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Einmalige Chance

Schreiben Sie Ihr Zeugnis doch selbst!

Teil 2: Verhalten am Arbeitsplatz

Allen Floskeln zum Trotz ­

Bewerber sollten sich mit freien Formulierungen zurückhalten. Kleine Wortumstellungen haben mitunter große Wirkung. "Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets einwandfrei" ist beispielsweise eine sehr gute Bewertung. "Sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war einwandfrei" hingegen legt nahe, dass dem Mitarbeiter sein Verhältnis zu den Kollegen wichtiger war als das zu den Vorgesetzten.
Details mit AugenmaßGrößeren Spielraum gibt es bei der Beschreibung der Tätigkeit. Standard ist hier fehl am Platze. Gängige Praxis ist, dass bei Mitarbeitern mit wenig Berufserfahrung alle ihre bisherigen Aufgaben aufgelistet werden. Fatal jedoch, wenn das bei altgedienten Führungskräften noch so wäre. Hier gilt: Bei längeren Beschäftigungsverhältnissen sollte auf jeden Fall eine Weiterentwicklung erkennbar werden.

Der Zeugnis-Check durch einen Karriereberater kostet zwischen 15 und 150 Euro. Arbeitsrechtliche Fragen dürfen offiziell nur Juristen beantworten. Sie verlangen je nach Bruttogehalt des Kunden zwischen 40 und 220 Euro.


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Nachbessern erlaubtSelbst wenn der Arbeitgeber das Zeugnis eigenhändig verfasst hat, sind noch Änderungen möglich. Wer mit seiner Beurteilung nicht zufrieden ist, sollte sich trauen, den Chef darauf anzusprechen. "In der Regel ist der zum Verhandeln bereit", sagt Personalexperte Schiller, "es sei denn, man hat sich im Streit getrennt." Auch wenn der Schritt unangenehm sein mag ­ ein schlechtes Zeugnis zu akzeptieren kann bedeuten, dass sich die Jobsuche verlängert. Lässt sich an einem verpatzten Zeugnis nicht mehr rütteln, ist es zuweilen sogar besser, es ganz unter den Tisch fallen zu lassen. Stefan P. hat sich schweren Herzens dazu durchgerungen. Die schlechten Arbeitszeugnisse ­ - jene "ohne Tadel" -­ hält er fortan unter Verschluss. Da sie nur kurze Stationen betreffen oder in grauer Vergangenheit liegen, fällt dies nicht so auf. Und für die Zukunft hat der Ingenieur sich vorgenommen, darauf zu achten, dass seine Zeugnisse wirklich "ohne Tadel" sind.

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