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Dienstwagenrechner 1-Prozent-Regelung oder Fahrtenbuch?

Mit unserem Dienstwagenrechner können Sie schnell und einfach berechnen, ob sich ein Dienstwagen für Sie lohnt.

Julia Schuppien |

Wie funktioniert der Dienstwagenrechner?

Mit dem Dienstwagenrechner können Sie Ihren Nettolohn mit und ohne den Firmenwagenanteil berechnen. Dafür braucht der Rechner zunächst einige Angaben zu Ihrer Situation. Im ersten Schritt wählen Sie bitte Ihre Berechnungsmethode aus. Auf der rechten Seite des Rechners können Sie die 1-Prozent-Regel oder die Fahrtenbuchregelung wählen und das jeweilige Steuerjahr angeben.

Ob die Pauschalierungsmethode oder die Fahrtenbuchregelung für Sie die geeignetere ist, ist abhängig von der Zahl an jährlich gefahrenen Kilometern, der privaten Nutzung sowie dem Weg von der Wohnung zur Arbeitsstätte. Der Dienstwagenrechner hilft Ihnen dabei, die beiden Varianten zu vergleichen und herauszufinden, welche für Sie die günstigere ist.

Grundsätzlich gilt, dass die 1-Prozent-Regel steuerlich vorteilhafter ist, wenn der Firmenwagen auch privat oft genutzt wird und die jährliche Kilometerleistung vergleichsweise hoch ist. Die Fahrtenbuchregelung bietet sich hingegen an, wenn Sie den Dienstwagen vor allem für die Arbeit nutzen.

1 %-Regelung
Wenn Sie sich für die Pauschalierungsmethode der 1-Prozent-Regelung entschieden haben, geben Sie zunächst den Listenpreis des Fahrzeugs an. Halten Sie sich dabei an den Brutto-Wert. Geben Sie außerdem die einfache Entfernung Ihres Arbeitsweges an. Wenn Sie einen Teil der Kosten für das Fahrzeug selbst übernehmen, geben Sie an, wie hoch die Selbstbeteiligung jeden Monat ausfällt. Nennen Sie an dieser Stelle einfach einen geschätzten Durchschnittswert, wenn Sie keine genauen Zahlen haben.

Abrechnung mit dem Fahrtenbuch
Bei der Fahrtenbuchregelung kommt es zunächst auf die Abschreibungsart des Firmenwagens an. Dabei können sie zwischen einer prozentualen und einer absoluten Abschreibung wählen. Sollten Sie die prozentuale Variante wählen, können Sie im Anschluss den Bruttolistenpreis des Autos sowie die Abschreibung pro Jahr in Prozent angeben.

Geben Sie außerdem die jährliche Laufleistung des Dienstwagens in Kilometern und den darin enthaltenen Anteil der privaten Nutzung an. Auch die Kosten für die Autoversicherung, die Kfz-Steuer, den Kraftstoff und die Inspektionen und Reparaturen des Fahrzeugs spielen eine Rolle. Tragen Sie diese jeweils in Euro in die dafür vorgesehenen Freitextfelder ein.

Weitere Angaben
Nachdem Sie eine Methode zur Berechnung gewählt und die entsprechenden ersten Angaben gemacht haben, folgen noch einige Eingabefelder, die bei beiden Varianten identisch sind. Im nächsten Schritt können Sie Angaben zu Ihrem Gehalt machen. Wählen Sie aus, ob Sie Ihren monatlichen oder jährlichen Lohn angeben wollen und tragen Sie dann Ihr Bruttogehalt in das dafür vorgesehene Freitextfeld ein.

Wählen Sie außerdem Ihre Steuerklasse aus. Informationen zu den sechs verschiedenen Lohnsteuerklassen in Deutschland und Auskunft darüber, zu welcher Steuerklasse Sie gehören, finden Sie bei unserem Brutto-Netto-Rechner. Nennen Sie im nächsten Schritt Ihr Bundesland sowie Ihr Geburtsjahr. Falls Sie Kinder haben, geben Sie dies an dieser Stelle an. Wenn Sie Ihre monatlichen Steuern durch einen Monatsfreibetrag reduzieren, geben Sie diesen ebenfalls an. Wählen Sie aus, ob Sie kirchensteuerpflichtig sind oder nicht.

Im letzten Abschnitt können Sie Angaben zu Ihren Vorsorgeaufwendungen machen. Wählen Sie aus, ob Sie gesetzlich oder privat rentenversichert sind. Auch bei der Krankenversicherung können Sie zwischen den Optionen gesetzlich, privat ohne Zuschuss oder privat mit Zuschuss wählen. Im letzten Schritt können Sie angeben, welchen Zusatzbeitrag Ihre Krankenkasse einfordert. Der Zusatzbeitrag wird als Prozentsatz vom beitragspflichtigen Arbeitsentgelt berechnet. Die meisten Krankenkassen verlangen einen Beitragssatz in Höhe von 0,9%, daher berücksichtigt der Dienstwagenrechner diesen Beitragssatz, falls Sie keine abweichenden Angaben machen.

Nun können Sie auf der rechten Seite des Rechners Ihr Ergebnis ansehen. Dort steht einmal Ihr Nettoeinkommen mit Firmenwagen und einmal Ihr Nettoeinkommen ohne Firmenwagen. Außerdem können Sie im Auswertungsergebnis sehen, wie hoch Ihr geldwerter Vorteil ist. Der geldwerte Vorteil entspricht dem privaten Nutzwert des Dienstwagens, sofern dieser auch privat genutzt wird. Auch der Privatanteil, also der Anteil Ihrer eigenen Kostenübernahmen, wird Ihnen angezeigt.

Was ist ein geldwerter Vorteil?

Manche Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern als Teil der Vergütung Sachbezüge, also zum Beispiel die Nutzung eines Firmenwagens, an. Eine solche Sachleistung wird als geldwerter Vorteil bezeichnet. In den meisten Fällen dürfen die Mitarbeiter den Firmenwagen auch privat nutzen und erhalten dadurch einen großen Vorteil. Wie das Einkommen müssen aber auch diese Leistungen beim Finanzamt versteuert werden. Der Arbeitnehmer muss nur den Anteil des Dienstwagens versteuern, den er privat nutzt. Weil der geldwerte Vorteil als Teil des Bruttogehalts gesehen wird, ist die Besteuerung von der Lohnsteuerklasse abhängig und es können auch Sozialabgaben anfallen.

Bei der Berechnung des geldwerten Vorteils werden entweder die 1-Prozent-Regelung oder die Fahrtenbuch-Regelung angewandt. Führt der Arbeitnehmer kein Fahrtenbuch, so geht man pauschal von 1 % des Brutto-Listenpreises des Fahrzeugs aus. Aus diesem Grund macht eine Pauschalierungsmethode vor allem dann Sinn, wenn Sie den Firmenwagen oft privat nutzen. Bei geringem privaten Gebrauch ist meist die Nutzung eines Fahrtenbuchs sinnvoll.

Das Nettoeinkommen wird dann aus dem geldwerten Vorteil und dem Bruttolohn berechnet. Mit dem Firmenwagenrechner können Sie so direkt sehen, wie sich der Firmenwagen auf Ihren Nettolohn auswirkt.

Welche Vorteile und Nachteile bringt ein Dienstwagen?

Für einige Unternehmen ist die Dienstwagenregelung ein wesentlicher Teil der Personalwirtschaft und steigert die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Meist dürfen Arbeitnehmer den Firmenwagen auch für private Zwecke nutzen und müssen sich daher nicht extra ein Auto anschaffen.

Für viele Menschen stellt der Dienstwagen eine willkommene Alternative zur Gehaltserhöhung dar. Um Versicherung, TÜV, Inspektionen und Reparaturen kümmert sich in der Regel der Arbeitgeber. Auch für eventuelle Schäden am Fahrzeug, die während der Arbeitszeit oder bei einer Dienstreise entstehen, kommt der Arbeitgeber auf. Dies ist nicht der Fall, wenn der Schaden bei einer Privatfahrt entstanden ist oder der Fahrer grob fahrlässig gehandelt hat. Allerdings sollten Sie beachten, dass der Dienstwagen als geldwerter Vorteil versteuert werden muss und außerdem das Eigentum des Arbeitgebers bleibt.

1-Prozent-Regelung oder Fahrtenbuch?

Bei einer Fahrtenbuchmethode muss der Fahrer jede Fahrt einzeln im Fahrtenbuch notieren. Dabei unterscheidet man zwischen reinen Dienstfahrten, reinen Privatfahrten, dem Weg von der Wohnung zur Arbeitsstätte sowie Familienheimfahrten im Falle einer doppelten Haushaltsführung. Dabei müssen jedes Mal das Datum der Fahrt, die Kilometerstände bei Beginn und Ende, die Route und das Reiseziel, der Zweck der Fahrt sowie bei einer Dienstfahrt der Name des aufgesuchten Gesprächspartners dokumentiert werden. Diese penible Buchführung ist natürlich zeitaufwendig, lohnt sich aber, wenn der Wagen überwiegend dienstlich genutzt wird.

Die Pauschalversteuerung überzeugt hingegen dadurch, dass sie deutlich einfacher ist und nicht bei jeder Fahrt eine Aktion vom Fahrzeugnutzer erfordert. Wenn der Dienstwagen viel privat genutzt wird, lohnt sich oft die bequemere Pauschalierungsmethode. Dabei wird der geldwerte Vorteil pauschal als ein Prozent des Bruttolistenpreises des Wagens berechnet.

Allgemein gilt die Pauschalierungsmethode ab etwa 30 Prozent privatem Nutzungsanteil als attraktiver. Arbeitnehmer sollten die gewünschte Steuermethode schon zu Jahresbeginn mit ihrem Arbeitgeber abstimmen und außerdem festlegen, wie hoch der Arbeitgeberanteil an den Gesamtkosten ist. Bei der Steuererklärung können Sie zum Ende des Jahres immer noch wechseln, falls die andere Methode sich als günstiger herausstellt. Dazu müssten Sie aber natürlich kontinuierlich ein Fahrtenbuch geführt haben.

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