Studium EBS erhält eine neue Politik-Fakultät

Die European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel hat sich viel vorgenommen. Neben der juristischen Fakultät soll nun auch eine Politik-Fakultät entstehen. Zudem sind neue Studiengänge und ein zweiter Standort in Planung. Doch das Projekt trifft nicht überall auf Begeisterung.

Stefani Hergert | , aktualisiert

Einen Juraprofessor hat Christopher Jahns, Präsident der privaten European Business School in Oestrich-Winkel, schon im September vergangenen Jahres eingestellt, im November sollen die ersten Lehrstuhlinhaber kommen. Rund 30 Kollegen sollen sie einmal haben – für eine Wirtschaftshochschule wie die EBS mit heute rund 80 Professoren eine enorme Zahl.

Es sind nicht einfach ein paar Juraprofessoren, die Jahns da anstellen will. Er gründet gleich eine neue, eine juristische Fakultät. Mit der wird die EBS zu einer richtigen Universität, bekommt einen futuristisch anmutenden zweiten Standort in Wiesbaden und macht die hessische Landeshauptstadt damit zur Universitätsstadt. Doch Jahns hat noch mehr vor. Eine politikwissenschaftliche Fakultät – eine sogenannte Governance School – will er auch noch aufbauen, die Pläne dazu sind soweit gediehen, dass sie schon in Präsentationen auftauchen. Damit wird die EBS von einer reinen Wirtschaftshochschule zu einer Universität für Wirtschaft, Logistik, Recht und Politik.

Noch ist der Vertrag mit dem Partner für die Governance School nicht unterschrieben. „Doch wir sind recht weit in den Verhandlungen“, sagt Christopher Jahns dem Handelsblatt. Mit wem er da zusammenarbeiten möchte, will er noch nicht verraten. Er kann sich vorstellen, an der neuen politikwissenschaftlichen Fakultät gemeinsame Studiengänge mit den anderen drei Fakultäten zu entwickeln, in den Kursen will er politische Entscheidungsträger oder die Manager staatlicher Unternehmer qualifizieren. Da die EBS neben der BWL-  auch bald eine Jurafakultät hat, sieht er diese Programme an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und dem Management im öffentlichen und gemeinnützigen Sektor. „Die Governance School drängt sich doch auf“, sagt Jahns.

Widerstand gegen Neubau

Ein Gebäude für die sechs bis zehn Politikprofessoren, die Jahns hier einmal unterbringen möchte, hat er auch schon. Sie sollen mit zu den Jurakollegen in den Neubau in Wiesbaden ziehen, der um das alte Landgericht gebaut wird.  Um einen modernen Glasbau soll das denkmalgeschützte Haus ergänzt werden.

Der Widerstand in der Landeshauptstadt gegen den Neubau – vor allem gegen die Anschubfinanzierung von 25 Mio. Euro vom Land – geht indes weiter. Das Projekt ist umstritten, vor allem vor dem Hintergrund, dass Wiesbadens Schulen über Geldnot klagen. „Hier wurden Budgetfragen durcheinandergeworfen“, beantwortet Jahns die Frage nach der öffentlichen Kritik.

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