Weiterbildung Business-Schools: Ausbilder für die Praxis

Die führenden Business-Schools verstehen sich als Vordenker der Finanzmärkte. Ihr Weiterbildungsangebot ist auch für deutsche Banker von Interesse.

Christoph Mohr | , aktualisiert

Amerika ist anders. Während es hierzulande fast als wissenschaftlicher Makel gilt, wenn eine theoretische Entdeckung auch praktische Bedeutung hat, und eine Veröffentlichung mit Breitenwirkung, geschweige denn ein Bestseller, geradezu als akademisch disqualifizierend gilt, ist es in den USA fast umgekehrt. Business-School-Professoren verstehen sich als Vordenker für die reale Welt und als Ausbilder für die Praxis. Daran werden sie gemessen. Wenn sie dann auch noch einen Nobelpreis bekommen - gut. Wenn Sie einen Bestseller schreiben - auch gut. So ist in Deutschland bis heute kaum verstanden worden, in welchem Maße die international führenden MBA-Schulen auch die Business- und Finanzwelt beeinflusst haben.

Bestes Beispiel ist vielleicht der MIT-Ökonom Fischer S. Black, der in angewandter Mathematik promoviert hatte und später dann das "Black-Scholes Options Pricing"-Theorem mitentwickelte, das im Investment-Banking konkrete Anwendung fand. Vielleicht nur konsequent, dass der Wissenschaftler die Sloan School of Management verließ und zur Investmentbank Goldman Sachs wechselte. Von welchem deutschen Professor könnte man so etwas sagen? Auch die Arbeiten zur Portfolio-Theorie von Chicago-Professor Harry Max Markowitz, 1990 mit dem Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften geehrt, haben das Investitionsverhalten an den Kapitalmärkten beeinflusst: Die Risikostreuung auf verschiedene Anlageklassen gehört heute zum Standard.

Princeton-Professor Burton Gordon Malkiel, zeitweise auch Dean der Yale School of Management, gelang das Kunststück, dass sich nicht nur sein theoretischer Ansatz, dass Börsenkurse sämtliche, den Marktteilnehmern verfügbare Informationen widerspiegeln, in der Fachwelt und in der Praxis durchsetzte. Mit "A Random Walk Down Wall Street: The Time-Tested Strategy for Successful Investing" schrieb er einen Bestseller für Anleger, der bis heute in Neuauflagen erscheint.

Von solcher Expertise könnten auch deutsche Banker und sonstige Finanzmarkt-Interessierte profitieren. Wer nicht gleich ein volles MBA-Studium machen will, ist mit den sogenannten Executive-Education-Programmen gut bedient, was auf Deutsch Fortbildung heißt, aber natürlich viel weniger prestigeträchtig klingt.

Executive-Education-Programme bietet praktisch jede Business-School an. Als beste "Finance"-Schulen in den USA dürfen die University of Chicago Graduate School of Business (die auch einen London-Ableger unterhält) und die Wharton School in Philadelphia (Pennsylvania) gelten. Zur Spitzengruppe zählen auch die beiden New Yorker Top-Schulen Columbia Business School und Stern (New York University), die von ihrer Wall-Street-Nähe profitieren. In Europa ist zweifellos London (siehe unten), insbesondere natürlich die London Business School, führend. Aber auch die Wettbewerber Cass und LSE (in Kooperation mit der US-Schule Duke) bieten sehr interessante Programme an. Und im guten alten Oxford profiliert sich die noch junge Said Business School mit Executive-Education-Programmen.

Banker-Kurse in London

Keine andere Stadt in Europa bietet ein so großes Angebot an hochklassigen Weiterbildungskursen im Finanzbereich wie London. Die London Business School, die Cass Business School (City University) und die London School of Economics and Political Science (LSE) sind gleich drei Top-Anbieter, wozu noch der "European Campus" der University of Chicago GSB zu rechnen ist.

Führend ist zweifellos die London Business School, die allein ein Dutzend verschiedener Programme anbietet.

Fast einzigartig sind hier Programme zu begehrten Bereichen wie Private Equity und Hedge-Fonds. Hier kann die Schule sogar Forschungsergebnisse neu gegründeter Forschungszentren einfließen lassen, darunter vom BNP Paribas Hedge Fund Centre und vom LBS Private Equity Institute.

Sehr stark ist auch das Angebot an Finance-Studiengängen mit Master- Abschluss (MSc), von denen es in London gegenwärtig schätzungsweise vier Dutzend gibt.

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