Architektur studieren: Voraussetzungen, Kosten & Hochschulen

  • 5 Universitäten
  • 2 B.Eng. Studiengänge, 2 B.A. Studiengänge, 1 M.Sc. Studiengang
  • Berufsbegleitend, Vollzeit
  • 36 - 42 Monate
Architektur Studium
  • Überblick
  • Studiengänge (5)

Über Architektur studieren: Voraussetzungen, Kosten & Hochschulen

Architekten können nicht nur Wohnhäuser, öffentliche Gebäude, Industriebauten oder Anlagen planen, entwerfen und gestalten, sondern befassen sich auch mit technischen, baukünstlerischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten ihrer Arbeit. Dies ist gerade für die Konzeption und Gestaltung von Innenräumen wichtig. Aber auch die Instandhaltung und Sanierung von Baudenkmälern fällt in ihren Aufgabenbereich. Daher sind umfangreiche Kenntnisse im gestalterischen und kunstgeschichtlichen Bereich für einen Architekten unabdingbar. Zudem besitzt er eine beratende Funktion gegenüber seinen Auftraggebern in punkto Entwurf und Kostenplanung. Um eine Baugenehmigung für seine Kunden zu erhalten, muss er sich zusätzlich mit Gesetzen und Vorschriften auskennen. Das Architekturstudium verknüpft klassische Ingenieurwissenschaften mit einer klassischen Kunstform. Es vermittelt Studierenden umfangreiche Kenntnisse zu den Themenbereichen Baukonstruktion, Bauphysik, Bauzeichnen sowie zu allen relevanten rechtlichen und ökologischen Gesichtspunkten ihrer Arbeit. Besonders wichtig bei der Planung des Studiums ist die sogenannte Kammerfähigkeit. Jeder Architekt, der diese Berufsbezeichnung offiziell führen möchte, muss sich bei der Architektenkammer des jeweiligen Bundeslandes registrieren lassen. Dafür ist eine gewisse Mindeststudiendauer erforderlich.

Wo man Architektur studieren: Voraussetzungen, Kosten & Hochschulen studieren kann

Architektur studieren: Voraussetzungen, Kosten & Hochschulen - 9 Tipps

  • Das Wichtigste in Kürze 

    • Der Studiengang Architektur eignet sich für Bewerber, die neben Kreativität und Disziplin auch über ein gutes technisches, naturwissenschaftliches und wirtschaftliches Verständnis verfügen. Die Fähigkeit, abstrakt und räumlich zu denken, sowie eine gewisse künstlerische Begabung, runden das Profil des Bewerbers ab.
    • Das Architekturstudium wird von vielen Universitäten und staatlichen wie privaten Fachhochschulen angeboten. Es kann als Vollzeitstudium in Präsenz, Fernstudiengang oder auch als duales Studium absolviert werden.
    • Angehende Architekten finden in Architekturbüros, der Bauverwaltung, bei Baugesellschaften, Baufirmen oder im Bereich Multimedia Design eine Anstellung.
  • Wer bekommt eine Zulassung zum Studiengang Architektur?

    Staatliche Universitäten setzen für den Studiengang Architektur zumeist das Abitur voraus, staatliche Fachhochschulen das Fachabitur oder das Abitur. Die Studienplatzvergabe erfolgt dabei oft über einen Numerus Clausus (NC). Das bedeutet, dass ein bestimmter Notendurchschnitt im Abschlusszeugnis notwendig ist, um zum Studium zugelassen zu werden. Dieser unterscheidet sich von Hochschule zu Hochschule, grundsätzlich hat man mit einem Abitur oder Fachabitur mit einem besseren Schnitt als 3,0 (Quelle: studycheck.de; Stand 03.02.2022)
    jedoch gute Chancen auf einen Studienplatz. Auch das Einreichen oder Ableisten praktischer Aufgaben als Zulassungsbedingung ist nicht unüblich.

    Private Hochschulen wie die Internationalen Hochschule (IU) lassen auch Bewerber mit fachgebundenem Abitur, Meisterbrief oder einer Aufstiegsfortbildung zu. Zusätzlich ist ein Studium nach einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung mit anschließender mehrjähriger Berufsausübung möglich.

    An der Alanus Hochschule in Bonn wird man mit einer allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife zugelassen. Bewerber, die über eine Fachhochschulreife verfügen, können eine zusätzliche Eignungsprüfung ablegen, um zum Studium zugelassen zu werden. Auch eine berufliche Qualifikation oder ein Nachweis über ein bereits abgeschlossenes Hochschulstudium dienen hier als Zugangsvoraussetzung. Mit einer zusätzlichen Aufnahmeprüfung stellt die Alanus Hochschule sicher, dass Bewerber fachlich geeignet sind. Ein sechswöchiges Vorpraktikum im Baugewerbe wird ebenfall vorausgesetzt.

    Wer neben dem Studium bereits ins Arbeitsleben starten will, kann auch ein duales Studium absolvieren.

  • Wem fällt der Studiengang Architektur leicht?

    Wer Architektur studieren möchte, sollte kreativ und diszipliniert sein. Da das Studium viele verschiedene Fachbereiche miteinander verknüpft, ist ein gutes technisches, naturwissenschaftliches und wirtschaftliches Verständnis unabdingbar. Darüber hinaus sollten angehende Architekten über die Fähigkeit, abstrakt und räumlich denken zu können, verfügen. Wer zudem Mathematik beherrscht, ist klar im Vorteil, da Zahlen und Kostenkalkulationen ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Außerdem sollte man sich auf ein langes Studium einstellen, da ein Masterabschluss für den Eintritt ins Berufsleben oft vorausgesetzt wird. Besonders wichtig ist auch eine künstlerische Begabung, um die eigenen Ideen kreativ zu verbildlichen. Zeichnen und das Entwerfen von Modellen ist wichtiger Bestandteil des Studiums.

  • So ist der Bachelor Architektur aufgebaut

    Das Studium Architektur bietet vielfältige Inhalte. Es vermittelt künstlerische, technische und gestalterische Kompetenzen. Bautechnische Grundlagen sollen dazu dienen, die Umsetzbarkeit der kreativen Planung zu bewerten. Neben Modulen wie Gebäudekunde und Entwerfen stehen auch Fächer wie Bauphysik und Baustatik im Studienverlaufsplan, aber auch Inhalte aus den Bereichen Management und Kalkulation. Es ist wichtig, dass Architekten stets gut wirtschaften, da ihnen in der Regel nur ein begrenztes Budget für einen Auftrag zur Verfügung steht. Die meisten Hochschulen lehren zudem den richtigen Umgang mit computerbasierten Design-Programmen.
    Neben derlei theoretischen Inhalten wird an vielen Hochschulen auch praktisch gearbeitet. Studierende entwerfen und bauen, alleine oder in Gruppen, erste Modelle. Einige Studiengänge sehen darüber hinaus ein Praxissemester vo. Dort wird die Anwendung der gelernten Inhalte weiter vertieft. Der Praxisbezug des Studiums wird auch an der geforderten Bachelorarbeit deutlich, denn die ist an vielen Hochschulen nicht theoretisch ausgelegt, sondern ein anwendungsbezogenes Modellprojekt.

  • Für wen eignet sich der Master in Architektur?

    Der Masterstudiengang Architektur bietet sich für alle Bachelor-Absolventen des gleichnamigen Studiengangs an. Er ist Voraussetzung, um eigenständig als Architekt arbeiten zu können. Im Masterstudium werden bereits erworbenen Kenntnisse wissenschaftlich und methodisch vertieft.
    Im Masterstudium werden Fachbereiche wie Bauplanung oder ökonomisches Bauen vertieft. Aber auch Inhalte zu den Themengebieten Technik, Gestalten und Gesellschaft werden schwerpunktmäßig behandelt.

    Mögliche Module des Masterstudiengangs Architektur sind:

    • Architekturtheorie
    • Stadt/Land
    • Tragwerk
    • Methodisches Gestalten 
    • Ressourcenschonendes Planen und Bauen 
    • Gebäudelehre 
    • Projektentwicklung 
    • Bauen im Bestand
    • Diverse Projekte
  • Wer bietet den Studiengang Architektur an?

    Ein Architekturstudium ist nicht an jeder Hochschule möglich, dennoch gibt es eine große Auswahl an unterschiedlichen Anbietern. Ein Studium ist sowohl an Universitäten als auch an staatlichen Hochschulen möglich. Eine weitere Option sind private Hochschulen, wie zum Beispiel die Alanus Hochschule in Bonn Alfter, oder Fernstudiengänge wie derjenige, den die Internationale Hochschule anbietet.

  • Was kostet der Studiengang Architektur?

    Die Kosten für ein Architekturstudium sind abhängig von der gewählten Hochschule, dem Standort und der Dauer der akademischen Ausbildung. Aufgrund der Mindeststudienzeit, die von der jeweiligen Architektenkammer vorausgesetzt wird, ist der Studiengang Architektur etwas teurer. Zudem kommen oft noch Materialkosten für Modelle und Projekte hinzu.
    Staatliche Universitäten und Hochschulen verlangen für das Studium einen sogenannten Semesterbeitrag, private Anbieter erheben dagegen in der Regel eine monatliche Gebühr. Diese variiert von Anbieter zu Anbieter. Fernstudiengänge sind dabei oft günstiger als ein Studium in Präsenz.

    Ein solches Präsenzstudium wird beispielsweise von der Alanus Hochschule in Bonn Alfter angeboten. Die Regelstudienzeit beträgt hier sechs Semester. Das Studium beginnt jeweils im September und kostet im Bachelor sowie im Master je 595 Euro monatlich. Zusätzlich fällt eine Gebühr von 300 Euro für die Immatrikulation an. Auch die Bachelor- oder Masterprüfung kostet einmalig 300 Euro. Dazu kommen noch Beiträge in Höhe von ungefähr 200 Euro pro Semester für das Verbundraum-Ticket. (Quelle: Alanus Hochschule; Stand 03.02.2022)

    Die IU bietet Architektur auch als Fernstudium an. Wenn man in Vollzeit studiert, kostet das Studium regulär 348 Euro im Monat. Bei einer Studiendauer von 48 Monaten beträgt die monatliche Gebühr 303 Euro, möchte man 72 Monate studieren, zahlt man 209 Euro. Im Kombistudium, einem Studium, das sowohl vor Ort als auch digital stattfindet, kostet das Studium 311 Euro monatlich und dauert 42 Monate (Quelle: Internationale Hochschule; Stand 04.02.2022).

    Tipp:
    Die Alanus Hochschule ermöglicht es angehenden Studierenden, einen Tag lang im Studiengang Architektur zu hospitieren. So können sich diese vor Ort mit anderen Studierenden austauschen und sich ein umfangreiches Bild von der Hochschule und dem Studiengang machen.
    An der IU können Studierende vier Wochen lang kostenlos auf Probe studieren. Entscheidet man sich dafür, das Studium fortzuführen, werden Gebühren fällig.

  • Karrierechancen und Gehalt nach Abschluss

    Der Studiengang Architektur bietet Absolventen vielfältige Wege für den Einstieg ins Berufsleben. Mit einem Bachelorabschluss haben Absolventen bereits den ersten Schritt zur Anerkennung der Berufsbezeichnung „Architekt/in“ gemeistert. So können sie nun beispielsweise in Architekturbüros arbeiten, dürfen allerdings noch nicht eigenständig tätig werden. Dazu wird der Masterabschluss sowie anschließende berufliche Praxis benötigt.

    Folgende Branchen sind potentielle Arbeitgeber für angehende Architekten:

    • Architekturbüros
    • Bauverwaltung (Bau-, Vertrags- und Planungsrecht)
    • Baugesellschaften / Unternehmen der Bauindustrie
    • Baufirmen (z. B. als Bauleiter mit Personalverantwortung)
    • im Bereich Multimedia Design, Animation und Video

    Architekten können hierbei in folgenden möglichen Tätigkeitsfelder arbeiten:

    • Bauleiter,
    • Projektmanager 
    • Projektentwickler

    Tipp:
    Besonders gefragt sind Architekten in den Bereichen Ökologisches Bauen und Energie- und Wärmespeicherung in Gebäuden.

    Das Brutto-Einstiegsgehalt eines Architekten mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung liegt bei 3.195 Euro im Monat. Je größer das Unternehmen, desto mehr verdient der Architekt auch. Bei einer Unternehmensgröße von bis zu 20.000 Mitarbeitern sind 5.128 Euro monatlich möglich. Im Durchschnitt verdienen Architekten in Mecklenburg-Vorpommern mit 2.939 Euro monatlich am wenigsten. Baden-Württemberg entlohnt Architekten dagegen am Besten: Hier ist ein durchschnittliches Bruttogehalt von 4.127 Euro möglich.
    (Quelle: gehalt.de; Stand 04.02.2022)

  • Häufig gestellte Fragen

    Was brauche ich, um Architektur zu studieren?
    Um Architektur zu studieren, braucht man eine Hochschulzugangsberechtigung. Das Studium erfordert viel Disziplin und einen langen Atem, denn der Weg zum zugelassenen Architekten ist relativ weit. Für ein erfolgreiches Studium sind neben einem naturwissenschaftlichen und technischen Interesse auch abstraktes Denken, Kreativität und künstlerische Begabung wichtig.

    Wie schwer ist es, Architektur zu studieren?
    Ein Architekturstudium ist anspruchsvoll. Man muss eine bestimmte Mindestanzahl an Semestern absolvieren und lernt dabei viele theoretische Inhalte, die dann handwerklich in der Praxis angewendet werden. Zu den Inhalten des Studiums zählen neben Wissenschaften wie Physik und Mathematik auch Ingenieurfächer und Kunst.

    Kann ich Architektur ohne Abitur studieren?
    Ja, das ist möglich, allerdings nur an staatlichen Fachhochschulen. Dort ist das Studium auch mit Fachabitur möglich. Niedrigere Zugangsbeschränkungen haben meist private Hochschulen. Dort reicht das fachgebundene Abitur, ein Meisterbrief oder eine Berufsausbildung mit Berufserfahrung zur Zulassung. Darüber hinaus ermöglichen manche Institutionen den Zugang zum Studium auch über einen Eignungstest, das Einreichen praktischer Aufgaben und Vorpraktika.