Studienfinanzierung Studieren ohne Nebenjob

Schon ohne Studiengebühren war ein Studium teuer genug. Doch seit der neuen finanziellen Belastung und dem erhöhten Zeitdruck durch den Bachelor müssen sich Studenten Alternativen zum klassischen Studentenjob einfallen lassen.

Carola Sonnet | , aktualisiert

Ein Studentenleben kostet etwa 780 Euro im Monat. Und da sind die Studiengebühren, die in einigen Bundesländern inzwischen anfallen, noch nicht mit eingerechnet. Mehr als die Hälfte der Studenten geht deshalb nebenher arbeiten - teilweise so viel, dass sie mit dem Stoff der Vorlesungen, die sie deshalb verpassen, nicht mehr hinterherkommen. Vor allem für Bachelor-Studenten ist die Situation nicht einfacher geworden, seitdem mehr Kurse anwesenheitspflichtig und in kürzerer Zeit zu absolvieren sind.

Doch es gibt Möglichkeiten, sein Studium ohne Nebenjob zu finanzieren. Die bekannteste steckt hinter dem Wortungetüm Bundesausbildungsförderungsgesetz - besser bekannt als: Bafög. Etwa 40 Prozent aller Studenten haben Anspruch auf die Förderung. Das Problem: Die Mehrheit der Studenten geht leer aus. Deshalb hat die Bedeutung von Studienkrediten und -darlehen zugenommen. Allerdings gilt es, die Konditionen gründlich zu prüfen und, wenn möglich, eine andere Finanzierung vorzuziehen: Kredite sind teurer als alle anderen Förderungen.

Zum Beispiel Stipendien. Zwar kann man von einem flächendeckenden Angebot noch nicht sprechen, entgegen der Ankündigung bei Einführung der Studiengebühren. Nur zwei Prozent der Studierenden darf sich Stipendiaten nennen. Immerhin: Es bewegt sich etwas. Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass sich das Land Fachkräfte auch in Zukunft leisten muss. Hier ein Überblick über die bekanntesten Anlaufstellen für Fördergelder und Kredite:

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Stipendien der Stiftungen 
Politische Stiftungen wie die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Stiftung der deutschen Wirtschaft und die Studienstiftung des deutschen Volkes sind nur die bekanntesten Beispiele, wo sich begabte Studenten für ideelle und finanzielle Förderung bewerben können. Auch Kirchen und Gewerkschaften fördern den Nachwuchs mit Hilfe von Stipendien, bei insgesamt 2200 Stiftungen kann man sich bewerben. Wer in den Kreis der Stipendiaten aufgenommen wird, erhält eine monatliche Förderung, die in der Regel in der Höhe des Bafög-Satzes liegt oder aber ein Minimum von 80 Euro Büchergeld. Ideell gefördert werden die Stipendiaten in Fortbildungen und Seminaren und über ein Ehemaligen-Netzwerk. Eine vom Bundesbildungsministerium neu initiierte Seite führt die verschiedenen Möglichkeiten der Stipendienförderung auf: www.stipendienlotse.de

Studienkredit der KfW-Bank
Grundsätzlich gilt, dass ein Kredit immer die letzte Option zur Studienfinanzierung sein sollte. Das gilt auch für die Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Jedoch ist diese Kreditfinanzierung bei Studenten sehr beliebt: Mehr als 50000 Studenten haben das Angebot seit der Einführung bereits in Anspruch genommen, durchschnittlich 480 Euro werden im Monat ausgezahlt. Bis zu 650 Euro können die Studenten maximal bekommen. Dass die Studienkredite der KfW-Bank einen so hohen Marktanteil haben, liegt auch daran, dass sie in Sparkassen angeboten werden. www.kfw-foerderbank.de

Bafög 
Im vergangenen Jahr wurden die Fördersätze und Freibeträge beim Bafög erhöht. Der Höchstsatz, der monatlich in Anspruch genommen werden kann, liegt bei 648 Euro. Nach Ende des Studiums muss nur die Hälfte der Förderung, die in Form eines Darlehens gewährt wird, zurückgezahlt werden. Zuständig für die Darlehen ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Minijobs bleiben bis zu einem monatlichen Verdienst von 400 Euro brutto anrechnungsfrei. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) fordert den Ausbau. www.das-neue-bafoeg.de

NRW-Stipendien 
Um zumindest einen ersten Schritt in Richtung des flächendeckenden Angebots für Stipendien zu machen, das der hehre Anspruch der Bildungspolitiker ist, hat das Land Nordrhein-Westfalen eine neue Form des Stipendienprogramms aufgelegt. Es wird zur Hälfte aus privaten und zur Hälfte aus öffentlichen Mitteln finanziert. Jeder zugelassene Stipendiat erhält monatlich maximal 300 Euro, die für mindestens zwei Semester ausgezahlt werden. Die Fördergelder zahlen zur Hälfte private Finanziers, Stiftungen und Vertreter der Wirtschaft, wenn sie von den Hochschulen dafür gewonnen werden können. Das Land zahlt die verbleibenden 150 Euro dazu. Allerdings wird die Förderung unabhängig vom Einkommen der Eltern gewährt. So können auch hochbegabte Studenten unterstützt werden, die nicht auf die Finanzierung angewiesen sind. www.stipendienprogramm.nrw.de

Studienbeitragsdarlehen der NRW.Bank
Die Darlehen der NRW.Bank dürfen nur für die Finanzierung der Studiengebühren ausgegeben werden. Damit Studenten das Geld nicht in DVDs oder eine neue Jeans investieren, überweist die Bank die Mittel direkt an die Hochschulen. 80000 Darlehen sind bereits vergeben worden, jedes Semester kommen einige Tausend hinzu. Das Besondere an den Darlehen ist ihr Vorteil für Bafög-Empfänger: Es müssen maximal 1000 Euro pro studiertem Semester zurückgezahlt werden, das heißt bei einem sechssemestrigen Bachelorstudium kann die maximale Darlehensschuld 6000 Euro betragen. Für die alten Studiengänge mit zehn Semestern Regelstudienzeit liegt die Obergrenze dementsprechend höher. Bereits erhaltene Bafög-Förderung wird auf die Summe angerechnet. Das heißt, dass viele Bafög-Empfänger ihr Darlehen von der NRW.Bank nach ihrem Studium nicht zurückerstatten müssen. www.bildungsfinanzierung-nrw.de

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Bildungsfonds
Bildungsfonds setzen auf erfolgreiche Studenten, damit sich die Investition in ihr Studium lohnt. Über einen Auswahlprozess, der bis zu sechs Wochen dauert, versuchen die Fonds das Risiko zu minimieren, dass jemand sein Studium abbricht und die Förderung nicht zurückzahlen muss. Die Fonds funktionieren wie Darlehen: Dem Studenten wird sein Studium finanziert, dafür zahlt er nach Abschluss den Anlegern einen Teil seines Einkommens als Rendite. Wer nichts verdient, muss nichts erstatten. Während des Studiums müssen mindestens 5000 Euro und können maximal 30000 Euro finanziert werden. Die Anteile, die erstattet werden, hängen vom jeweiligen Einkommen ab: Zwischen vier und zehn Prozent vom monatlichen Bruttoeinkommen müssen über einen Zeitraum von vier bis acht Jahren zurückgezahlt werden. www.festo-bildungsfonds.de

Studienkredite privater Banken
Unter anderem bieten auch die Deutsche und die Dresdner Bank eigene Studienkredite an. Wichtig ist hierbei eine genaue Überprüfungder Zinsen, die für die Rückzahlung erhoben werden. Einen Überblick bietet die FMH-Finanzberatung: www.fmh.de/studenten

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