Uni Genf Der MBA für einen besseren Planeten

Programme, die sich dem sozialen Wirtschaften verpflichten, werden immer beliebter. Die Universität Genf bietet ein solches an - den International Organizations MBA. Er ist eines der bestbewerteten Programme Europas.

Helga Wienröder | , aktualisiert

Wenn die krisengeschüttelte Wirtschaft Führungskräfte sucht, dann oft Manager, die abgestürzte Aktienkurse rasch wieder nach oben treiben. Viele MBA-Programme unterstützen noch heute diese kurzfristige Ausrichtung. Einer neuen Generation von Studenten geht es aber darum, ein respektables Einkommen zu erzielen und gleichzeitig die Welt zu verbessern. In MBA-Programmen, die sich der Kultur des sozialen Wirtschaftens verpflichtet fühlen, finden sie sich wieder. Zum Beispiel in Genf: Das Programm International Organizations MBA (IOMBA) der Universität ist eines der best bewerteten in Europa.

"Schon seit längerer Zeit brauchen Organisationen im sozialen Sektor Mitarbeiter, die beides vereinen: eine sehr gute Ausbildung als Manager und die Entscheidung, sich für die Lösung globaler Probleme einzusetzen", sagt Programm-Koordinator Marshall Sitten. Dafür ist der IOMBA gemacht.

Nicht nur NGOs sind Arbeitgeber

Das Leitbild "Global Managers for Global Organisations" zeigt, dass die Teilnehmer nicht nur in Nichtregierungsorganisationen oder den vielen in Genf ansässigen humanitären Institutionen wie Rotem Kreuz, UNO oder World Trade Organisation arbeiten. Etliche sind auch bei multinationalen Unternehmen wie Caterpillar, McKinsey, Novartis oder Procter and Gamble beschäftigt.

Inhaltlich gleicht das Programm einem generalistischen Vollzeit-MBA, jedoch immer mit dem Fokus auf Internationale Organisationen. Fallstudien und Gruppenarbeiten gehören dazu. In allen Fächern und Seminaren liegt der Schwerpunkt explizit auf der Kultur des sozialen Wirtschaftens - mit dem Anspruch, dass dies kein Widerspruch zum profitablen Management ist.

Studenten wie den Sigmaringer Michael Hinsch zieht das Programm an. Für die Organisation Malteser International war er vor seinem Zusatzstudium zwei Jahre in Burma. Einen ersten Abschluss in Philosophie hatte er schon, den IOMBA hat er 2009 abgeschlossen. Seitdem arbeitet Hinsch als Business Manager bei der Genfer Beratungsfirma IDO International Development Opportunities, die Unternehmen mit international tätigen Finanzinstituten wie Weltbank oder Afrikanischer Entwicklungsbank zusammenbringen will.

Auch der 35-Jährige Stuttgarter Gregor Henneka - Marketing und Kommunikationsfachmann - hatte von Leuten rund um den Rennsport, "die nur ans Geld denken", genug. Als Sponsoringbeauftragter für Festivals und Sportmarketing warb er vor seinem MBA-Studium Geld ein, unter anderem für das Formel-1-Team von BMW. Jetzt arbeitet er bei Unicef in Genf als Fundraising-Spezialist. Und es stört ihn kein bisschen, wenn sein Bankberater sagt: "Gell Herr Henneka, Sie machen jetzt etwas Karikatives."

DAS PROGRAMM

Ein Jahr dauert der International Organizations MBA (IOMBA) der Universität Genf und deckt in 24 Modulen die Themen eines generalistischen MBA-Programms wie Finanzierung, Bilanzierung, Strategie oder Marketing ab. Die Fallstudien und Beispiele im. Studium beziehen sich auf internationale Organisationen.

Neun Monate studieren die Teilnehmer in Genf, das dreimonatige Pflichtpraktikum und die Diplomarbeit müssen nicht dort absolviert werden. Das englischsprachige Programm kostet 27 500 Euro.

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