Studium Fernstudium: Was muss ich beachten?

Fernstudiengänge werden immer beliebter – vor allem bei Berufstätigen. Der Wunsch nach dem Karriere-Turbo ist oft die Motivation, aber auch wer sein Fachwissen auffrischen will, zieht ein Fernstudium in Betracht. Die Zahl der Anbieter ist riesig, den Überblick zu behalten schwer.

Andreas Niesmann | , aktualisiert

Karriere.de verrät, welche Fragen man bei der Suche nach einem Fernstudium im Hinterkopf behalten sollte und welche Hochschulen die wichtigsten sind.

Kommt ein Fernstudium für mich überhaupt in Frage?
Die Zulassungsvoraussetzungen für Fernstudiengänge unterscheiden sich im Prinzip nicht von denen „normaler“ Universitäten und Fachhochschulen. Heißt im Klartext: Abitur oder Fachhochschulreife sind Pflicht. Dass einige Anbieter trotzdem mit dem Slogan „Auch ohne Abitur“ werben, ist auf gesetzliche Ausnahmeregelungen zurückzuführen. Diese können von einzelnen Bundesländern verabschiedet werden, gelten dann aber für alle Fachhochschulen und Universitäten in dem jeweiligen Land. Als Zugangsweg akzeptiert werden häufig fachspezifische Prüfungen, zum Beispiel zum Techniker oder Meister. Auch wer eine abgeschlossene Ausbildung sowie drei Jahre Berufserfahrung vorweisen kann und eine Eingangsprüfung meistert, wird für das Studium zugelassen. Da diese Eingangsprüfung häufig aus den ersten Klausuren eines Studiengangs besteht, können Kandidaten danach ohne Zeitverlust weiterstudieren.

Was will ich mit einem Fernstudium erreichen?
Diese Frage kann für die Wahl einer Hochschule entscheidend sein. Wer im Beruf mit fachlichem Wissen durchstarten möchte und auf der Suche nach einem Studium mit hohem Praxisbezug ist, sollte sich auf die Fernstudiengänge an Fachhochschulen konzentrieren. Wer eine wissenschaftliche Karriere vor Augen hat und vielleicht sogar langfristig eine Promotion anstrebt, für den können Fernlehrangebote an Präsenzuniversitäten oder an der Fernuni Hagen interessanter sein.

Wie flexibel bin ich?
Wer schon im Beruf steht, sollte sich genau überlegen, wie viel Zeit er in ein Fernstudium investieren kann. Die Angebote unterscheiden sich zum Teil erheblich: Einige Hochschulen erwarten von ihren Studenten, dass sie zu einzelnen Seminaren, Kursen oder Kolloquien anreisen, andere kommen komplett ohne Präsenzphasen aus. Wichtig ist auch, im Vorhinein abzuklären, an welchen Standorten Klausuren geschrieben werden können. Wer in München wohnt, wird nicht mehrmals im Jahr nach Hamburg fahren wollen, um dort seine Prüfungen abzulegen. Viele Hochschulen verfügen über Studienzentren in verschiedenen Regionen, um ihren Studierenden lange Reisen zu ersparen.

Welchen Service bietet die Fernhochschule?
Gerade für Berufstätige im Fernstudium ist die Service-Qualität ihrer Hochschule von entscheidender Bedeutung. Studieninteressierte sollten klären, wann Klausuren für gewöhnlich geschrieben werden und ob es Ersatz- oder Ausweichtermine gibt. Auch die Frage, wie gut Dozenten zu erreichen sind, spielt eine große Rolle. Außerdem sollte man sich darüber informieren, wie schnell Einsendearbeiten korrigiert werden. Da sich Fernstudenten die Inhalte ihres Studiums größtenteils selbst erschließen müssen, kann der Austausch mit Kommilitonen sinnvoll sein. Ob eine Hochschule zu diesem Zweck einen Onlinecampus mit Foren, Chats und Kontaktmöglichkeiten anbietet, und welche Möglichkeiten es darüber hinaus gibt, sollte man ebenfalls erfragen.

Was kann und will ich mir leisten?
Ein Fernstudium ist nicht billig – vor allem dann nicht, wenn man sich für eine private Hochschule entscheidet. Zwischen 12.000 und 16.000 Euro kann ein Studium dort kosten – abhängig vom Anbieter und dem angestrebtem Abschluss. Wer sich unsicher ist, hat an fast allen privaten Hochschulen die Möglichkeit, das Studium vier Wochen lang unverbindlich zu testen. Günstiger sind staatliche Universitäten und Fachhochschulen, wobei auch hier in einigen Bundesländern Studiengebühren fällig werden. Keine Studiengebühren erhebt die Fernuniversität Hagen. Dort müssen Studierende lediglich einen Semesterbeitrag in Höhe von elf Euro sowie die Lernmaterialien bezahlen, die sie bestellen. Im Schnitt kostet ein Seminar rund 40 Euro. Einen Anspruch auf Bafög haben berufstätige Fernstudenten in der Regel nicht. Sie können sich aber um ein Aufstiegsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bewerben.

Woran erkenne ich, ob ein Anbieter seriös ist?
Um akademische Abschlüsse zu vergeben, benötigen deutsche Fernhochschulen eine staatliche Anerkennung, für die sie die gleichen gesetzlichen Bestimmungen wie Präsenzhochschulen erfüllen müssen. Bachelor- und Masterstudiengänge müssen darüber hinaus durch Agenturen wie die Fibaa oder Acquin akkreditiert werden. Auf deren Internetseiten finden sich auch weitere Informationen und detaillierte Bewertungen zu den akkreditierten Studiengängen.

Welche Anbieter gibt es?
Der „Klassiker“ unter den Fernhochschulen ist die Fernuni Hagen, die es schon seit 1974 gibt. Gut die Hälfte aller Fernstudenten ist dort eingeschrieben. Außerdem bieten viele Präsenzuniversitäten, Fachhochschulen oder Berufsakademien einzelne Studiengänge an, die speziell für Fernstudenten konzipiert sind. Gemessen an der Anzahl der Studierenden aber spielen neben der staatlichen Fernuni vor allem private Anbieter eine große Rolle. Die wichtigsten sind die Akad-Hochschulen mit Standorten in Lahr, Leipzig, Pinneberg und Stuttgart, die Euro-FH in Hamburg, die Hamburger Fern-Hochschule , die Wilhelm Büchner Hochschule in Darmstadt, die Diploma-Fachhochschule Nordhessen sowie die private Fachhochschule Göttingen. Einen guten Überblick bietet die Webseite www.fernstudium-infos.de.

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