Weiterbildungstrend Virtual Reality Spielend einfach lernen

Die Fast-Food-Kette KFC hat ein virtuelles Spiel geschaffen, um ihre Mitarbeiter auszubilden. Im virtuellen Raum müssen sie Hähnchen panieren. Die VR-Weiterbildung könnte zum Vorbild für andere Ausbildungsberufe werden.

Rebecca Welsch, wiwo.de | , aktualisiert

Spielend einfach lernen

VR 2

Foto: SFIO CRACHO / Fotolia.com

In den letzten Jahren hat sich die Art von modernem Mitarbeitertraining geändert. Firmen haben das Potenzial von virtueller Realität erkannt und nutzen es zu Ausbildungszwecken und zur Weiterbildung: So müssen Piloten vor ihrem ersten Flug viele Stunden im Simulator üben und Ärzte proben operieren mithilfe einer Virtual-Reality-Brille.

"Virtual Reality wird vor allem in Trainingsszenarien eingesetzt, in denen man bestimmte Prozesse probieren und immer wieder wiederholen muss", sagt Professor Thomas Bremer von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin.

In der Gastronomie war Virtual-Reality bisher fast ungenutzt. Das ändert sich allerdings gerade: Die Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken versucht sich jetzt erstmals an einer ganz neuen Art von Mitarbeitertraining: Ein Virtual-Reality-Spiel, das mithilfe einer VR-Brille gespielt wird, soll die Sorgsamkeit der Mitarbeiter steigern und sicherstellen, dass sie lernen, frittiertes Hühnchen "auf die harte Tour" zuzubereiten, heißt es vom Unternehmen.

Mit einem Virtual-Reality-Spiel die Gastronomie verändern?

Dementsprechend heißt das Spiel auch "The Hard Way". Und der Name ist Programm. In einer Mischung aus surrealem Escape-Game und Horrorfilm sind die Mitarbeiter virtuell in einem dunklen Raum eingesperrt. Immer bei ihnen ist Colonel Sanders, der Gründer von KFC. Mit dröhnender Stimme gibt er den Spielern Tipps, wie sie das Hühnchen in der vorgegebenen Zeit perfekt frittieren und zubereiten. Denn nur so können sie aus dem Raum entkommen.

Gelegentlich schießt Sanders Laserblitze durch den Raum. Doch der KFC-Gründer ist nicht das einzige kuriose Detail in dem Spiel. Flackerndes Licht, Hühnerschenkel, die von der Decke hinab schweben und ein Roboter mit langen Armen erinnern an einen Horrorfilm. Bevor der KFC-Mitarbeiter den Escape Room endgültig verlassen kann, muss er noch ein letztes Mal die richtige Kombination aus Inspektion, Panade und Frittiervorgang herunterbeten, bevor sich die verschlüsselte Tür öffnet und der Spieler zurück in die Realität entlassen wird.

Das Spiel ist "ein Experimentieren mit neuen Technologien und Medien, um Geschichten zu erzählen. VR ist eine offensichtliche Wahl geworden, um den Angestellten auf virtuelle Art zu zeigen, wie man das KFC Originalrezept zubereitet", sagt Jonathan Minori, einer der Design Direktoren. Sein Unternehmen W+K Lodge hat das Spiel entwickelt.

KFC will die neue Technologie zur Ausbildung nutzen, da das Kochen bei dem Fast-Food-Unternehmen noch immer analog abläuft: "Unsere Arbeitsprozesse haben sich in den letzten 70 Jahren nicht stark verändert, das geht noch immer alles per Hand. Aber die Art wie wir unsere Mitarbeiter ausbilden können, hat sich aufgrund der neuen technischen Möglichkeiten geändert", sagt Georg Felix, der Leiter der US-amerikanischen Werbeabteilung von KFC.

Das Spiel soll eine Abwechslung zum bisherigen Ausbildungsprogramm bieten. Die neuen Mitarbeiter sollen lernen, die fünf wichtigsten Schritte für die Zubereitung des Hühnchens absolvieren zu können: "inspizieren, abwaschen, panieren, aufreihen und frittieren". Und das schnell.

"The Hard Way" reduziert die Zubereitungszeit eines Gerichtes von 25 auf elf Minuten. Ziel ist es aber nicht, den Mitarbeiter dazu zu bringen, schneller zu arbeiten, sondern präziser. Davon profitiert letztlich Kunde und Unternehmen: die Kunden müssen nicht so lange auf ihr Essen warten, die einzelnen Filiale kann in weniger Zeit mehr Umsatz machen.

Vorerst wird das Spiel jedoch nur in den USA zum Einsatz kommen: "Wir statten unsere regionalen Manager mit dieser VR-Technologie aus, stellen es bei Quartals-Meetings des gesamten Franchises vor und reichen es an unsere Personalabteilung im Hauptquartier weiter", teilt KFC mit.

Augmented Reality statt Virtual Reality

Und wie sieht es bei anderen großen Fast-Food-Gastronomen aus? Der KFC- Konkurrent McDonalds nutzt seit 2014 Augmented Reality: "Im Rahmen der Restaurant Manager Ausbildung, simulieren wir mit AR Produkte, die dann in die Trainingsmaterialien eingebunden werden", sagt McDonalds Sprecherin Claudia Rocke.

Virtual Reality wird von McDonalds nicht genutzt. Burger King hat in naher Zukunft keine Ambitionen, die VR-Welt zur Ausbildung zu nutzen: "Wir haben das nicht geplant, beobachten aber aktuelle im Kommunikations- und Ausbildungsbereich", heißt vom Burger King Pressebüro. Aktuell würde der digitale Ausbildungsbereich an technologische Gegebenheiten angepasst – allerdings ohne VR.

Währenddessen bleibt bei Kentucky Fried Chicken unklar, was passiert, wenn man in dem Spiel beim Zubereiten des Hühnchens versagt. Die KFC-Facebookseite sagt dazu: "Mache das Hühnchen richtig, oder verlasse niemals Colonel Sanders' Trainingsraum. Virtuell."


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de

Artikel teilen

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...