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Foto: Absolventenkongress
Bewerbermessen: Richtige Vorbereitung

Kraft tanken für einen selbstbewussten Auftritt

Anne Koschik
Wer sich auf Bewerbermessen geschickt präsentiert, hat schon den (schw)ersten Schritt in den neuen Job geschafft.
Der Termin für die Jobmesse steht schon lange im Kalender und Sie lassen ihn ruhig auf sich zukommen?

Schon falsch! "Bewerber müssen ein Bewusstsein dafür entwickeln, sich vorbereiten zu müssen. Das ist wichtig", sagt Jürgen Hesse, Geschäftsführer des Büros für Berufsstrategie Hesse/Schrader. Das beginnt damit, die Ausstellerliste zu checken: Welche Branche interessiert mich? Welche Unternehmen sind vertreten? In welchem Unternehmen könnte ich mir vorstellen zu arbeiten?

Anmeldung nicht vergessen

Dann heißt es loszulegen! Ist es erforderlich, sich bei der Messe anzumelden? Dies sollte innerhalb der angegebenen Anmeldefrist geschehen. Und einmal online, kann der Bewerber die Gelegenheit gleich nutzen und auf den Karriereseiten der anvisierten Unternehmen nachschauen, für welche Stellen Vakanzen bestehen. So kann er sich gezielt überlegen, wie er sich für den ausgeschriebenen Job am geschicktesten präsentiert.

Bewerbungsunterlagen anfertigen

An erster Stelle steht jetzt, die Bewerbungsmappe fertigzustellen: Neben Lebenslauf, ansprechendem Foto, Zeugnissen und möglichen Arbeitsproben ist das Anschreiben das Wichtigste. Es sollte einen Bezug des Bewerbers zum neuen Job herstellen und verdeutlichen, warum der Bewerber gerade für diesen Job so passend ist.

Die kompletten Bewerbungsunterlagen sollten in ansprechender Form und dreifacher Ausführung für den "Messeauftritt" vorliegen. Außerdem rät Karriereexperte Hesse, "auch eine Kurzversion in mehreren Varianten zur Hand zu haben: als einfache DinA4-Seite, als gedruckten Flyer sowie als Visitenkarte im DinA5 Format". Neben den üblichen Personal- und Kontaktdaten sowie dem Foto sollten alle diese Kurzversionen Aufschluss über den Bildungsgrad ( Abitur, Studium, Absolvent) und die Ziele des Bewerbers enthalten.

Eine Typfrage

Die Vorbereitung ist ein hartes Stück Arbeit – und jeder Bewerber, der nun denkt, er könne jetzt beruhigt losmarschieren, irrt. Es reicht nicht, auf der Messe nur eine Spur seiner selbst in Form gedruckten Papiers zu legen. Einen bleibenden Eindruck beim Personaler hinterlässt nur derjenige, der auch etwas zu sagen hat. Und zwar über sich selbst! Manchen fällt das leichter, wenn sie "kommunizieren können, mit beiden Beinen im Leben stehen und es verstehen, sich angemessen in Szene zu setzen", sagt Anna-Maria Knieling. "Leider gibt es von denen viel zu wenig!"

Bei ihrer Arbeit als Persönlichkeitscoach hat sie beobachtet, dass die nachwachsende Generation zunehmend Probleme damit hat, sich richtig zu präsentieren. Grund dafür sei, dass Smartphones und Internet den Alltag beherrschten und die kommunikative Entwicklung und persönlichen Eigenschaften beeinträchtigten. "In der heutigen Zeit muss vielleicht eher von einem Persönlichkeitsmangel als von einem Fachkräftemangel gesprochen werden", sagt Knieling.
 

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