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Kampf um Ausbildungsplätze
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Ausbildungsplätze

Deutsche Azubis bevorzugt

Teil 2: Wo die Bewerberzahlen einbrechen

Die besten Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben Ausländer unabhängig vom Schulabschluss in Mecklenburg-Vorpommern. 89 Prozent der ausländischen Bewerber beginnen dort eine vollqualifizierende Ausbildung – von den deutschen Altersgenossen gelingt dies nur 84 Prozent. Erheblich schlechtere Chancen haben Jugendliche ohne deutschen Pass in Bremen: Nur 41 Prozent von ihnen können in der Hansestadt direkt eine Ausbildung beginnen (Deutsche: 74 Prozent).

Ostdeutsche Unternehmen bilden kaum noch aus

Laut der Studie gibt es auch regionale Verlierer im bei der Lehrstellensuche: Die Ausbildung in Unternehmen oder an Berufsschulen büßt vor allem im Osten Deutschlands immer mehr an Bedeutung ein. Auch die Bewerberzahlen brechen dort dramatischer ein als in anderen Teilen Deutschlands. Das Problem sind die fehlenden jungen Menschen, ein ungebrochener Trend zum Studium und freie Stellen, die nicht zu Bewerbern passen.

Insgesamt ist demnach das Angebot an Plätzen im Osten zwischen 2007 und 2013 um fast 40 Prozent geschrumpft. Die Zahl der Bewerber sank um 47 Prozent. Der demografische Wandel schlage im Osten noch stärker zu als im Westen, erklären die Experten der Stiftung. So sei die Bevölkerung im besonders ausbildungsrelevanten Alter zwischen 15 und 24 Jahren im Osten in den letzten zehn Jahren um ein Drittel geschrumpft, im Westen war der Rückgang mit unter 20 Prozent weniger dramatisch. "Von den Jugendlichen, die übrig bleiben, wollen immer mehr Abitur machen und studieren", sagte Clemens Wieland, Bildungsexperte der Bertelsmann-Stiftung.

Schlechte Quote bei Kleinstbetrieben

Im Osten fällt zudem besonders stark ins Gewicht, dass gerade kleine Betriebe sich zunehmend aus der Ausbildung zurückziehen. Von den Unternehmen mit maximal fünf Mitarbeitern haben etwa in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen weniger als fünf Prozent überhaupt noch Lehrlinge. In den westlichen Bundesländern ist die Quote bei den Kleinstbetrieben auch rückläufig aber immerhin doppelt so hoch.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 09.12.2015
 

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