. Sie habe sein Profil gesehen und wolle ihm eine Stelle anbieten. Minuten später schickte sie ihm weitere Infos in sein Xing-Postfach. "Ich war eigentlich zufrieden mit meiner Arbeit bei E-Plus, aber ich wusste: Irgendwann muss ich mich entscheiden, wo ich den nächsten Karriereschritt machen will", sagt Sancar. Das Angebot passte gut in die Karriereplanung des Wirtschaftswissenschaftlers: Die Oldenburger Telefongesellschaft Ewe Tel suchte einen Vertriebsleiter. Heute führt er ein Team von 18 Leuten, das bis Ende des Jahres auf 33 aufgestockt werden soll. Bei E-Plus war er für fünf Kollegen zuständig.

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