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Damit das Arbeiten im fremden Land wirklich erfolgreich wird, ist gute Vorbereitung wichtig.
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Praktika-Kompaktpakete fürs Ausland

Gut vorbereitet nach Amerika oder Australien

Teil 2: Möglichkeiten zur finanziellen Förderung gibt es reichlich

All das verursacht Kosten, die noch zu anderen Ausgaben für An- und Abreise, Unterkunft und Lebenshaltung hinzugerechnet werden müssen. Wer ein Praktikum im Ausland macht, kann leider nicht unbedingt davon ausgehen, dass es vom Anbieter auch bezahlt wird. Um die drohende finanzielle Lücke zu schließen, gibt es einige Möglichkeiten sich fördern zu lassen.

Wenn das Praktikum im Zusammenhang mit dem Studium steht, können Studenten zum Beispiel Förderung durch Erasmus+ oder Auslands-Bafög bekommen. Beim Auslands-Bafög gelten dann auch andere Einkommensgrenzen, sodass auch Studenten, die sonst nicht Bafög-berechtigt sind, Anspruch auf Förderung haben können. Außerdem bieten zum Beispiel der DAAD und andere gemeinnützige Organisationen Stipendien an.

Vor dem ersten Tag des Praktikums ist es vor allem wichtig, sich über die kulturellen Gepflogenheiten im fremden Land informiert zu haben. Während die Unterschiede innerhalb Europas noch relativ gering sind, wird das umso wichtiger, wenn man sich in andere Kulturkreise begibt. Der DAAD bietet auf seiner Internetseite einen Überblick über das Leben in verschiedenen Ländern. Dort gibt es oft auch Erfahrungsberichte von Studenten, die im jeweiligen Land gearbeitet oder studiert haben.

Ein vorzeitiger Abbruch des Praktikums will gut überlegt sein 

Doch was machen Studenten, wenn sich das Praktikum ganz anders gestaltet, als eigentlich erwartet? Sie sich beispielsweise zum fremdsprachigen Kaffeekoch-Beauftragten degradiert fühlen? Berufsberaterin Skubella rät dazu, das Gespräch zu suchen: "Am besten wenden Sie sich erstmal an einen Vorgesetzten und versuchen über Probleme und mögliche Lösungen zu sprechen." Wer über eine Stiftung oder Agentur im Ausland ist, kann sich auch dort an einen Verantwortlichen wenden.

Von dem vorzeitigen Abbruch des Praktikum sei abzuraten, meint Skubella: "Den Schritt würde ich nur tun, wenn die Zustände wirklich untragbar erscheinen. Ansonsten sollten Sie das Praktikum immer noch als wertvolle Erfahrung verbuchen."  Denn auch wenn die eigentliche Arbeit vielleicht nicht erfüllend ist, gibt es schließlich noch anderes, das man während seines Auslandsaufenthalts lernen kann: Nicht zuletzt die Sprache des Gastlandes und dessen Kultur. "Besonders die Situation, sich alleine in einem fremden Land zurechtfinden zu müssen, ist nochmal eine ganz andere Erfahrung, als ein Praktikum in Deutschland. Das fördert deutlich mehr die Selbstständigkeit", sagt Skubella.

Statt einem Arbeitszeugnis besser ein Empfehlungsschreiben 

Gegen Ende oder nach dem Ende des Praktikums sollten Studenten unbedingt ein Empfehlungsschreiben erbitten, um einen Nachweis für den Lebenslauf zu haben. "Ein Arbeitszeugnis, wie wir es kennen, ist außerhalb des deutschen Sprachraums eher unbekannt. Vor allem typische Formulierungen wie 'in besonderen Maße' oder 'zu vollster Zufriedenheit' sorgen eher für Verwirrung." Explizit nach einem Empfehlungsschreiben zu fragen, ist deshalb oft die bessere Idee. Wenn möglich sollte das auf Englisch ausgestellt werden. Wird es in der jeweiligen Landessprache geschrieben, kann auch eine professionelle Übersetzung für den deutschen Arbeitsmarkt sinnvoll sein.

Hat das Praktikum im Rahmen des Studiums stattgefunden, steht nun oft noch ein Bericht an. Auch einige Förderprogramme verlangen von ihren Teilnehmern Erfahrungsberichte. Welche Anforderungen die erfüllen müssen, erfragt man am besten vorher bei seiner Hochschule oder seinem Stipendiengeber.

Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de

Dieser Artikel ist erschienen am 23.03.2017
 

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