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Soziales Engagement: Wie MBA-Studenten Verantwortung übernehmen

Soziales Engagement Wie MBA-Studenten Verantwortung übernehmen

Einfach nur studieren? Das allein reicht für MBA-Studenten heute nicht mehr. Viele Hochschulen verlangen Engagement, das über den Seminarraum hinausgeht.

Nele Hansen | , aktualisiert

Persönlichkeit und Teamgeist stärken

Die MBA-Studenten sollen sich sozial engagieren und Konferenzen oder Veranstaltungen organisieren. Das stärkt Persönlichkeit und Teamgeist, nützt aber auch dem Ruf von Schule und Studenten.

An der Mannheim Business School ist soziales Engagement verpflichtend und steht im Zeugnis – allerdings ohne Note. Dort organisiert jeder Jahrgang des berufsbegleitenden Executive MBAs ein Klassenprojekt. Gemeinsam mit ihrer Klasse hat MBA-Studentin Bärbel Heck eine sogenannte Tafel, also einen Laden errichtet, in dem Bedürftige sehr günstig Lebensmittel kaufen können.

Keine leichte Aufgabe für sie und ihre 46 Kommilitonen, die in mittleren Managementpositionen tätig sind. Zunächst brauchten sie einen Laden. Der Bürgermeister einer Gemeinde in der Nähe von Mannheim unterstützte sie zwar bei der Suche. „Aber wir haben gemerkt, dass er anfangs skeptisch war. Wie er haben sicherlich einige gedacht: Die kommen von einer Business School – ob die das wohl hinkriegen? Da muss man mit Taten überzeugen“, sagt Heck, die als Abteilungsleiterin für Produktentwicklung bei einem Mittelständler arbeitet.

Ein halbes Jahr lang opferten die Studenten ihre Sonntage für das Projekt. „Wenn man das Gefühl hat, etwas zu bewegen, kann man das gut verkraften“, sagt Heck. Die Mannheimer haben den Laden inzwischen an das Rote Kreuz übergeben.

Ein Thema, das bleibt

Viel Zeit investieren auch die Studenten an der spanischen Hochschule Iese, um Veranstaltungen zu organisieren. Iese-Studentin Ana Jeronimo, die vor ihrem MBA als Produktmanagerin bei Visa gearbeitet hat, ist Organisatorin der „Doing Good and Doing Well“-Konferenz, der größten von Studenten organisierten in Europa.

140 Teilnehmer sprachen in diesem Jahr über soziale Verantwortung, darunter KPMGs Diversity-Chef Michael Hastings, Felix Oldenburg, Europaleiter der gemeinnützigen Organisation Ashoka und Michael Anthony, Leiter Mikroversicherungen der Allianz. Vor der Veranstaltung hat Ana Jeronimo die Wochenenden durchgearbeitet, zusätzlich zum Vollzeit-Studium.

„Ich mache es gerne, gerade weil ich gut finde, dass die Schule sich mit Themen wie soziale Verantwortung befasst“, sagt sie. Vielleicht bleibt sie dem auch nach dem MBA-Abschluss treu: Jeronimo kann sich vorstellen, dann in ihr Heimatland Brasilien zurückzugehen und dort Finanzdienstleistungen für Einkommensschwache anzubieten.

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