Von Teilzeit zu Vollzeit Zurück auf Anfang

Von Vollzeit auf Teilzeit zu wechseln – das klappt oft ohne Probleme. Und was dann? Lesen Sie hier, wie sie wieder zur Vollzeitstelle kommen.

Tina Groll, zeit.de | , aktualisiert

Zurück auf Anfang

Foto: K.C: / fotolia.com

Einmal die Arbeitszeit reduziert – und bis zur Rente in der Teilzeitfalle gefangen? Das muss nicht sein. Auch wenn es noch immer keinen generellen gesetzlichen Anspruch darauf gibt, nach einer Arbeitszeitreduzierung auf eine Vollzeitstelle zurückzukehren, so bieten doch immer mehr Unternehmen ihren Beschäftigten diese Möglichkeit an.

Generell sieht das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) vor, dass Teilzeitbeschäftigte jederzeit eine Aufstockung ihrer Arbeitszeit verlangen können. Der Arbeitgeber muss dem Wunsch nachkommen, sofern er einen entsprechenden freien Arbeitsplatz anbieten kann. Wird gerade eine solche Stelle neu geschaffen oder ist eine vakant, dann muss er diese dem Teilzeitmitarbeiter anbieten, wenn dieser dafür geeignet ist. Gibt es mehrere Teilzeitbeschäftigte, die gleich geeignet sind und eine Aufstockung der Arbeitszeit verlangen, zählen soziale Kriterien: eine zweifache, alleinerziehende Mutter bekommt dann eher den Zuschlag als ein lediger Mann.

Wer Nachwuchs bekommt und Elternzeit nimmt, der hat unmittelbar nach der Elternzeit ebenfalls einen Rückkehranspruch auf die Vollzeitstelle – er muss aber eben vorher auch eine gehabt haben. Der Anspruch auf Vollzeit gilt auch dann, wenn er oder sie innerhalb der Elternzeit in Teilzeit gearbeitet hat. Seit Juli 2015 ist der Elternzeitanspruch noch flexibler geworden und kann bis zum achten Lebensjahr des Kindes genommen werden.

Temporär die Arbeitszeit reduzieren

Wer Angehörige zu pflegen hat und von der Familienpflegezeit Gebrauch macht, hat ebenfalls ein Rückkehrrecht auf Vollzeit. Für die Familienpflegezeit stehen Arbeitnehmern maximal 24 Monate zu. Dabei muss die wöchentliche Arbeitszeit jedoch mindestens 15 Stunden betragen.

Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, so kann dieser eine Betriebsvereinbarung zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf abschließen. Diese kann ein generelles Rückkehrrecht auf Vollzeitarbeit oder Arbeitszeitaufstockung regeln, sodass alle Beschäftigten einen Rechtsanspruch darauf haben. Viele Unternehmen bieten dies schon an.

Wer mit dem Gedanken spielt, einige Monate oder wenige Jahre im Job kürzerzutreten, ohne seine Vollzeitstelle aufzugeben, kann auch eine individuelle Vereinbarung mit dem Arbeitgeber aushandeln. Das gibt beiden Seiten Planungssicherheit. In manchen Unternehmen ist es auch möglich, eine minimale Arbeitszeitreduzierung vorzunehmen – etwa auf 90 Prozent befristet für die Dauer eines Jahres. Bei einem solchen Modell arbeiten die Mitarbeiter den Großteil des Jahres weiterhin Vollzeit – und sparen die verkürzte Arbeitszeit zu einem zusätzlichen bezahlten Urlaub an. Aber Achtung: Bei diesem Modell verringert sich der Arbeitslohn entsprechend.

Zuerst veröffentlicht auf zeit.de

Artikel teilen

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...