Weiterbildung MBA: Die Wunderwaffe für die Karriere?

Der MBA gilt als Karriere-Wunderwaffe schlechthin, das Diplom mit eingebauter Karriere-Garantie. Das ist Unsinn. Prüfen Sie sich selbst: Ist der MBA das Richtige für mich? Bin ich der Richtige für einen MBA? Welcher MBA-Typ sind Sie?

Christoph Mohr | , aktualisiert

Welcher MBA-Typ sind Sie?

Vereinfacht gesagt, gibt es drei Typen von MBA-Studenten/-Absolventen: die, die im eigenen Unternehmen aufsteigen und Karriere machen wollen, die, die sich in einer beruflichen Sackgasse sehen, weil sie ihr Erststudium (zum Beispiel Ingenieurwesen) für eine Fach-, aber nicht für eine Geschäftsführungsaufgabe qualifiziert, und die, die sich beruflich völlig neu erfinden wollen/müssen. Finden Sie sich in diesem Schema wieder? Wenn nicht, denken Sie noch einmal über Ihre Motivation nach, einen MBA machen zu wollen!

Stellen Sie sich den MBA als Brücke vor!

Niemand macht einen MBA zum intellektuellen Vergnügen. Das kostspielige Studium zahlt sich nur aus, wenn es Sie beruflich weiterbringt. Darum stellen Sie sich den MBA einmal als Brücke zwischen dem Ort vor, an dem Sie gegenwärtig beruflich stehen, und dem, zu dem Sie wollen. (Es spielt hier keine Rolle, dass die meisten MBA-Absolventen am Ende doch etwas ganz anderes machen, als sie sich ursprünglich vorstellten.) Trägt die Brücke, sind Ihre Vorstellungen von dem, was Ihnen der MBA bringen soll, überhaupt realistisch? Diskutieren Sie diese Frage mit dem Career-Center der Sie interessierenden MBA-Schulen! Ein anderer Weg, die Frage zu klären, ist der Kontakt mit potenziellen zukünftigen Arbeitgebern: Hätten Sie mit einem MBA der Schule X eine Chance, dort den von Ihnen anvisierten Job zu bekommen?

Wollen Sie ins Consulting?

Über die Hälfte der MBA-Absolventen einer guten Business-School geht zu Unternehmensberatungen (Consulting) oder zu Investmentbanken. Kommt das auch für Sie infrage?

Ist berufliche Selbstständigkeit eine Option?

An den meisten MBA-Schulen gehört heute Entrepreneurship zum Standardprogramm. Aber einige sind in diesem Bereich besser als andere (wie etwa Babson College in den USA, das normalerweise nicht ganz oben auf den Rankings auftaucht.) Wenn es für Sie eine realistische Option ist, mit/nach Ihrem MBA ein eigenes Unternehmen zu gründen, sollten Sie sich die Business-School-Programme genauer daraufhin ansehen. Einige Business Schools bieten Ihnen schon während des MBA-Studiums die Möglichkeit, an der Unternehmensgründung zu arbeiten. Manche haben einen eigenen "Incubator", manche gute Kontakte zu Wagniskapitalgebern (Venture Capital), manche sogar einen eigenen Investmentfonds!

Wäre ein anderes Aufbaustudium nicht besser?

Der MBA soll Sie für eine Geschäftsführungsaufgabe fit machen. Aber vielleicht wollen Sie das gar nicht! Vielleicht fühlen Sie sich ja auf dem Berufsfeld, auf dem Sie sich bewegen (Marketing, Finance, Controlling, Wirtschaftsprüfung) im Prinzip durchaus wohl. Dann ist möglicherweise ein spezialisierender Aufbaustudiengang für Sie besser! Suchen Sie gezielt nach entsprechenden Masterstudiengängen (meistens mit MSc-Abschluss). Die meisten Business Schools im europäischen Ausland und in den USA bieten neben dem MBA auch solche MSc-Programme. Eine weitere Alternative sind praxisnahe Promotionsprogramme (Doctor of Business Administration).

Suchen Sie sorgfältig die Business School aus!

Es gibt nicht so etwas wie die beste Business School, es gibt nur so etwas wie die beste Business School für Sie, Ihre Voraussetzungen und Ambitionen. Ein erster Filter sollte die Prüfung (Akkreditierung) durch eine der beiden international maßgeblichen Organisationen AACSB oder efmd sein. Eine Schule, die keines der beiden Prüfsiegel trägt, sollten Sie nur in Ausnahmefällen wählen. Der zweite Filter sind die einflussreichen Ranglisten. Man mag von diesen Rankings von "Financial Times", "Business Week" und anderen halten, was man will: Sie schaffen Realitäten, auch bei Arbeitgebern. Eine Schule, die es nicht unter diese Top 50 schafft, fällt in der Regel weg. Umgekehrt gilt: Es muss nicht unbedingt die Nummer eins in diesem oder jenem Ranking sein. Die Schulen der Top-Liga bieten ähnliche Karrierechancen. Wichtig ist, dass die Schule zu Ihnen passt.

Kalkulieren Sie den Return on Investment!

Ein guter MBA ist erst einmal vor allem eines: teuer. Lassen Sie sich davon nicht schrecken, sondern betrachten Sie die hohen Studiengebühren nicht als Ausgabe, sondern als Investition. Und kalkulieren Sie ganz nüchtern den Return on Investment, also wie lange Sie brauchen werden, um mit Ihrem Mehrverdienst nach dem MBA die Studiengebühren abzubezahlen. Ein guter Leitfaden sind hier die Absolventendurchschnittsgehälter, die die meisten Business Schools publizieren. Es ist im Übrigen eine Milchmädchenrechnung, dass man mit einem vermeintlich preisgünstigen MBA genauso gut fährt wie mit einem teuren. Es geht kein Weg an der Feststellung vorbei, dass gerade die teuren MBAs auch die besten Job- und Gehaltsperspektiven bieten.

Entscheiden Sie sich zwischen Vollzeit- und Teilzeit-MBA-Programmen!

Der MBA-Markt spaltet sich in zwei, ja sogar drei Programmtypen: das klassische ein- oder zweijährige Vollzeit-Programm, berufsbegleitende Part-Time-Programme und Executive-MBA-Programme, also berufsbegleitende Teilzeit-Programme für Manager mit signifikanter, mehrjähriger Berufserfahrung. Der Vorteil von Teilzeit-Programmen ist offenkundig: dass man nicht aus dem Beruf aussteigen muss. Aber Vorsicht! Vollzeit-Programme sind klassischerweise Programme für "Job-Changer", Executive-MBA-Programme eher etwas für Leute, die im eigenen Unternehmen bleiben wollen.

Entscheiden Sie: Ein oder zwei Jahre? Europa oder Amerika?

Grundsätzlich müssen Sie sich auch zwischen einem einjährigen und einem zweijährigen MBA-Programm entscheiden, was meistens auch die Entscheidung zwischen USA (zwei Jahre) und Europa ist. Je älter Sie sind, desto mehr werden Sie zu einem einjährigen Programm tendieren. Das ist etwas vorschnell. Grundsätzlich hängt die Entscheidung von Ihren Voraussetzungen und Ihren Zielen ab. Ist Ihr Erststudium weit weg von Wirtschaft und Finanzen, brauchen Sie vielleicht zwei Jahre. Auch wenn Sie den MBA nutzen wollen, um sich gleichzeitig in eine Richtung zu spezialisieren oder beispielsweise an der Gründung eines eigenen Unternehmens zu arbeiten, sind zwei Jahre besser.

Wissen Sie, was Sie an "Ihrer" Business School erwartet?

Auch wenn die wesentlichen Bestandteile eines MBA-Programms an allen guten Business Schools identisch sind, ist Business School doch nicht gleich Business School. Versuchen Sie sich vor Ort selbst ein Bild zu machen! Und sprechen Sie mit gegenwärtigen und ehemaligen Studenten!

Sind Sie zu faul für einen guten MBA?

Machen Sie einen guten GMAT! Alle guten Business Schools weltweit verlangen von den Bewerbern für ihr MBA-Programm den Nachweis des Standardtests GMAT. Mit Arbeit und Training kann man seinen GMAT-Wert deutlich steigern. Nehmen Sie sich ausreichend, das heißt mehrere Monate Zeit für den GMAT. Trainieren Sie zu Hause, allein mit Lehrmaterialien oder in Trainingskursen. Wenn Sie beim ersten Mal ein schlechtes GMAT-Ergebnis haben, können Sie wiederholen. Dies ist kein Intelligenztest. Wer am GMAT scheitert, hat schlichtweg nicht genug gearbeitet.

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