Vorurteile gegen Mütter Home-Office schadet dem Ruf

Das Home-Office soll den Angestellten das Leben erleichtern. Doch vor allem Frauen profitieren häufig nicht davon – ganz im Gegenteil.

von Clare Devlin, wiwo.de | , aktualisiert

Home-Office schadet dem Ruf

Mütter kämpfen mit vielen Vorurteilen – auch das Arbeiten von Zuhause kann ihrem Ansehen schaden.

Foto: Photographee.eu/Fotolia.com

Damit weder im Job noch in der Kindererziehung kürzer getreten werden muss, wird beim Home-Office kurzerhand beides an den selben Ort gelegt. Während in der Theorie das Büro-Outsourcing gut klingt, hat es in der Praxis einen Haken: Frauen, die von Zuhause aus arbeiten, werden weniger respektiert und gelten als weniger engagiert. Das ist das Ergebnis einer Studie, die bei der Konferenz der American Sociological Association vorgestellt wurde.

Ungleiche Geschlechter-Wahrnehmung

Für die Studie wurden 600 Menschen in Amerika befragt. 70 Prozent waren der Meinung, dass einem Mann flexible Arbeitszeiten gewährt werden sollten, wenn er sein Kind von der Kita oder der Schule abholen muss. Nur 57 Prozent der Befragten würden einer Frau in derselben Situation das Arbeiten von Zuhause genehmigen.

Fast ein Viertel der Befragten schätzen Väter wegen eines solchen Antrags als "extrem liebenswürdig" ein. Bei Frauen ist das anders: Nur drei Prozent werden als sympathisch eingestuft, wenn sie wegen ihrer Kinder nach einer Sonderregelung bei der Arbeit fragen. 15,5 Prozent sagen sogar, Frauen seien "überhaupt nicht" oder "wenig" engagiert in ihrem Job, während nur drei Prozent der Männer ein fehlendes Engagement vorgeworfen wird.

Väter haben besseres Image

Männer genießen den "Vaterbonus", erklärt Christin Munsch von der Furman University gegenüber dem Portal "Mashable". Obwohl Gleichberechtigung in vielen Betrieben immer wichtiger wird, werden Männer noch immer als die "Geldverdiener" angesehen. Sie haben weniger Verantwortung bei der Kindererziehung "und wenn sie dann mal aushelfen", so Munsch, "denken alle: 'Was für ein toller Typ!'" Oft würden Kollegen und Vorgesetzte denken, eine Frau könne nicht gleichzeitig von Zuhause aus arbeiten und produktiv sein. Obwohl die Menschen schon seit Langem über die Emanzipation der Frau diskutierten, fehle eine Debatte über die Rolle der Männer, sagt die Professorin für Soziologie. Bis diese Diskussion nicht stattgefunden hat, würden Frauen und Mütter immer mit ihren männlichen Kollegen verglichen und an ihnen gemessen. "Flexible Arbeitszeiten sind gut, um Geschlechterungleichheit entgegenzuwirken", sagt Munsch, "aber vielleicht hält besonders das die Ungleichheit am Leben."

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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