Umweltwirtschaft Die grüne Branche wächst

Klimaschutz zahlt sich aus: Die Umweltindustrie verändert die gesamte Wirtschaft und entwickelt sich zur Leitbranche. Ernährungs-, Energie- oder Bauwirtschaft sind Branchen, die besonders von den Veränderungen profitieren. Der Wandel bringt neue Berufe und zahlreiche Jobs.

Marc Winkelmann | , aktualisiert

Zum Schluss ihrer Führung durch den Supermarkt steuert Babette Nitschke doch noch auf die Drogerieartikel zu. Sie geht am Weinregal entlang, biegt links und gleich wieder rechts ab. Bei den Handcremes hält sie und schiebt eine Packung beiseite. Die großen Neuerungen hat sie bereits erklärt, und damit das grüne Gewissen von Tengelmann aufgezeigt: die Solarzellen auf dem Dach, die automatisierte Lichtsteuerung, die Türen an den Kühltheken.

Jetzt geht's ins Detail. "Diese Luftschlitze in den Regalböden hier, die sind auch sehr wichtig", sagt sie. "Sehen Sie? Durch diese Schlitze musste früher die Abluft der Beleuchtung entweichen. Sie hätte sonst den Shampoos und Parfüms geschadet." Und jetzt? "Jetzt sind sie überflüssig!" Es sind LED-Lampen, die kaum Wärme abgeben.

Vom Supermarkt zum Klimamarkt

Im Mülheimer Tengelmann in der Wissollstraße 60 ist einiges anders. Sechs Sonden liefern Erdwärme aus 130 Metern Tiefe, die Abwärme der Kühlschränke heizt die Nebenräume, die Luftzufuhr ist abhängig von der Zahl der Kunden, eine Zisterne fängt Regenwasser auf. Volumen: 100 000 Liter.

Zwei Monate lang wurde der Supermarkt umgebaut. Jetzt heißt er "Klimamarkt" und verbraucht nur noch halb so viel Energie. "Wir wollen zeigen, was technisch alles möglich ist", sagt Nitschke. Bis zu dreimal pro Woche führt sie Kunden, Schulklassen und Gäste von der Konkurrenz durch den deutschlandweit einmaligen Markt. Nächstes Jahr will der Handelskonzern Bilanz ziehen und entscheiden, ob weitere Filialen zu Klimamärkten umgebaut werden.

Zeit für den Umwelt-Umbruch

Der Klimaschutz ist in der Wirtschaft angekommen. "Es herrscht Aufbruchstimmung in Deutschland", sagt die Energieökonomin Claudia Kemfert, die die Weltbank und die Vereinten Nationen berät und an der Humboldt-Universität in Berlin lehrt. "In den Chefetagen passiert sehr viel." Baufirmen spezialisieren sich auf energiesparende Dämmtechniken, Fondsmanager investieren in nachhaltige Aktien, Telefonhersteller entwickeln Solarhandys, Logistiker rechnen durch, welche Verkehre am meisten CO2 einsparen.

Vier Prozent trug die Umweltwirtschaft im Jahr 2005 zum Gesamtumsatz der deutschen Industrie bei. Bis 2030 wird der Anteil laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger auf 16 Prozent wachsen. Die Branche würde damit die bis dato führenden Branchen Fahrzeug- und Maschinenbau übertreffen und zur Leitindustrie des 21. Jahrhunderts aufsteigen. Bereits heute zählt sie knapp zwei Millionen Beschäftigte. Umweltminister Sigmar Gabriel spricht von der "dritten industriellen Revolution".

Wie dieser Wandel im Kleinen aussieht, zeigt sich in Wettringen. In der Kleinstadt nordwestlich von Münster fertigt der Technologiekonzern Bosch seine Solarkollektoren. Der ursprünglich eigenständige Solarthermiehersteller, der heute Bosch Thermotechnik heißt, wurde 1978 gegründet, und gehört zu den ältesten in Deutschland. Werksleiter ist Thomas Volz. Er sitzt an dem Konferenztisch im ersten Stock und zeichnet die Entwicklung mit ein paar Charts nach. Rund 23 Jahre dauerte es, bis 100000 Kollektoren verkauft waren. Danach steigt die Absatzkurve steil an. Im Frühjahr 2008, nur sieben Jahre später, lief das 500000. Exemplar vom Band. Die Nachfrage sprengte die Kapazitäten.

Solarthermik stark Saisonabhänig

Bosch beschloss, die Fabrik zu vergrößern. Fertig wird sie erst in ein paar Wochen, der Eingangsbereich mit dem Fischteich in der Mitte ist noch eine Baustelle. Aber das Herzstück, die drei Fertigungslinien mit den leuchtend gelb und blau gestrichenen Anlagen, die Anfang des Jahres fünf Wochen lang stillstanden, läuft wieder. "Unsere Hochsaison geht von April bis Oktober, danach fällt die Produktion stark ab", sagt Volz und blättert zu der Grafik mit den Mitarbeiterzahlen. In Spitzenzeiten muss er die Mannschaft mit Leiharbeitern nahezu verdoppeln. "So eine große Saisonalität finden Sie sonst nur bei Lebkuchen oder Osterhasen."

Der Ausbau des Wettringer Werks ist Teil einer langfristigen Strategie. Zwar verdient der Industriekonzern sein Geld noch immer vor allem mit Kraftfahrzeugtechnik. Der Umsatz mit den erneuerbaren Energien ist vergleichsweise gering. Aber er wächst. Im letzten Jahr kaufte Bosch den Erfurter Solarhersteller Ersol für mehr als eine Milliarde Euro. Gleichzeitig steigt der Anteil der energiesparenden Produkte, darunter etwa Hybridmotoren, die Bosch den Autoherstellern liefert. Und: Bereits 40 Prozent seiner Forschungsausgaben steckt das Unternehmen in die Umwelttechniken. Werksleiter Volz glaubt, dass der Kurs richtig ist. "Der Sexappeal der erneuerbaren Energien wird auch in Zukunft sehr hoch sein."

Der Markt ist noch lang nicht satt

Bei Siemens denkt man ähnlich. Vorstandsvorsitzender Peter Löscher hält den Klimawandel für "einen Megatrend unseres Jahrhunderts", es lohne sich, in den "enorm wachsenden Markt zu investieren", schrieb er kürzlich. 2008 machte das Unternehmen fast 19 Milliarden Euro mit grünen Produkten, das ist rund ein Viertel des Gesamtumsatzes. In zwei Jahren sollen es 25 Milliarden Euro sein.

Umweltschutz hilft Unternehmen

Bis vor wenigen Jahren galten Ökologie und Ökonomie als unvereinbar. Auf die Frage, wann sich dieser Glaube verändert hat, gibt es verschiedene Antworten. Michael Otto, Aufsichtsratschef des gleichnamigen Handelskonzerns, fing bereits Ende der 70er-Jahre an, die Pakete und Päckchen im Versandhandel auf Recyclingpapier umzustellen. 1986 erklärte er den Umweltschutz zum Unternehmensziel, fand aber wenig Nachahmer. "Für die meisten anderen Unternehmer war ich ein Exot", sagt er (siehe Interview).

Torsten Henzelmann, Umwelttechnikexperte bei Roland Berger, setzt den Wendepunkt später an. "Die grüne Transformation begann in der Boomphase um die Jahrtausendwende. Damals merkten die Unternehmen, dass sie durch den Klimaschutz Kosten senken und es sich deshalb nicht mehr erlauben können, Ressourcen zu verschwenden." Für Claudia Kemfert ist Al Gores Dokumentarfilm "Eine unbequeme Wahrheit" ein entscheidender Impulsgeber gewesen. "Dieser Film hat sehr dabei geholfen, dass die Öffentlichkeit Druck auf die Konzerne ausübt und klimaneutrale Produkte nachfragt", sagt sie.

Klimawandel und Wirtschaftsleistung hängen zusammen
Ein weiterer Weckruf war der Bericht des Ökonomen Nicholas Stern. 2006 sagte der Brite voraus, dass die weltweite Wirtschaftsleistung bis 2050 um 20 Prozent einbricht, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen nicht drastisch reduziert wird. Und er rechnete vor, dass es deutlich günstiger ist, Emissionen zu vermeiden, statt die Folgen zu bekämpfen. Die Erderwärmung und die zunehmenden Stürme, die Überschwemmungen, Waldbrände und Dürreperioden treffen zahlreiche Branchen: den Tourismus, das Gesundheitswesen, die Land-, Forst- und Wasserwirtschaft, die Energiebranche, die Finanz- und Versicherungsunternehmen.

Wie man auf diese Entwicklung reagieren sollte, hat Deutschland früh vorgemacht. Das Bewusstsein für die Natur ist hierzulande traditionell stärker ausgeprägt als in anderen Ländern. Hinzu kam die Umweltpolitik, die maßgeblich von den Grünen geprägt wurde. Schon in den 80er-Jahren entstanden neue Verordnungen und Gesetze, etwa zum verschärften Luft- und Gewässerschutz.

Die Wirtschaft klagte über die Auflagen, rüstete ihre Anlagen und Schornsteine aber um und erfand neue Produkte. "Der ordnungspolitische Rahmen hat dafür gesorgt, dass die deutsche Umweltindustrie zu den weltweit führenden zählt", sagt Kemfert.

Energiemarkt wurde per Gesetz für die Umwelt geöffnet

In dieser Zeit wurde auch der Grundstein für den Boom der erneuerbaren Energien gelegt: das Stromeinspeisegesetz. 1990 wurde es beschlossen. Es versprach jedem, den Strom aus einer Solarzelle oder einem Windrad einspeisen zu dürfen. Die Höhe der Vergütung wurde ebenfalls festgelegt und regelte, dass sich die Investitionen auszahlen. Was damals unbeachtet von der Öffentlichkeit eingeführt wurde, ist für die Unternehmen heute - dank der staatlichen Subventionen - ein lukratives Geschäft. Der Anteil der erneuerbaren Energien liegt in Deutschland bei 15 Prozent. Bis 2020 soll er 30 Prozent betragen. So ist es politisch gewollt.

Es ist ein ehrgeiziger Plan, aber einer, der machbar ist, sagt Norbert Giese, der Leiter des Offshore-Geschäfts beim Windrad-Hersteller Repower. Damit er in Erfüllung geht, errichtet Giese zusammen mit Partnerunternehmen derzeit Deutschlands ersten Windpark auf hoher See. Eröffnet werden soll "Alpha Ventus" im Sommer, 45 Kilometer nördlich von Borkum. Präzise vorhersagen lässt sich der Termin nicht. Die Bedingungen in der Nordsee stellen die Firmen vor enorme Herausforderungen.

Offshore-Anlagen bergen Chancen und Gefahren

Wenn Giese davon erzählt, klingt es nach einem großen Abenteuer. Tosender Wind, meterhohe Wellen, Geräte von gigantischen Ausmaßen - Offshore birgt Gefahren und Überraschungen. Es sei eine "eigenständige erneuerbare Energie, die sich am Anfang der Serieneinführung befindet", sagt er. Dass sie wachsen muss, steht für ihn außer Frage. "Ohne die Offshore-Anlagen lassen sich die Klimaschutzziele nicht erreichen."

Für eine nennenswerte Steigerung der Stromquote reichen die Anlagen auf dem Land inzwischen nicht aus. Auf dem Wasser hingegen bläst doppelt so viel Wind. Deshalb liegt dort die Zukunft. Nur wie das Berufsbild der Servicekräfte und Projektingenieure aussieht, die zwei, drei Wochen am Stück mit einem Schiff von Anlage zu Anlage fahren, das ist ebenso unklar wie der Personalbedarf. Wie viele neue Mitarbeiter er benötige? "Viele", sagt Norbert Giese.

Neue Mitarbeiter werden stets gesucht

Erledigt ist die herkömmliche Windkraft aber keineswegs. Neue Flächen sind ausgeschrieben, alte Anlagen müssen erneuert und gegen leistungsstärkere ausgetauscht werden. Repower erwirtschaftet damit ebenso wie die Wettbewerber einen Großteil seines Umsatzes und sucht Mitarbeiter; hinter jedem Stellenangebot auf der Homepage ist unter dem Punkt Eintrittstermin "baldmöglichst" notiert. Eine Bedingung für den Einstieg: Bewerber müssen jederzeit damit rechnen, auch mal auf hoher See eingesetzt zu werden.

Das ist typisch für weite Teile der Umweltindustrien. "Wer im Klimaschutz arbeiten will, muss flexibel sein", sagt Theo Bühler, Geschäftsführer des Wissenschaftsladens Bonn. Die meisten Unternehmen sind jung, es dominiert Projektarbeit, und die Hierarchien sind flach. "Das ist reizvoll für Absolventen, man kann sich stärker einbringen als in etablierten Berufen." Andererseits: Weil die Firmen sich entwickeln, suchen sie Mitarbeiter mit Berufserfahrung. Wer die mitbringt, wegen der starken Internationalisierung Englisch spricht und teamfähig ist, hat gute Aussichten, sagt Bühler.

Zahlreiche Stellen werden angeboten

Sein Verein untersucht jede Woche die grünen Stellenanzeigen in knapp hundert Zeitungen und Onlinediensten. Das Wachstum ist eindeutig. Zwischen 2004 und 2006 stieg die Zahl der offenen Stellen um jährlich 15 Prozent. 2008 legte der Markt gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent zu, knapp 10000 Stellen waren zu vergeben.

Besonders bei den erneuerbaren Energien war das Angebot 2008 groß: Sie wuchsen um 23 Prozent. Vor allem Ingenieure wurden fündig: In einem Drittel der Anzeigen suchten Firmen Bau-, Verfahrens- und Wirtschaftsingenieure. Sie zählten ebenso zu den Gewinnern wie Chemiker, Verfahrenstechniker und Elektrotechniker. Aber auch Wirtschaftswissenschaftler, Journalisten, Soziologen und Juristen sind gefragt. Ihr Anteil beträgt mehr als 20 Prozent. Laut des Umweltwirtschaftsberichts, den das Umweltministerium im Januar erstmals veröffentlichte, zählen zu den Zukunftsmärkten Energieeffizienz, nachhaltige Wasserwirtschaft, nachhaltige Mobilität, Energieerzeugung, Rohstoff- und Materialeffizienz sowie die Abfall- und Kreislaufwirtschaft.

Die Krise schadet der Umweltbranche kaum

Doch sind die Umweltberufe auch krisenfest? "Ich glaube, dass die Stellen krisenfester sind als in anderen Branchen", sagt Sylvia Schwermer, Volkswirtin im Umweltbundesamt. "Unternehmen der Umweltbranche orientieren sich stärker an langfristigen Zielen wie Klimaschutz, Ressourcenschonung und nachhaltige Produktion. Dies zahlt sich in der Krise aus."

Torsten Henzelmann sieht durchaus eine Abschwächung, hält sie aber mittel- und langfristig für nicht entscheidend. "Einerseits können viele Technologien gar nicht unter der Krise leiden, weil sie immer noch staatlich gefördert werden. Andererseits hat inzwischen jede Nation das Ziel, die Umwelt zu schützen und CO2 einzusparen. Ich erwarte, dass sich das Wachstum der letzten Jahre fortsetzt." Deutschland, die exportstarke Nation, dürfte auch von dieser Entwicklung profitieren. Eine Kehrseite des Booms: Mitunter färben sich Unternehmen grüner als sie es tatsächlich sind. "Greenwashing" heißt das neudeutsch und meint die gezielte Desinformation der Öffentlichkeit bei ökologischen Themen.

Grünes Image ist beliebt

"Vor allem Firmen, die ihr Geld mit der Verschmutzung der Umwelt verdienen, also Energie-, Flug- und Autokonzerne, tendieren dazu, sich ein grünes Deckmäntelchen umzuhängen", sagt Andree Böhling, Energieexperte bei Greenpeace. Ein Beispiel dafür sind Werbekampagnen, in denen Firmen ihr Engagement in kleinen Öko-Projekten hochjubeln. Das Kerngeschäft, mit dem das Geld gemacht wird, bleibt derweil dreckig.

Wer sich für eine Firma interessiert, dem rät Böhling, sich vorab ein umfassendes Bild zu machen. Der Nachhaltigkeitsbericht sei eine Quelle, andererseits informieren Umweltverbände und Lobbygruppen im Internet. "Wichtig ist es, die Informationen zu hinterfragen und den Unternehmen mit einer gesunden Skepsis zu begegnen."

Die Autobranche poliert ihr Image

Der Grund für die Greenwashing-Strategie ist einfach: Der Druck der Konsumenten ist groß geworden. Die Nachfrage nach ökologisch korrekten Produkten und Arbeitgebern lässt sich nicht mehr adhoc befriedigen. Und wer zu spät reagiert - wie die Autoindustrie -, versucht seine Versäumnisse der letzten Jahre werbewirksam zu vertuschen.

Ginge es nach einigen kurzsichtigen Managern, bliebe es dabei. Claudia Kemfert erlebt das regelmäßig, zum Beispiel im vergangenen Jahr, als ein hochrangiger Automanager auf einer Podiumsdiskussion vor Bankern abstritt, dass seine Branche etwas gegen den Klimawandel tun könne. "Daran habe ich wieder gemerkt, dass die Branche nicht nur wegen der Finanzkrise ein Problem hat." Auch in Brüssel komme es vor, dass die Hersteller Umweltschutzziele der Politik torpedieren, so Kemfert.

Das ökologische Bewusstsein steigt weiter an

Zurück zu den alten Mustern wird es aber nicht gehen. Unternehmer Michael Otto glaubt, dass man Produkte, "die nicht umweltfreundlich und sozialverträglich sind, in Zukunft gar nicht mehr verkaufen kann". Aus der einst belächelten Minderheit der Ökos ist die wachsende Schicht der sogenannten Lohas geworden, der Menschen, die nach amerikanischem Vorbild einen "Lifestyle of Health and Sustainability" leben, wie George Clooney ein Elektroauto fahren wollen, Stromwechselpartys feiern und sich auf dem lokalen Wochenmarkt das Putenfleisch vom Bio-Schlachter leisten.

Das ist auch Matthias Rischaus Zielgruppe. In Berlin hat er die Gastro-Firma Gorilla gegründet und bietet "natürliches Fast Food" an, Salate, Suppen, Rohkost, "zu 100 Prozent Bio". Vier Restaurants und einen Catering-Service gibt es inzwischen, zu seinen Kunden zählen Supermärkte und Unternehmen, die er mit Frühstück und Mittagsmenüs beliefert.

Natürliches Fast Food lief nur schleppend an

2003, in seiner Vaterzeit, kam ihm die Idee. Er schrieb ein erstes Konzept, trennte sich von seinem Beruf als Manager der Kleinkunstbühne "Bar jeder Vernunft" und suchte sich einen Geschäftspartner. Vergeblich, zunächst. Zwei Jahre vergingen, dann erst traf er den Unternehmensberater Jens Bäumer. Sie verstanden sich, überarbeiteten das Konzept und Bäumer kündigte seinen Vertrag bei der Personalberatung Kienbaum.

Noch arbeitet die Kette nicht wirtschaftlich, und es dauerte, bis Rischau sich wie ein Gastronom fühlte. Dinge ausprobieren, Ideen wieder fallen lassen - auch das gehört zu dem Plan, sich in einer neuen Branche selbstständig zu machen. Ein Restaurant in Kreuzberg mussten sie wieder schließen, die Kunden zogen nicht mit. "Alle sagen: ,Toll!' - Gehen dann aber woanders essen. Die Gewohnheiten ändern sich nur sehr langsam."

Die Zukunft wird noch grüner

Dass sie sich aber ändern, das steht für ihn außer Frage. "Wir stehen vor einer New Ecology, einer grünen Revolution. Alles wird und muss sich ändern, ob es unser Strom ist, der Verkehr oder eben das Essen." Sein Gorilla-System will er weiter ausbauen. Anfragen von potenziellen Franchise-Nehmern gebe es bereits.

Matthias Rischau und Jens Bäumer zählen zur größten Gruppe der grünen Arbeiter. Von den insgesamt 1,8 Millionen, die der Bericht des Umweltministeriums zählt, sind 1,1 Millionen im Sektor der "umweltorientierten Dienstleistungen" tätig. Dazu zählen Öko-Bauern und Energieberater ebenso wie Handwerker.

Tatsächlich dürften es noch mehr Beschäftigte sein. Die Grenzen zwischen den Berufen sind fließend, und wer in sehr jungen Feldern wie dem Öko-Tourismus arbeitet, Außendienstler für umweltbewusste Turnschuhe ist, als landwirtschaftlicher Projektmanager für die Welthungerhilfe nach Afghanistan geht oder sich Welterbemanager nennt -alle Stellen waren kürzlich ausgeschrieben-, der taucht in keiner Statistik auf. Nicht ohne Grund spricht der Umweltwirtschaftsbericht von einer "Querschnittsbranche". Der Klimaschutz erfasst die gesamte Wirtschaft.

Die neuen Herausforderungen sind eine Chance für Innovation

Oder sollte es zumindest tun. Denn wer nicht reagiert, läuft Gefahr, zu den Verlierern zu zählen. DB Research, die Forschungsabteilung der Deutschen Bank, ermittelte vor zwei Jahren, wie sich der Klimawandel und die verschärften Verordnungen auf einzelne Branchen auswirken. Das Ergebnis: Bauwirtschaft, erneuerbare Energien, Maschinenbau und Chemieindustrie profitieren besonders, die fossile Energiebranche verliert. Aber: In jeder Branche gibt es Gewinner und Verlierer. Es kommt nur darauf an, die neuen Herausforderungen anzunehmen. Dann hat auch der Verkehrssektor eine grüne Zukunft.

Noch sind die Wirtschaft und die Forschung gut aufgestellt. Deutschland führt den Welthandel für Umweltgüter mit 16 Prozent an und meldet jedes Jahr mehr Umweltschutzpatente an als alle anderen Länder. Das kann sich aber schnell ändern. US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, 83 Milliarden US-Dollar seines Konjunkturpaketes in die grünen Branchen zu investieren. Hinzu kommen Risikokapitalgeber, die den Markt für sich entdecken. Das ist eine Chance für deutsche Unternehmen, Technologien zu exportieren. Andererseits droht in den kommenden Jahren ein Sog, der Experten und Wissenschaftler abwandern lassen könnte.

Die internationale Konkurrenz ist groß

"Ich mache mir Sorgen, ob wir unsere Spitzenposition halten", sagt Torsten Henzelmann. Viele Firmen könnten den massiven Investitionen anderer Regierungen nur wenig entgegenhalten und hätten Nachholbedarf bei der Internationalisierung ihres Geschäfts. 60 Prozent des deutschen Umweltumsatzes wird von Mittelständlern mit weniger als 250 Mitarbeitern erzielt.

Um die richtige Zukunftsstrategie ringen inzwischen Konzerne und Nationen. Japan, Frankreich, Italien - alle investieren. Norwegen und Costa Rica haben angekündigt, die ersten CO2-neutralen Länder werden zu wollen. Und auch der Heilige Stuhl wird grün. Der Vatikan will eine Solaranlage bauen lassen, die 130000 Menschen mit Strom versorgen könnte. Da der Kirchenstaat nur etwa 750 Einwohner hat, soll der überschüssige Strom verkauft werden. Selbst Papst Benedikt XVI. merkt: In den grünen Märkten liegt die Zukunft. Grüne Aussichten.

Umweltbewusst leben? Das kann doch nicht schwer sein. Dachte unser Autor Marc Winkelmann und hat es einen Tag lang versucht. Er ist gescheitert.

8.30 Uhr Frühstück

In der Zeitung lese ich, dass zwei Anfragen bei Google so viel CO2 freisetzen wie das Aufkochen einer Tasse Tee. Ich schalte meinen Laptop an und recherchiere, ob es alternative Suchmaschinen gibt. Ich finde eine, sie heißt Ecocho, ist letztes Jahr gestartet und verspricht, für jede tausendste Suchanfrage zwei Bäume zu pflanzen. Allerdings ist sie schon wieder offline. Sind dem Betreiber die Bäume ausgegangen? Das Ergebnis hat mich ein paar Versuche bei Google gekostet. Zum Ausgleich beschließe ich, eine Woche lang auf meinen Frühstückstee zu verzichten.

11 Uhr Energieberatung

Ich habe einen Termin bei der Verbraucherzentrale. Unser Stromverbrauch ist ungewöhnlich hoch. Ist die neue Wohnzimmerlampe mit ihren 25 Glühbirnen schuld? Nicht gerade das Öko-Modell. Vor mir sitzt ein hagerer Mann, Anfang 50, er scheint zuletzt vor drei Jahren gelacht zu haben. Es liegt an ihrem Wassererhitzer, sagt er. Und rechnet vor: Einmal baden kostet so viel Strom wie zehn Stunden lang die Lampe aufzudrehen. Daher die hohe Rechnung. Er duscht seit Jahren mit einer Sparbrause, und das dauert nur eine Minute. Baden sei nicht verantwortungsvoll, sagt er. In diesen Zeiten! Wie lange wohl sein letztes Date her ist?

12.30 Uhr Mittag

Ich überlege, was wir essen sollen. In unserer Gemüsekiste sind noch Pastinaken und Steckrüben übrig geblieben. Die mögen wir beide nicht. Das ist der Nachteil: Einmal pro Woche bekommen wir eine Kiste mit frischen Bio-Produkten aus der Region geliefert, aber immer sind auch Sachen dabei, von denen ich noch nie gehört habe. Und Rezepte dazu habe ich auch keine. Aus Mangel an Alternativen schieben wir zwei Pizzen in den Ofen. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Mit den Pastinaken und Steckrüben versuche ich es morgen noch mal.

13.30 Uhr Hausflur

In dem Buch "Wir Klimaretter" stand, dass Woche für Woche ein Wald nur für Werbesendungen gefällt wird. Ich nehme mir einen Blankoaufkleber, schreibe "Keine Werbung einwerfen!" darauf und bringe ihn an unserem Briefkasten an. Ich bin nicht der Erste im Haus. Als ich zurück in die Wohnung will, kommt ein Schüler herein, der Flyer eines Pizza-Lieferanten austrägt. Einen großen Stapel schmeißt er auf die unterste Stufe der Treppe. Das Essen liegt mir immer noch etwas schwer im Magen.

14 Uhr Carsharing-Filiale

Wir wollen zu meiner Familie aufs Land, haben aber kein Auto. Ich gehe zu dem Verleihunternehmen in der Nähe und wähle einen roten Zweisitzer. Leider hat mein Vormieter vergessen, die Reste seines Cheeseburgers vom Schaltknüppel zu wischen. Und auf dem Beifahrersitz hat sich etwas Cola breit gemacht. Zumindest fährt er.

16 Uhr Geburtstag

Meine Schwester ist mit ihrem Mann und ihrem Sohn auch gekommen. Leander, mein Neffe, wird heute ein Jahr. Das wollen wir feiern. Ich habe ihm eine Eisenbahn aus Holz gekauft. Holz ist gut, denke ich, ein natürlicher Rohstoff, das kann nicht verkehrt sein. Irrtum. "Made in China" steht auf der Unterseite, meine Schwester blickt mich prüfend an. Leander steckt sich die bunt lackierte Lok grinsend in den Mund.

20.30 Uhr Auf dem Sofa

Ich zappe durch die Programme. Im Flur klingelt das Telefon. Ich hebe ab, es knackt in der Leitung, dann spricht eine blecherne Frauenstimme zu mir. Vor drei Wochen sind wir zu einem Öko-Stromanbieter gewechselt. Seitdem ruft uns alle paar Tage eine Roboterdame an und fragt, ob wir schon über andere Angebote informiert wurden. Ich nehme mir vor, gleich morgen zurück zu unserem alten Anbieter zu gehen. Atomstrom ist politisch vielleicht nicht korrekt. Aber wenigstens belästigt er mich nicht am Telefon.

Stephan Grüger: Arbeits- und Zeitwirtschaft bei Bosch

Natürlich hatte Stephan Grüger die freie Wahl. Er hätte sich auch bei anderen Unternehmen bewerben können. Aber dann reichte sein Professor in der Vorlesung eine Bosch-Stellenanzeige herum, wies auf die heutigen Anforderungen an Ingenieure hin, und fortan lief es bei ihm auf den Stuttgarter Konzern hinaus. Praktikum, Diplomarbeit, Festanstellung: alles bei Bosch.

Seit November ist der Ingenieur im Thermotechnik-Werk in Wettringen bei Münster beschäftigt, und gleich nach seinem Einstieg musste er mit anpacken. Fünf Wochen lang standen die Bänder Anfang des Jahres still, die Halle wurde um- und ausgebaut. "Das war eine riesige Planungsaufgabe. Kein Stein ist auf dem anderen geblieben", sagt er. In Spitzenzeiten werden jetzt rund um die Uhr bis zu 1000 Solarkollektoren pro Tag gefertigt. Die Saison hat gerade begonnen, sie geht von April bis Oktober.

Der 27-Jährige ist für die Arbeits- und Zeitwirtschaft zuständig, so steht es auf seiner Visitenkarte, und das bedeutet: die Taktung von Arbeitsabläufen analysieren, Prozesse bewerten und standardisieren, Arbeitsplätze ergonomisch gestalten, Mitarbeiter schulen. Die Frage dahinter: Wie lässt sich die Produktivität erhöhen? "Meine Arbeit berührt sämtliche Aspekte, vom Einkauf und der Entwicklung über die Logistik bis zur Produktion. Ich darf keine Scheuklappen haben."

Für den Werksleiter, dem Stephan Grüger direkt unterstellt ist, war es nicht leicht, jemanden für diese Aufgabe zu finden. Grüger aber brachte aus seinem Maschinenbau-Studium an der TU Dortmund gleich zwei Qualifizierungen in Arbeitsorganisation und Zeitstudien mit; in der Regel erwerben Mitarbeiter diese erst berufsbegleitend. Schnell war klar, dass er die Stelle übernimmt. Sein Professor, ein ehemaliger Bosch-Mitarbeiter, hat ihn auf die richtige Fährte gelockt.

Sibylle Hase: Vertragsverhandlungen für WSB Neue Energien

Von Chefs erwartet man ja, dass sie alles wissen. Dass sie jedes Detail kennen. Im Grunde ist das aber gar nicht notwendig. Es kommt vielmehr darauf an, dass ihre Mitarbeiter sie richtig beraten. Sibylle Haase ist genau dafür zuständig. Für das Dresdener Unternehmen WSB Neue Energien führt sie die Verhandlungen, wenn ein neuer Windpark entstehen soll.

Die 29-Jährige pflegt die Kontakte zu Investoren, bespricht mit Entwicklern technische Fragen und arbeitet die Verträge aus. "Ich bereite alles so vor, dass die Geschäftsführung eine gute Entscheidungsgrundlage hat und unterschreiben kann." Bis zu 50 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen für einen Windpark. Ein bis zwei Wochen pro Monat ist sie im Schnitt unterwegs, häufig in Spanien, Frankreich und den Niederlanden.

Nach ihrer Fremdsprachenausbildung studierte sie International Business in Dresden und im französischen Lille und legte ihren Fokus auf Umweltmanagement und Lateinamerika. Zwischenzeitlich ging sie für ein Jahr nach Chile und beschäftigte sich mit der Erschließung erneuerbarer Energien. Einfach war die Arbeit nicht immer, sagt Haase. Gelernt hat sie aber gerade deshalb viel. "Die Verhandlungen mit den verschiedenen, kritisch eingestellten Interessengruppen und den unterschiedlichsten Mentalitäten, das hilft mir heute sehr weiter."

Ausgelernt hat sie trotzdem noch nicht. Weil ihr Kenntnisse der Windbranche fehlten, meldete sie sich für den berufsbegleitenden Studiengang Windenergietechnik und -management an. Noch bis zum Sommer fährt sie einmal im Monat für ein paar Tage an die Uni nach Oldenburg. Der Rest wird über Telefonkonferenzen und Projektarbeiten erledigt. Die Belastung ist sehr hoch, sagt sie. Aber wenn sie fertig ist, dürfte das Vertrauen in ihre Fähigkeiten bei der Geschäftsführung noch größer sein.

Philipp Mihajlovic: Öffentlich finanzierter Energie-Berater

An die Sprüche mancher Kunden hat er sich inzwischen gewöhnt, verstehen kann Philipp Mihajlovic sie aber nicht. "Wir haben hier alles im Griff", bekommt der Berater zum Beispiel zu hören, wenn er zu einer neuen Firma gerufen wird. Oft stimmt aber genau das nicht. "Die Betriebsblindheit ist weit verbreitet", sagt Mihajlovic. Also analysiert er: Wird unnötig viel Strom verbraucht? Wie werden Gefahrenstoffe gelagert? Sind die Heizung und die Lüftung optimal eingestellt?

Die Ergebnisse, die er in eine Excel-Tabelle einträgt, bilden die Basis für sein Maßnahmenpaket. Das Ziel: Energie einsparen und Kosten senken, so viel und so weit wie möglich. "Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe", sagt der 28-Jährige. Wir, das ist sein Arbeitgeber, die mittelständische Unternehmensberatung Baum Consult im nordrhein-westfälischen Hamm.

Seit zwei Jahren koordiniert der studierte Raumplaner Projekte des öffentlich finanzierten Programms "Öko-Profit". Die Idee: Kommunen schlagen Firmen für eine Umweltberatung vor, Mihajlovic und seine Kollegen beraten ein Jahr lang, zum Abschluss werden die Unternehmen vom Umweltminister ausgezeichnet. Sein größtes Erfolgserlebnis hatte er in einem Berufskolleg. Für neue Geräte oder Anlagen fehlten der Schule die Mittel, Mihajlovic fand trotzdem ein paar Möglichkeiten. Er tauschte Glühbirnen aus, drehte die Heizung runter, ließ durchrechnen, ob die Turnhalle nicht mit weniger Frischluft auskäme.

Das Ergebnis: Durch 500 Euro einmaligen Einsatz spart das Kolleg jetzt 30000 Euro pro Jahr. "Ich staune manchmal schon, dass die Mitarbeiter solche Dinge nicht sehen. Aber oft fühlt sich keiner zuständig, und dann werden die Dinge nicht hinterfragt." Alles im Griff? Meistens ist es wohl doch besser, jemanden zu fragen, der sich mit sowas auskennt.

Christian Greiner: Grünes Finanzmanagement

Theoretisch könnte Christian Greiner rund um die Uhr arbeiten. Irgendwo hat immer eine Börse auf. "Ein Fondsmanager schläft nie", sagt er deshalb. Es ist nicht bloß eine Floskel. Abends, wenn er im Bett noch mal die Entscheidungen des Tages durchgeht, bringt ihn das Grübeln manchmal um den Schlaf. Der Druck ist hoch. Aber er belastet nicht nur. Er ist auch die Herausforderung, die er sucht.

Greiner, Spezialist für nachhaltige Vermögensverwaltung, verantwortet seit sechs Jahren grüne Aktienfonds bei der Meag, einer Tochter der Münchener Rück. Er investiert das Geld von Anlegern in Unternehmen der erneuerbaren Energien. Als der heute 34-Jährige anfing, war der Markt überschaubar. Inzwischen hat er großes Potenzial. "Früher war Ökologie in der Wirtschaft ein Luxusproblem, jetzt wird erkannt, dass die erneuerbaren Energien viele Arbeitsplätze schaffen."

Fondsmanager wollte er schon während seines BWL-Studiums werden. Nach ein paar Praktika schrieb er seine Diplomarbeit bei der Meag und ließ sich zum CFA-Chartholder ausbilden. Inzwischen wacht Greiner über mehrere Fonds. Er kauft und verkauft Aktien, ändert die Gewichtung, spricht mit Händlern, sammelt und analysiert Daten und trifft zum Teil namhafte Unternehmer für Hintergrundgespräche. Bis zu 400 Firmen weltweit behält er im Blick, 80 davon hat er aktuell in seinem Fonds "Meag Klimastrategie" vereint. Investitionsvolumen: Zehn Millionen Euro. "Ich habe viele Freiheiten bei der Gestaltung des Fonds, bin aber auch für ihn verantwortlich. In guten wie in schlechten Zeiten", sagt er.

Die Kunst liegt darin, kurzfristig erfolgreich zu sein, und gleichzeitig langfristig zu denken und anzulegen. Wie man diesen Spagat hinbekommt, hat man erst nach ein paar Jahren raus, sagt Greiner. Dass er gelingt, ist auch für ihn persönlich nicht ganz unwichtig: Ein Teil seines Gehalts hängt von der Leistung seiner Fonds ab.

Studiengänge, Jobbörsen, Messe: So steigen Sie in die Umweltbranche ein

Quer durch alle Branchen entdecken kleine Firmen und große Unternehmen die Möglichkeiten, die die Umweltwirtschaft bietet. Neben der Einsicht, dass ökologisch gehandelt werden muss, treibt sie die Aussicht, Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Der Markt wächst, und damit auch die Zahl der Jobs, Berufe und Studiengänge. Grundsätzlich gilt: "Man muss sich in der Umweltbranche keine Sorgen machen. Mir reißen die Firmen die Studenten aus den Händen", sagt Energie- ökonomin Claudia Kemfert, die an der Humboldt-Universität VWL lehrt.

Wie viel Bewegung in der Ausbildung ist, zeigt eine Untersuchung des Wissenschaftsladens Bonn aus dem vergangenen Herbst. 238 Studiengänge zu den erneuerbaren Energien zählte der Verein, 70 Prozent mehr als Anfang 2007. Ein Drittel der Angebote ist vollständig auf erneuerbare Energien ausgerichtet, der Rest besteht aus inhaltlichen Schwerpunkten und Vertiefungsrichtungen, die vor allem in Maschinenbau, Elektrotechnik, Physik und Bau- und Wirtschaftsingenieurwesen angeboten werden.

Mehr Infos für den Jobstart

Auffallend ist auch die wachsende Zahl der international ausgerichteten Fächer, wie zum Beispiel der "European Master in Renewable Energy" der Uni Kassel. Einen Überblick, der auch Fachhochschulen sowie Bachelor- und Masterabschlüsse umfasst, gibt's unter 
www.jobmotor-erneuerbare.de/studienangebote.

Die Unternehmen suchen aber nicht nur technisch ausgebildete Fachkräfte. Auch Experten für Vertrieb, Logistik, Beratung, Medien und Verwaltung haben gute Chancen. Wer mit Biomasse arbeiten, als PR-Volontär des WWF einsteigen oder sich als Forscher um ökologische Raumplanung kümmern möchte, findet auf diesen Online-Jobbörsen Stellen:

Eine andere Möglichkeit: Vom 15. bis 16. Mai findet im Wissenschaftspark Gelsenkirchen die Job- und Bildungsmesse Erneuerbare Energien statt. Erwartet werden rund 40 große Unternehmen und 20 Hochschulen, dazu kommen mehrere Verbände, Workshops mit Personalern und kompakte Überblicke verschiedener Branchen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

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