Verspielter Manager Lego aus Leidenschaft

Tobias Rögner, 28, lässt als Brand Manager der Legoland Discovery Centre bunte Welten aus Legosteinen entstehen. Das nächste eröffnet in Duisburg.

Katja Stricker | , aktualisiert

Tobias Rögner lebt seit Wochen aus dem Koffer. Zwei Tage Berlin, drei Tage Duisburg, eine Stippvisite in London, dann vier Tage Chicago. Nach einem kleinen Zwischenstopp in Hamburg, um im Büro nach dem Rechten zu sehen - und die Wäsche zu waschen -, geht der Reisemarathon von vorne los. So sieht derzeit der Alltag des 28-Jährigen aus. Tobias Rögner ist Brand Manager für die Legoland Discovery Centre und für die im März 2007 eröffnete Indoor-Attraktion in Berlin sowie die geplanten Center in Duisburg und Chicago zuständig.

"Wir stehen kurz vor den Eröffnungen, da muss das Privatleben schon mal ein bisschen hinten anstehen", sagt Rögner. In Duisburg gehen die Vorbereitungen jetzt in den Endspurt. Bereits am 19. April soll das zweite Legoland Centre in der ehemaligen Werhahnmühle am Duisburger Innenhafen seine Tore öffnen. Dort entsteht auf rund 3500 Quadratmetern zurzeit eine bunte Lego-Welt. Aus mehreren Hunderttausend der bunten Plastiksteine haben einige Dutzend Modelldesigner in den vergangenen Wochen bereits das Ruhrgebiet mit bekannten Bauwerken wie der Zeche Zollverein, dem Gasometer in Oberhausen und dem Duisburger Innenhafen im Miniformat nachgebaut. In der Drachenburg wird es in Kürze Ritter, Drachen und Burgfräulein zu bestaunen geben, auf dem Dschungel-Quizpfad wilde Tiere wie Tiger, Schlangen, Nilpferd und Affen.

Welche Attraktionen in den neuen Lego-Centern für die Besucher gebaut werden, da hat auch Rögner ein Wörtchen mitzureden. Denn der Brand Manager ist für die Marketingstrategie und Entwicklung der Marke zuständig. "Dazu gehört natürlich auch die Gestaltung des Centre und die Entscheidung: Was wollen die Kinder und ihre Eltern sehen?" erklärt Rögner. Anhand der Gestaltungsvorschläge des Betriebswirts und seines Teams erarbeiten die Modelldesigner bei Lego in Dänemark konkrete Ideen für Figuren und Modelle.

Die kleinen bunten Plastiksteinchen beschäftigen Rögner schon seit seiner Jugend. "Lego ist für mich eine Passion", sagt er. Da der gebürtige Thüringer selber noch keine Kinder hat, darf sich momentan vor allem sein sechsjähriger Neffe regelmäßig über große Legopakete von Onkel Tobias freuen - so wie kürzlich. "Um ehrlich zu sein, habe ich an dem Nachmittag fast selber mehr damit gespielt", gibt er lachend zu. Sein Neffe sei aber wesentlich besser beim Aufbauen. "Ich bin einfach etwas aus dem Training", so Rögner. Als Kind, gesteht er, sei er weniger der kreative Typ gewesen, der wild drauflos gebaut hätte, sondern "ich habe mich mehr an die Vorlagen gehalten und die nachgebaut".

Bei so viel Begeisterung wundert es nicht, dass der Betriebswirt "überdurchschnittlich viel" arbeitet - und das auch noch gern. Da er zurzeit drei Lego-Center betreut und parallel weitere mögliche Standorte in den USA unter die Lupe nimmt, geht vor allem fürs Reisen sehr viel Zeit drauf. "Ich bin Dauergast auf Bahnhöfen und Flughäfen", erzählt er. An den ständigen Wechsel zwischen den Zeitzonen hierzulande und Chicago - zurzeit immerhin ein Unterschied von sieben Stunden - hat sich "mein Körper schon gut eingestellt", so der Jungmanager. Drei oder vier Tage verbringe er dann mindestens in den USA, sonst "lohnt sich die ganze Reiserei nicht".

Trotz seines stressigen Jobs, versucht Rögner Freunde und Familie nicht zu vernachlässigen: "Wenn ich in Hamburg bin, melde ich mich regelmäßig bei Freunden", sagt der Wahlhamburger. Geboren und aufgewachsen ist Rögner, der heute um die Welt jettet, im Thüringer Wald. Nach seinem BWL-Studium arbeitete er zunächst in einer Tourismusmarketing-Agentur im Erzgebirge, bevor er 2005 nach Hamburg zur Merlin Entertainments Group wechselte. Das Unternehmen betreibt neben den Legoland-Centern auch den Heide Park in Soltau, Sea-Life-Parks in ganz Europa, das Dungeons in Hamburg sowie Madam Tussauds Wachsfigurenkabinett.

Seit gut einem halben Jahr ist er als Brand Manager für die Legoland-Indoor-Center zuständig. "Arbeiten in der Freizeitindustrie war für mich immer schon ein Traumjob", erzählt Rögner. "Die Kinder zu beobachten ist toll - und die Papas", fügt er hinzu, "die haben mindestens genauso viel Spaß wie der Nachwuchs." Ein Leben aus dem Koffer, wie zurzeit, das sei aber nichts für immer. Die nächsten Monate wird es allerdings noch zum Alltag von Rögner gehören, denn "mein Sommer heißt Chicago". Im August soll dort das erste Legoland Discovery Centre in den USA eröffnet werden. Das erste von vielen, hofft der Lego-Manager.

Artikel teilen

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...