Vorstandsgehälter Bezahlungsobergrenzen für Manager

Die Deutschen kritisieren gerne die Gehälter der Dax-Vorstände. Doch die Unternehmen seien daran selbst schuld, so eine Studie. Sie würden die Bevölkerung nicht informieren, dass sie sehr wohl die Gehälter begrenzen.

wiwo.de | , aktualisiert


Foto: Tobif82/Fotolia.com

Bezahlung nach Leistung

Die deutsche Bevölkerung steht den Managergehältern skeptisch gegenüber: 69 Prozent der Deutschen interpretieren die überzogenen Bonuszahlungen als grundlegendes Problem des Vergütungssystems. 64 Prozent sehen zudem den gesetzlichen Rahmen für die Vergütung von Dax-Vorständen als nicht geeignet an, wie eine Studie vom Marktforschungsinstitut GFK und Demoscope im Auftrag der Unternehmensberatung Hostettler, Kramarsch & Partner (hkp) ergab. 

Die Mehrheit der Bevölkerung ist grundsätzlich der variablen Bezahlung nach Leistung aufgeschlossen und würde laut der Studie dieses Vergütungsmodell auch für sich bevorzugen. 52 Prozent der Befragten sind dieser Meinung.

Doch die mangelnde Regulierung bei der Begrenzung der Vergütungshöhe stößt bei der Bevölkerung auf Kritik. Zudem ergab die Studie, dass die Mehrheit der Deutschen die Bezahlungspraxis der Dax-Unternehmen nur unzureichend kennt. Michael Kramarsch von hkp sagt: "Den Leuten ist die konkrete Situation in den Unternehmen nicht bekannt."

Maßnahmen zur Vergütungsbegrenzung

Deutschland verfüge laut den Autoren der Studie über die höchste Regulierungsdichte im internationalen Vergleich. Die führenden börsennotierten Top-Unternehmen würden die Anforderungen des Deutschen Corporate Covernance Kodex (DCGK) zur Bezahlungsobergrenze erfüllen; sie hätten zudem freiwillig Mechanismen zur Limitierung der Gehälterhöhe eingeführt.

Das Problem in Deutschland sei, so die Autoren der Studie, dass die führenden Dax-Unternehmen nicht ausführlich über ihre Maßnahmen zur Begrenzung von Manager-Vergütungen informieren würden. Hkp-Managing-Partner Kramarsch sieht daher die kritische Haltung der Bevölkerung vielmehr als Produkt verpasster Vermittlungsoffensiven: "Wir haben in Deutschland kein Systemproblem der Top-Management-Vergütung, sondern ein Vermittlungsproblem, das vor allem die Unternehmen und ihre Aufsichtsräte in Angriff nehmen müssen."

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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