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Praktikanten sind wichtig für Unternehmen
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Praktikantenspiegel 2016

Darum sind Praktikanten so wichtig

Teil 4: Markenimage und Arbeitgeberqualität driften auseinander

Aber zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit liegen durchaus Welten, wie auch der Praktikantenspiegel zeigt. So wollen alle zu den Autobauern – das Markenimage von Daimler, BMW und Audi ist ausgezeichnet – in der Arbeitgeberqualität verlieren sie jedoch an Attraktivität.

Lediglich Porsche brilliert in beiden Dimensionen und übertrifft seine direkten Konkurrenten in der Automobilbranche bezüglich der Arbeitgeberqualität. Auch Opel schneidet bei der Arbeitgeberqualität überdurchschnittlich ab, erhält allerdings unterdurchschnittliche Werte beim Markenimage. Nur bei Adidas und BASF stimmen Image und Realität überein: beide können mit sowohl überdurchschnittlichen Werten in der Arbeitgeberqualität als auch im Markenimage bei den Praktikanten überzeugen.

Nicht sexy, aber gut

Außerhalb der Welt der Dax-Konzerne leiden unter anderem die KfW Bankengruppe und Texas Instruments unter dem Opel-Problem: Das Markenimage ist mies, aber tatsächlich sind beide Unternehmen gute Arbeitgeber. "Das schwache Markenimage kann bei Banken auf den teilweise schwierigen Ruf seit der Bankenkrise 2008 zurückzuführen sein", heißt es in der Studie. "Mit der zunehmenden Digitalisierung drängen immer mehr Internetunternehmen in den Finanzmarkt. Die Konsumenten vertrauen den neuen Akteuren wie beispielsweise Paypal deutlich mehr."

Deshalb sollten sich gerade Unternehmen, deren Image weniger sexy ist als das von Apple, Google oder den deutschen Autobauern, bemühen, ihre Praktikanten von sich zu überzeugen. "Die 'Employee Experience' jedes einzelnen Mitarbeiters entscheidet letztendlich darüber, ob das Markenimage eines Unternehmens auch der tatsächlichen Arbeitgeberqualität standhalten kann", heißt es in der Studie.

Dafür sollten Unternehmen sich die inhaltliche Ausgestaltung der Arbeit im Praktikum noch einmal vornehmen. Denn die Umfrageteilnehmer wünschen sich durch die Bank weg einen größeren Lerninput. Dafür müssen sie aber mehr dürfen, als die Werkhalle fegen und Kaffee kochen.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 05.02.2016
 

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