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Zwei sind besser als drei

Werner Andree wird wieder Chef von Vossloh. Beim ersten Mal war es nur provisorisch. Jetzt will der Marathonläufer mehr. ?Da wird sich noch manches ändern?, sagt der Mann, der gerade erst das Chefbüro in der Firmenzentrale in Werdohl bezogen hat.

Letztes Jahr kam dann nach mehrmonatiger Suche der ehemalige Ruhrgas-Manager Eschenröder. Der schien dazu zu neigen, die Arbeit seines Vorgängers zu zerreden, obwohl dieser den Gemischtwarenladen Vossloh zum qualifizierten, äußerst erfolgreichen Nischenanbieter neben den großen Bahntechnikkonzernen aufgebaut hatte. Er erntete damit zunächst Kopfschütteln, zerstritt sich bald derart mit Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, dass er letzte Woche einen unrühmlichen Abgang hatte.

Andree war immer da. Analysten und auch Journalisten konnten diese Kontinuität stets beobachten: Wenn es um knifflige finanztechnische Fragen und Unternehmensdetails ging, dann erteilten seine beiden Vorgänger in den Konferenzen gerne ihm das Wort. Die Materie Vossloh kennt er nach den sechs Jahren wie kaum einer, und so sagt der Ruhe und Besonnenheit ausstrahlende Manager auch ganz offen, dass ihm der neue Job nicht unbedingt schlaflose Nächte und Stress beschere.

Schuchmanns plötzlicher Ausstieg hatte ihn im Dezember 2005 aber erklärtermaßen ?kalt erwischt?. Mit betretener Miene hatte er damals den Journalisten eine Rede verlesen, die gar nicht für ihn geschrieben war. Er schloss die Pressekonferenz, auf der er Journalistenfragen nach dem Wie und Warum des Schuchmann-Ausstiegs unbeantwortet lassen musste, mit der Aussage: ?Sie haben mich heute ganz schön gequält. Vergessen Sie bitte nicht: Gestern waren wir noch drei, heute sind wir nur noch zu zweit.?

Seinerzeit zum Interims-Chef ernannt, dürften ihn der neuerliche Vorstandswechsel und seine Bestellung nun nicht so überraschend getroffen haben. Und nur zu zweit den Konzern zu führen sieht der Vater von drei Kindern zwischen acht und achtzehn heute nicht mehr unbedingt als Manko. Mit seinem Vorstandskollegen Norbert Schiedeck, der in diesem Frühjahr bei Vossloh einstieg, versteht er sich gut: ?Jetzt wollen wir zu zweit besser sein als vorher zu dritt.? Er, der Zahlenmann, der andere der Techniker. Und so hat die Konzernzentrale auch keinen Vorstandsvorsitzenden mehr, lediglich einen Sprecher: ?Es ist doch völlig irre, in einem Zweier-Vorstand noch einen Vorsitzenden zu haben.?

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Zustimmung von der Arbeitnehmerseite ist ihm sicher

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