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Programme, Praktika und Engagement

Viele Wege führen ins Ausland

Nils Hille
Die Möglichkeiten, ein Auslandspraktikum zu ergattern, sind vielfältig. Ein Teil davon ist für Hochschüler aller Fachrichtungen zugänglich.
Erasmus und DAAD

Obwohl es das Praktikanten-Förder-Programm Erasmus seit vier Jahren besteht, haben 2010 darüber schon 4500 Studenten ein Praktikum in der EU, in Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Türkei absolviert. Als Unterstützung bekommen die Praktikanten 50 bis 400 Euro pro Monat für die Dauer von einem Viertel- bis zu einem ganzen Jahr. Zudem bietet der DAAD als deutsche Erasmus-Agentur Sprachkurse zur Vorbereitung an. Die Bewerbung erfolgt über die Hochschulen. Alle im Ausland absolvierten Leistungen werden im vollen Maße für das Studium anerkannt.
» eu.daad.eu 

Seit 2010 gibt es das DAAD-Programm Promos. Es soll die Mobilität deutscher Studierenden fördern und umfasst unter anderem Praktika in den Nicht-Erasmus-Ländern. Die Auslandsaufenthalte dürfen bis zu sechs Monaten dauern. Für die Förderung müssen sich die Hochschulen und nicht die Studenten bewerben. Damit will der DAAD die Strategien zur Internationalisierung der Einrichtungen unterstützen.
» www.daad.de/promos

Außenhandelskammern

Die Deutschen Auslandshandelskammern (AHK) bieten zwei Möglichkeiten an: Zum einen haben sie regelmäßig Praktikumsplätze an ihren eigenen Standorten zu vergeben. Diese dauern drei bis sechs Monaten und werden meist nicht vergütet. Zudem vermitteln die AHK Studenten im Hauptstudium auch Praktika in ausländische Unternehmen. Von Argentinien bis Vietnam bestehen in zahlreichen Ländern diese Möglichkeit. Hierbei fällt allerdings eine Vermittlungsgebühr an.
» www.ahk.de 

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Für Interessierte an Wirtschaft, IT und Entwicklungshilfe

Zudem gibt es mehrere Wege ins Ausland, die das Studium einer bestimmten Fachrichtung oder den Wunsch nach einem bestimmten Arbeitsfeld voraussetzen: Interessierte an Wirtschaft, IT und Entwicklungshilfe finden vergütete Praktika über die Studenten-Organisation Aiesec. Dazu müssen sich die Hochschüler vorab eine zeitlang bei einem Lokalkomitee der Organisation ehrenamtlich engagieren. Die Praktika finden oft an den ausländischen Standorten der Industriepartnern wie beispielsweise Microsoft, PricewaterhouseCoopers oder Coca Cola statt und dauern zwischen anderthalb und 18 Monaten. Der Kostenbeitrag der Bewerber liegt bei 350 Euro.
» www.aiesec.de

Für Natur- und Ingenieurwissenschaftler

Für Natur- und Ingenieurwissenschaftler sowie Studierende der Land- und Forstwirtschaft bietet sich das Programm Iaeste an. Die nach eigenen Angaben weltweit größte Praktikantenaustauschorganisation für diese Fachbereiche vermittelt Hochschüler aus 80 Ländern. Rund 600 deutsche Studenten gehen damit pro Jahr für ein bezahltes Praktikum in Unternehmen ins Ausland.
» www.iaeste.de

Natur-, Ingenieur- und Lebenswissenschaftler können über das Programm Rise weltweit ein Forschungspraktikum im Ausland bekommen. Das zunächst nur für ausländische Studenten geplante Angebot ist seit 2009 auch für deutsche Hochschüler zugänglich. Über eine Praktikumsbörse können sie weltweit Plätze in Forschungslaboren finden. Das Angebot richtet sich nur an Bachelor-Studenten und dauert bis zu drei Monate.
» www.daad.de/rise-programs

Arbeiten in internationalen Organisationen

Studenten, die sich für die Arbeit in internationalen Organisationen und EU-Institutionen interessieren, finden passende Angebote über das Carlo-Schmid-Programm. Zielgruppe sind Studenten mit besten Noten, die ihre Chancen auf eine Beschäftigung im internationalen Verwaltungsbereich verbessern möchten. Mindestens 650 Euro pro Monat und einen Reisekostenzuschuss bekommen die erfolgreichen Bewerber für ihr Praktikum. 
» www.daad.de/csp 


Weitere Praktikumsprogramme

• für Rechtswissenschaftler durch die Jura-Studentenvereinigung Elsa:
» www.elsa-germany.org

• für Medizinstudenten über die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland:
» www.bvmd.de/ausland

• für Zahnmediziner beim Zahnmedizinischen Austauschdienst:
» www.zad-online.com

• für Lehramtsstudenten vom Pädagogischen Austauschdienst:
» www.kmk-pad.org


Der Artikel wurde aktualisiert am 10.02.2013
 

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