Weiterbildung nach Maß Nicht in die Falle tappen

Weiterbildungsangebote für Berufstätige gibt es wie Sand am Meer. Doch gute Weiterbildungen kosten viel Geld. Diese Fehler sollten Sie vermeiden, wenn Sie die Investition nicht bereuen wollen.

Wenke Wensing, wiwo.de | , aktualisiert

Nicht in die Falle tappen

Weiterbildung ohne Fehler

Foto: goodluz/Fotolia.com

1. Fehler: Hauptsache Weiterbildung
Im Dschungel der Seminarangebote ist es schwierig, die passende Weiterbildung zu finden. Einfach das Gleiche zu belegen wie der Kollege im Büro nebenan ist nicht unbedingt der richtige Weg. "Wer sich weiterbilden möchte, sollte sich zuerst einmal über die eigenen (Zukunfts-)Wünsche klar werden", sagt Mechthild Teupen, Geschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf. Was kann ich? Was möchte ich können? In welchem Job möchte ich bald arbeiten? Was möchte ich verdienen? Was möchte ich gar nicht? "Wer diese Dinge weiß, kann leichter die passende Weiterbildung finden", erklärt sie.

2. Fehler: Sich nur auf sich selbst verlassen

Ist das berufliche Ziel gesteckt, sollten sich Weiterbildungswillige nicht ins nächstbeste Seminar stürzen. "Sie sollten sich fragen, ob Ihre Ziele überhaupt zu Ihnen passen", sagt Teupen. Dabei können auch Freunde helfen. "Fragen Sie Ihre Freunde und Verwandten: Traut ihr mir zu, Produkte zu verkaufen? Kann ich mich gut genug durchsetzen, um eine Führungsposition anzustreben?"

3. Fehler: Beratung? Brauche ich nicht!
Die Kosten für ein Weiterbildungsseminar können schnell bei über 1000 Euro liegen. "Da sollte man sichergehen, dass es das Richtige für die eigene Karriere ist", sagt Teupen. Sie empfiehlt, zum Beispiel eine Potenzialberatung zu nutzen. In Nordrhein-Westfalen etwa gibt es die Potenzialberatung der Regionalagenturen. Diese bieten kostenlose Weiterbildungsberatung an. Eine Übersicht der Angebote aller Bundesländer finden Sie hier.

4. Fehler: Vorschnell online buchen
Seminare sind heute schnell übers Internet gefunden. Ein kurzer Informationstext und der "Jetzt buchen"-Button sollen potenziellen Seminarteilnehmern die Buchung erleichtern. Das birgt aber auch Risiken. "Es kann ganz schnell passieren, dass das dann eine falsche Entscheidung war", sagt Teupen. Wer kein Geld für unnütze Weiterbildung ausgeben möchte, sollte den Träger des gewählten Seminars anrufen und sich informieren: Wie groß ist die Gruppe? Wie wird mein Lernerfolg geprüft? Gibt es Unterlagen, um das Wissen zu Hause zu vertiefen? "Lassen Sie sich nicht abwimmeln", empfiehlt Teupen.

5. Fehler: Nur das Seminar überprüfen

"Es ist wichtig, dass Interessenten sich selbst einschätzen können", sagt Teupen. Bei der Wahl des Seminars sollte man sich selbst auch ein paar Fragen stellen: Kann ich besser allein oder in der Gruppe lernen? Hilft es mir, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben oder reichen mir Webinare? "Ich persönlich bevorzuge es, mich mit Lernenden vor Ort auszutauschen", sagt Teupen. "Es kann ja auch sein, dass ein Kontakt später einmal ein Job-Angebot für mich hat."

6. Fehler: Das Seminar nach dem Preis aussuchen

Die Preise für Weiterbildung gehen zum Teil stark auseinander. Hier lohnt sich der Vergleich. "Bildung kostet Geld", sagt Mechthild Teupen. "Das Billigste ist nicht immer das Beste und das Teuerste ist es auch nicht." Es sei wichtig, die Angebote zu vergleichen und sich beraten zu lassen, um die passende Weiterbildung zu finden. "Bildung ist eine Ware, die bei Nicht-Gefallen nicht zurückgegeben werden kann", sagt Teupen.

7. Fehler: Sich vom Arbeitgeber abhängig machen

Weiterbildung wird nicht nur von vielen Arbeitgebern, sondern auch vom Land unterstützt. Der Bildungscheck NRW bezuschusst Weiterbildungsambitionen mit bis zu 500 Euro. Hier finden Sie weitere Beispiele. "Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass Arbeitgeber gerne helfen", sagt Teupen. Ihr Tipp: Dem Arbeitgeber deutlich machen, dass die Weiterbildung auch im Sinne des Unternehmens ist.

8. Fehler: Den Sommerurlaub für ein Seminar verschieben

Arbeitnehmer haben in allen Bundesländern außer in Bayern und Sachsen Anspruch auf Bildungsurlaub. Will der Arbeitgeber seine Mitarbeiter nicht für Weiterbildung freistellen, ist der Bildungsurlaub das Mittel der Wahl. Einmal im Jahr für mindestens drei und maximal fünf Tage haben Arbeitnehmer ein Anrecht auf die bezahlten Tage, um sich weiterzubilden. Der gewählte Kurs muss den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. "Ein Buchhaltungsseminar können Sie im Bildungsurlaub absolvieren, einen Töpferkurs für Ihre Freizeit nicht", sagt Teupen.

9. Fehler: Allgemeine Geschäftsbedingungen überspringen
Ein Seminar zu buchen, ohne die Geschäftsbedingungen zu kennen, kann teuer werden. "Sie sollten prüfen, ob Sie im Krankheitsfall kostenlos zurücktreten können und zu welchen Kosten das Seminar noch storniert werden kann, falls Sie doch keine Zeit haben", sagt Teupen. "Bildung ist nicht umtauschbar."


Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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