Verkappte Angestellte Scheinselbstständigkeit richtet hohen Schaden an

Viele Selbstständige sind eigentlich Angestellte: Gut ein Drittel der Freischaffenden sitzt regelmäßig bei ein und demselben Auftraggeber im Büro oder haben nur einen einzigen Kunden. Sanktionen fürchtet aber niemand.

wiwo.de, dpa | , aktualisiert

Scheinselbstständigkeit richtet hohen Schaden an

Foto: Nagel's Blickwinkel / fotolia.com

Ein großer Teil der Selbstständigen müsste nach einer Untersuchung der Wirtschaftsberatung Ernst & Young eigentlich sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden. In Deutschland seien etwa 1,2 Millionen in einem Arbeitsverhältnis, das potenziell scheinselbstständig sei, heißt es einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Das seien gut 28 Prozent aller Selbstständigen. Der volkswirtschaftliche Schaden könne für die Sozialversicherungssysteme damit auf mehr als drei Milliarden Euro geschätzt werden.

Etwa 24 Prozent der Selbstständigen seien in den Räumen des Auftraggebers tätig und in dessen Betriebsablauf eingebunden. Zehn Prozent arbeiteten nur für einen einzigen Auftraggeber. Ein Fünftel ist länger als 18 Monate für einen Auftraggeber tätig. 82 Prozent der befragten Unternehmen halten das Risiko von Sanktionen allerdings für gering.

"Erhebliche Steuernachzahlungen, Strafzahlungen, persönliche Haftung von Führungskräften und der Verlust von Reputation – das Schadenspotenzial für Unternehmen ist enorm", warnt Markus Lohmeier, bei Ernst & Young für die Themen Integrität und Recht zuständig.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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