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Foto: Absolventenkongress
Bewerbermessen: Richtige Vorbereitung

Kraft tanken für einen selbstbewussten Auftritt

Teil 2: Eine Minute Zeit

Selbstpräsentation üben

Deswegen heißt es nun, die Selbstpräsentation einzustudieren. Zunächst sollte sich der Bewerber klar darüber werden, was er im Unternehmen erreichen möchte. "Zweifel, ob der Job auch wirklich der richtige ist, sollten nicht ausgesprochen werden", betont Karriereexperte Hesse. "Es ist hingegen wichtig zu zeigen, dass man sich schon länger mit dem Unternehmen beschäftigt und dass man zu den besten Bewerbern gehört. Denn kluge und gute Absolventen sind rar."
Kurzum: Zur mündlichen Ein-Minuten-Präsentation gehören laut Hesse:
• sich mit Vor- und Nachnamen vorstellen 
• erklären, was man dem Unternehmen bieten kann 
• erklären, wie man funktioniert: Kompetenz, Leistungsmotivation, Persönlichkeit (Charaktermerkmale)

Bei allem Glanz, den man über sich verbreite, dürfe man aber nie den Neid des Gegenübers provozieren, warnt Hesse. "Die richtige Formel ist, glaubwürdig und sympathisch zu erscheinen." Zum Beispiel könne ein Bewerber gerne sagen, dass er in Mathe und Physik eine Eins habe, im Anschluss sei es aber ratsam hinzuzufügen: "Nicht, dass Sie denken, ich sei ein Streber. Dafür muss ich mich in Sprachen wesentlich mehr anstrengen."

Es ist geschickt, sich die Ein-Minuten-Präsentation ein paar Mal laut vorzusagen. Das schafft Sicherheit.

Wer bin ich?

Wichtig sei vor allem, die eigene Persönlichkeit "positiv, angemessen und überzeugend zu positionieren", betont Selbstpräsentations-Expertin Knieling. "Gute Noten rücken dann plötzlich in den Hintergrund." Sie sind nicht das, was dem Personaler im Gedächtnis bleibt, sondern "das Gesamtpaket der Persönlichkeit", so Knieling. Frühzeitig sollten sich die Bewerber daher mit ihrer eigenen Lebenseinstellung beschäftigen, herausfinden, was sie wollen und was nicht, sich eigene Meinungen zu Themen im Leben bilden, mutig Dinge ausprobieren, stolz auf kleine Erfolge sein und vor allem wieder zwischenmenschlich kommunizieren – "ohne Internet und Smartphone", empfiehlt sie.

Im Idealfall sollte der Bewerber vor der Messe noch ein kurzes Telefonat mit dem Unternehmen führen und dort erfragen, wer die richtigen Kontaktpersonen sind und welche Unterlagen konkret erwartet werden. So vorbereitet, kann kaum noch etwas schief gehen.

Energie tanken

Es sei denn, der Bewerber will zu viel: Maximal drei Unternehmen sollte er ins Visier nehmen – "mit großzügigem zeitlichen Abstand", empfiehlt Persönlichkeitscoach Knieling, denn "Qualität steht vor Quantität". Dazwischen sei es wichtig, an die frische Luft zu gehen und schnelle positive Energie zu tanken. Das funktioniert so: Die Arme mit Schwung nach oben werfen, tief atmen und ganz wichtig: "lächeln und jubeln – egal wie das Gespräch zuvor verlaufen ist. Das sorgt für Glückshormone!"

Erst danach solle man das Gespräch Revue passieren lassen, sich ein paar Notizen machen, um sich später an das Gespräch erinnern zu können und ein wenig umherspazieren, bevor es mit dem nächsten terminierten Gespräch weitergeht.

 

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