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Ulrike Detmers - Die Provokateurin

Ulrike Detmers führt ein Doppelleben. Im ersten Leben ist sie Professorin für Betriebswirtschaft. Im zweiten ist sie Mitinhaberin des Herstellers von Brotspezialitäten Mestemacher in Gütersloh und trägt Verantwortung für 423 Mitarbeiter.

Bei so vielen Aufgaben muss sie ihre Arbeit straff organisieren. Damals, in den achtziger Jahren, bringt sie ihre zwei Sprösslinge in die Kindertagesstätte und ?erlebt sehr viele Anfeindungen, vor allem von nicht erwerbstätigen Müttern?. Und heute? Vieles habe sich gebessert. Doch ?Deutschland leidet noch immer unter dem Mutterfetisch, den die Nationalsozialisten in die Welt gesetzt haben?.

Ihre Erfahrungen haben dazu beigetragen, dass sie das Thema Gleichberechtigung vorantreibt, wenn sie auch einräumt, dass es im eigenen Unternehmen ?für den Frauenanteil im Management noch Steigerungspotenzial gibt?. Sie verleiht den ?Mestemacher-Preis Unternehmerin des Jahres? und den ?Mestemacher Kita-Preis?, um Kindertagesstätten zu fördern.

Ein nicht unerwünschter Nebeneffekt: Gleichzeitig wirbt sie für den Mittelständler, der sich keine großen Werbeetats leisten kann. Er hat sich auf Vollkornbrot sowie Spezialitäten wie Fitness- und Pizzabrot konzentriert. ?Mestemacher sei erfolgreich in der Nische?, merkt Helmut Martell an, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Großbäckereien. Es sind Nischen, die Große wie Harry und Kamps nicht abdecken.

Mestemacher beliefert den Lebensmittelhandel, Krankenhäuser sowie mit Brot in Dosen militärische Einheiten. Ein Viertel der Produktion aus den Werken in Gütersloh, Lippstadt und in Polen geht ins Ausland. Die Rendite liege ?über dem Durchschnitt der Brotbranche?, sagt Ulrike Detmers. Die Eigenkapitalquote sei ?sehr solide?.

Die Frau, die gerne ein Buch über das Machtkartell der Manager schreiben würde und seit dem 200. Jahrestag der Französischen Revolution Wein von Château Lafite Rothschild sammelt, bezeichnet sich selbst als linksliberal. Sie wird im Gespräch recht locker und schrammt manchmal am Du vorbei.

Aber richtig abzuschalten falle seiner Frau schwer, berichtet Albert Detmers. Am Wochenende arbeitet sie oft zu Hause, wo sie ihr Lieblingsgemälde im Blick hat: ein rot grundiertes Konterfei des verstorbenen Schauspielstars Romy Schneider.

Auch im Ferienhaus an der Côte d?Azur ist sie emsig. Da ist es fast so wie im heimischen Gütersloh, wo sie schon mal privat zu Liz Mohn, der Firmenmatriarchin von Bertelsmann, eingeladen wird. Denn in der Nähe ihres Sonnendomizils residiert die Elite des Medienriesen, von Konzernchef Gunter Thielen über Finanzvorstand Siegfried Luther bis zu Ex-Konzernchef Thomas Middelhoff.

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