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Was darf ein Psychologie-Studium kosten?

Psychologie ist ein beliebtes Studienfach. Doch was kostet so ein Studium eigentlich? Ein Überblick. 

Was darf ein Psychologie-Studium kosten?

Wie viel kostet ein Psychologie-Studium?

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Kosten für ein Psychologiestudium fallen sehr unterschiedlich aus. 
  2. Der größte Posten sind die Lebenshaltungskosten. 
  3. Die Studiengebühren an staatlichen Hochschulen sind niedriger als an Privatunis. 


Wie viel geben Studierende aus?

Das Klischee vom „armen Studenten“ stimmt in vielen Fällen. Denn neben der Uni haben die meisten nur wenig Zeit zum Geldverdienen. Trotzdem fallen Kosten an, zum Wohnen, Leben oder Reisen. Den größten Teil ihres Budgets geben Studierende für Lebenshaltungskosten aus.  Nur ein relativ kleiner Anteil entfällt auf das Studium. Folgende Aufstellung beruht auf Zahlen, die 2016 durch die 21. Sozialerhebung herausgefunden wurden: 

13 % Semesterbeitrag

2 % Lernmaterial 

32 % Miete und Nebenkosten

17 % Lebensmittel

9 % Fahrtkosten

8 % Gesundheit und Versicherung

7 % Freizeit

6 % Kleidung 

3 % Kommunikation

3 % Sonstige Ausgaben 

Insgesamt kommt ein Student laut Vermittlungsplattform MyStipendium mit einem Budget von monatlich 570 Euro bis 1.175 Euro gut über die Runden.

So viel kostet die Ausbildung

Wie teuer das Psychologie-Studium ist, hängt vor allem von der gewählten Hochschule ab – ob staatlich oder privat. Denn staatliche Universitäten sind deutlich günstiger als private Institute. An einer Fernuni können die Kosten ganz unterschiedlich ausfallen. An staatlichen Hochschulen bezahlen Studierende einen Semesterbeitrag, der im Jahr 2021 zwischen 127 Euro und 434 Euro liegt (Quelle: MyStipendium). In manchen Bundesländern schließt der Beitrag auch schon das Ticket für den Nahverkehr mit ein. 

An Privatschulen wird es für Studierende richtig teurer. Sie verlangen monatliche Studiengebühren. Wie hoch die sind, hängt von der Hochschule oder Fernuniversität ab. Wer Psychologie studieren möchte, muss beispielsweise an der Hochschule Fresenius mit monatlichen Kosten zwischen 650 Euro und 800 Euro rechnen. Gerade in gefragten Großstädten wie Köln, Hamburg oder München sind die privaten Hochschulen besonders teuer. 

Ein Fernstudium ist erschwinglicher. Ein Psychologiestudium kostet dort monatlich zwischen 150 Euro und 200 Euro. Zusätzlich können Kosten für die Einschreibung oder einzelne Prüfungen anfallen (Quelle: MyStipendium). 

Trotz der hohen Kosten haben Privatschulen auch Vorteile. Vielen verlangen von ihren Studierenden keinen Numerus Clausus. Oft ist das Studium auch interdisziplinärer und praxisorientierter als an staatlichen Hochschulen. Und bei kleineren Kursen haben die Dozenten häufig mehr Zeit für die Betreuung. 

Essen und Miete

Das größte Loch in den Geldbeutel reißen die Lebenshaltungskosten. Wer für das Studium von Zuhause auszieht, muss zum ersten Mal im Leben Miete zahlen. Besonders günstig kommen Studierende weg, die einen der raren Plätze im Wohnheim ergattern oder sich eine Wohnung mit Mitbewohnern teilen. Sie zahlen im Durchschnitt 260 Euro im Monat. In teuren Großstädten zahlen WG-Bewohner allerdings deutlich mehr. Wer alleine wohnt, muss im Durchschnitt monatlich 360 Euro Miete zahlen (Quelle: MyStipendium).  

Die Ausgaben für Versicherungen sind im Studium meist noch überschaubar. Viele können sich während ihrer Zeit an der Hochschule noch über die Eltern krankenversichern. Nur wer älter als 25 Jahr ist oder mehr als 450 Euro im Monat verdient, muss sich selbst um eine Krankenversicherung kümmern. Allerdings bieten diese dann vergünstigte Tarife für Studierende an. Die Höhe orientiert sich am Bafög-Satz. Derzeit kosten diese samt Pflegeversicherung etwa 100 Euro im Monat.

Auch eine Haftpflichtversicherung läuft häufig noch über die Familie. Und eine Hausratversicherung ist für Studentenbuden meist überflüssig. Im Studium der Psychologie sind Auslandsaufenthalte und Praktika gerne gesehen und teilweise auch vorgeschrieben. Solche Ausgaben können die Ausbildung noch zusätzlich verteuern. 

Nützliche Tipps

Falls die Eltern nicht die Mittel haben, das Psychologiestudium komplett zu finanzieren, müssen die Studierenden Geld heranschaffen. Klassiker sind das Bafög oder Studienkredite, etwa von der staatlichen Förderbank KfW. Viele Stiftungen bieten außerdem Stipendien an. 

Sollte all das nicht reichen, können Psychologiestudenten neben der Uni ganz klassisch einen Studentenjob annehmen. Gleichzeitig ist es sinnvoll, während des Studiums die laufenden Kosten möglichst niedrig zu halten. Das klappt mit ein paar einfachen Tipps: 

  • Einen Studienort mit geringen Mieten und niedrigen Studiengebühren wählen
  • Wohnen ist in WGs oder im Studentenwohnheim am günstigsten
  • Im Internet Strom-, Gas- und Internettarife vergleichen
  • Wer nie mit Bus und Bahn fährt, kann sich auf Antrag vom Semesterticket befreien lassen
  • Günstige Studententarife fürs Handy nutzen
  • In der Mensa gibt es das günstigste Mittagessen
  • Kleidung, Haushaltsartikel und Einrichtung aus Zweiter Hand kaufen

FAQs zum Psychologiestudium

Wie hoch ist der Numerus Clausus für Psychologie? 

In der Regel hat man erst gute Chancen auf einen Studienplatz in Psychologie, wenn der Abiturschnitt mit einer eins beginnt. An elitären und beliebten Universitäten ist ein Numerus Clausus von unter 1,3 ein Muss. Wer einen niedrigeren Notendurchschnitt hat, muss auf andere Hochschulen ausweichen. Schlechtere Abiturergebnisse können allerdings mit Wartesemestern, einem Freiwilligen Sozialen Jahr oder dem Losverfahren mit etwas Glück wettgemacht werden. 

Was braucht man, um Psychologie studieren zu können?

Damit Schulabsolventen an einer Hochschule studieren dürfen, benötigen sie das Abitur oder die Fachhochschulreife. Je nach Institut können sie aber auch eine Universität oder Fachhochschule mit einer fachgebundenen Hochschulreife besuchen. Teilweise ist man jedoch auch mit einem Meistertitel, einer Ausbildung plus drei Jahren Berufserfahrung oder einer Aufstiegsfortbildung studienberechtigt, sofern die Lehre fachrelevant war. Selbst wenn die vorangegangene Berufsausbildung nicht im psychologischen Bereich liegt, kann ein Eignungsfeststellungsverfahren herangezogen werden.

Wie viel verdienen Psychologen im Monat?

Laut dem Studienführer Psychologie-studieren liegt das Durchschnittsgehalt eines Psychologen zwischen 2.500 Euro und 7.000 Euro brutto im Monat. Ausschlaggebend sind die Berufserfahrung, die Position und der Arbeitgeber. Psychologen können im Öffentlichen Dienst arbeiten, bei einem privaten Unternehmen angestellt sein oder selbstständig arbeiten. In Krankenhäusern, privaten Praxen, sozialen Einrichtungen oder Unternehmen der freien Wirtschaft. Auch die Region und die individuelle Qualifikation beeinflussen das Gehalt. Psychologen, die einen Masterabschluss vorweisen können, verdienen in der Regel mehr als jene mit Bachelor. 

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