Weiterbildung für Manager Organisieren auf hohem Niveau – Master of Business Administration

Auch wenn die vergangene Wirtschaftskrise ein scharfes Schlaglicht auf die Fähigkeiten unserer Manager geworfen hat und ihnen den Nimbus der Unfehlbarkeit raubte – die Weiterbildung zum Top-Manager, das MBA-Studium mit dem Titel „Master of Administration“, gilt nach wie vor als Karrierekick.

Elke Neuhard | , aktualisiert


Bild: Silke Kaiser / PIXELIO 
Wer eine gute Ausbildungsstätte finden will, die einem als Nicht-Ökonomen das Rüstzeug fürs Management vermittelt, begibt sich auf keine einfache Suche: Der Markt der Anbieter ist sehr heterogen, die Aussagekraft der Ranking-Listen ist begrenzt und die Kosten variieren beträchtlich.

Unsere Beiträge beleuchten verschiedene Aspekte, die Ihnen helfen, zu einer ausgewogenen Entscheidung zu kommen!


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MBA im Überblick


Das praxisorientierte Studium zum „Master of Business Administration“ (MBA) ist für Akademiker interessant, die sich als Nicht-Betriebswissenschaftler für gehobene Managementposten qualifizieren wollen. Wer also einen Bachelor oder vergleichbaren Abschluss hat und bereits über ein paar Jahre Berufserfahrung verfügt, der kann sich auf den Weiterbildungsweg machen und einen MBA erwerben.

Formal gehört zum Ausbildungsgang: eine Einordnung ins European Credit Transfer System (ETC), die Anfertigung einer Master-Thesis und die Dokumentation der Studienleistungen in einem Diploma Supplement.

Was steckt drin?
MBA-Studenten erhalten das Rüstzeug, um im unternehmerischen Alltag alle Managementaufgaben erfolgreich zu bewältigen: u.a. Rechnungswesen, Finanzwirtschaft, Marketing, Vertrieb, Produktionsmanagement, Informationstechnik, Wirtschaftsrecht und Personalmanagement.
Ein anspruchsvolles MBA-Programm vermittelt neben dem betriebswirtschaftlichen Fachwissen Kompetenzen im Führungsverhalten, unternehmerisches Denken, Verhandlungsgeschick und trainiert die Kommunikationsfähigkeit. Im Focus stehen Fallstudien, Projektunterricht und Gruppenarbeiten.

Teuer? Je nachdem!
Da MBA-Programme als Weiterbildung gelten, müssen Interessenten selbst in die Tasche greifen, Vorgesetzte zur Mitfinanzierung anregen oder staatliche Finanzierungshilfen nutzen.
Die in Deutschland üblichen Gebühren von rund 15.000-17.000 Euro werden von renommierten Business Schools in Übersee durch ein Vielfaches übertroffen. Preisvergleiche lohnen sich!

Mehr zum Thema:
GMAT, GRE und AACSB (25.10.2010 Stefani Hergert)
MBA-Interessenten stoßen schnell auf Anglizismen und Buchstabensalate. Welche Abkürzungen die Bewerber kennen sollten, und welche Bedeutung sich dahinter verbirgt – das Handelsblatt gibt einen Überblick.


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Gesicherte Qualität – So finden Sie das richtige MBA-Programm


Auf der Suche nach einem qualitätsgesicherten MBA-Programm hilft die European Quality Link – EQUAL: Dies ist eine internationale Vereinigung der Institutionen, die im Bereich der europäischen Managementausbildung Qualitätsstandards setzen.
EQUAL hat die Europäischen MBA-Guidelines erarbeitet und bietet damit eine geeignete Richtschnur, um ein MBA-Programm und seinen Anbieter einzuschätzen.

Die Präambel und die Guidelines der EQUAL finden Sie hier.

In Deutschland bestimmt der Akkreditierungsrat Agenturen, die das Anerkennungsverfahren betreuen. Zurzeit führen sieben Agenturen (ACQUIN, AHPGS, AKAST, AQAS, ASIIN, evalag, FIBAA, ZEvA) das Anerkennungsverfahren nach den EQUAL-Standards durch.

Achten Sie also bei der Suche nach einem MBA-Programm auf die entsprechende Zertifizierung.

Von internationaler Bedeutung für die Akkreditierung von Business Schools bzw. MBA-Programmen sind folgende Einrichtungen:
European Quality Improvement System – EQUIS
Association to Advance Collegiate Schools of Business – AACSB
Association of MBAs – AMBA

Bei Business Schools, die alle drei wichtigen Akkreditierungen besitzen, spricht man von Triple Crown. Lediglich die WHU Koblenz, die Uni Mannheim, die Handelshochschule Leipzig, GISMA Hannover und ESCP-EAP Berlin wurden bislang durch die AACSB, EQUIS oder AMBA akkreditiert und weisen ein internationales Ansehen auf.

Und was zeichnet ein gutes Programm noch aus:
• Unterstützt die Schule mit studienbegleitenden Maßnahmen den Berufseinstieg nach dem Aufbaustudiengang? Gibt es Career Services?
• Pflegt die Schule Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern?
• Erhalten die Studenten regelmäßig umfassende Informationen zu Branchen, Tätigkeitsfeldern, Unternehmen und Gehältern?
• Werden Sonderveranstaltungen, Workshops und Beratungen zu Bewerbung und Karriereplanung angeboten?

Mehr zum Thema:
Das richtige Programm finden (10.11.2010 Stefani Hergert)
Es gibt viele MBA-Programme. Eins, das zu einem passt, findet sich nicht von alleine. Wer jedoch die Anbieter zum Beispiel auf Messen mit Fragen löchert, der findet schnell das richtige Programm […].


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Aufstieg aus der Ferne – Zum MBA per Fernstudium


Mit viel Disziplin und Ehrgeiz können Sie sich neben dem Job einen MBA-Titel erarbeiten – per Fernunterricht. Um sicher zu gehen, dass diese abgetrotzte Zeit optimal genutzt wird, sollten Sie auch hier auf Qualität achten.

Die Stiftung Warentest hat im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Weiterbildungsangebote im Bereich Betriebswirtschaft getestet. Dabei wurden auch sechs MBA-Programme unter die Lupe genommen.

Geprüft wurden folgende Kriterien:

  • Kosten, Option der Ratenzahlung
  • Dauer, wöchentlicher Zeitaufwand
  • Anteil des Präsenzunterrichts, Kursorte bei Präsenzphasen
  • Ausbildungsvoraussetzungen (Hochschulabschluss, Berufspraxis, Englischkenntnisse, mathematische und statistische Methodenkenntnisse)
  • Studienbeginn
  • Kursaufbau (Selbststudium, Präsenzphasen, E-Learning)
  • Leistungsnachweis/Abschluss (Regelmäßige Prüfungen/ Masterthesis laut Prüfungsordnung der Hochschule)
  • Titel (MBA)
  • Besonderheiten (generalistische Ausrichtung, Vertiefungen/Schwerpunkte, Internationalität,)


Berücksichtigt wurden Studiengänge mit weiterbildendem, berufsbegleitendem Charakter und mindestens sechs Monaten Dauer.

Der Testbericht bietet wertvolle Entscheidungshilfen, ob ein Fernstudium für Sie überhaupt in Betracht kommt, also z. B. durchführbar und finanzierbar ist.

So finden Sie den Test:
www.test.de: Tests + Themen, Bildung + Soziales
Test: „Fernunterricht Betriebswirtschaft: 52 Kurse im Vergleich“


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Stolze Preise für bekannte Namen – Gebühren an internationalen Business Schools


Wer sich eine MBA-Ausbildung an einer der renommierten Business Schools in Übersee oder Asien gönnt, muss richtig tief in die Tasche greifen. Die Preise für MBA- und Executive-MBA-Programme sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Diese Investition lohnt sich erst dann, wenn der Titel die Karriere fördert und Einkommensschübe verspricht – doch wie wahrscheinlich ist das, wenn der Bewerber sich bereits auf einem hohen Karriereniveau bewegt?
Auch wenn zukünftig die Preise nicht weiter anziehen werden, weil immer weniger Firmen die Kosten für ihre Mitarbeiter tragen und mit sinkenden Teilnehmerzahlen der Druck auf die Preise steigen wird, hat die Ausbildung an einer bekannten Business School ihren Preis. Auf jeden Fall sollten sich Interessenten erkundigen, ob die Schule ein Stipendien-Programm anbietet, wie beispielsweise die angesehene Harvard Business School, die ihre Studenten mit rund 24.000 Dollar jährlich unterstützt.

Auf dieser Seite finden Sie die Gebühren aller befragten Schulen in den USA, Europa und Asien: Vollzeit-MBA-Programme

Mehr zum Thema
:
Jedes Jahr ein bisschen teurer (27.10.2010 Stefani Hergert, Hannes Vogel)
Die jährlichen Studiengebühren für den MBA steigen trotz der Krise – vor allem in Asien. Bei den westlichen Programmen ist die Preistreiberei aber mittlerweile zu Ende […].

Das Ende der MBA-Höchstpreise (13.07.2010 Stefani Hergert)
Die Preise von MBA-Programmen sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Doch immer weniger Firmen wollen die Kosten für ihre Mitarbeiter tragen. Mit weniger Teilnehmern steigt nun der Druck auf die Preise […].


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MBA – Ein Titel im Wandel


Dem Master of Business Administration erging es in den jüngsten Krisenzeiten wie vielen Dingen: Er landete auf dem Prüfstand der Wirtschaftswissenschaftler, Schulleiter und Unternehmer.

Die Gesellschaft stellt zunehmend Fragen nach Verantwortung, Nachhaltigkeit und Moral im wirtschaftlichen Handeln. Das bedeutet für die MBA-Ausbildung – egal ob an renommierten Business Schools oder im Fernstudium: Sie muss sich an diesen neuen Wertmaßstäben messen lassen. Auch und gerade für Nachwuchsmanager spielt es eine große Rolle, ob die Schulen sich diesen modernen Diskussionen stellen und neue Antworten auf die Herausforderungen anbieten.

Wie zeitgemäß sind die Inhalte der Ausbildung noch?
Wohin müssen die Schulen ihre Blicke richten?

Einen Einblick in die aktuelle und spannende Diskussion liefern unsere Beiträge:
Die Eliteschulen für Manager müssen den MBA neu erfinden (11.03.2011 Stefani Hergert)
Hat sich der Titel überholt? Nein, aber er muss Führungskräfte besser auf die globale Wirtschaft vorbereiten. […] Harvard steht, wie alle MBA-Schulen der Welt, vor einer Herausforderung: Die Business Schools tun nicht genug, um ihre Studenten auf die immer komplexere globale Wirtschaftswelt vorzubereiten, sagen nicht nur Kritiker […].

Lichtblicke schaffen (11.03.2011 Stefani Hergert)
Gutes tun und damit Geld verdienen ist ein Trend-Thema der Wirtschaft, das Business Schools und Absolventen herausfordert […].

Ist Manager ein Beruf? (08.10.2010 Stefani Hergert)
Einen Eid – ähnlich dem hippokratischen Schwur für Ärzte – und ein Berufsbild für Manager fordern einige Professoren. Viele ihrer Kollegen wehren sich allerdings dagegen. Die Diskussion darum wird immer schärfer […].

Das große Ganze für Manager (31.08.2010 Stefani Hergert)
Die Wirtschaftslenker von morgen sollen verstehen, warum die Welt so ist, wie sie ist. Nicht nur reines Managerwissen, sondern auch Soziologie, Geschichte und Politik sollen zukünftig auf dem MBA-Programm stehen. Experten sind von dieser Verbindung überzeugt […].

„Unsere Bedeutung ist eher gestiegen“ (23.09.2010 Daniel Rettig / wiwo.de)
Die Kellogg School of Management hat eine neue Dekanin, Sally Blount. Im Interview spricht sie über die Arbeit ihres Vorgängers, die Zukunft der Business Schools und ihre Pläne für die KSM […].


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Literatur, Trends und Rankings

 
Birgit Giesen: Das MBA-Studium: Das Handbuch zur Management-Weiterbildung. Staufenbiel Media GmbH, 2009

Detlev Kran: Der MBA Guide 2010: Teilzeit-, Fernstudien- und Vollzeitprogramme zum Master of Business Administration. Luchterhand, 2009

Die Staufenbiel MBA-Trends-Studie 2009/2010 wurde vom Staufenbiel Institut erstellt. Der Personalmarketing- und Recruiting-Dienstleister fasst seine Ergebnisse jährlich im Karriere-Handbuch „Das MBA-Studium“ zusammen.
Weitere Informationen unter: www.mba-master.de

Universum Communications befragte von November 2009 bis April 2010 mehr als 2000 Studierende an 75 MBA-Schools in Europa zu Karriereplänen und Arbeitgebervorlieben. Die Ergebnisse werden jährlich im „European MBA Survey“ zusammengefasst.
Weitere Informationen unter: www.universumglobal.com

Ranglisten ohne Logik (10.12.2010 Stefani Hergert)
Die britische Financial Times hat jüngst die besten Wirtschaftshochschulen Europas gekürt. Was die Sieger mit Stolz erfüllt, ist indes für Bewerber wenig hilfreich. Denn das Ranking lässt einige Fragen offen.
Wer mehrere tausend oder zehntausend Euro für ein Masterstudium ausgibt, will genau wissen, wo sich das am meisten lohnt. Kein Wunder, dass Ranglisten von Wirtschaftsstudiengängen und MBA-Programmen von Bewerbern geliebt und von den Hochschulen gefürchtet werden […].

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