Soziale Netzwerke Inspirationen für die beste Karriere-Strategie

Nicht nur die klassischen Business-Netzwerke LinkedIn und Xing können ein Turbo für die Karriere sein. Auch andere soziale Netzwerke liefern Ideen für die Selbstpräsentation und helfen bei der Kontaktpflege.

Nico Hornig, wiwo.de | , aktualisiert

Inspirationen für die beste Karriere-Strategie

Soziale Medien 2

Foto: Jr Casas / Fotolia.com

Noch vor einigen Jahren erschien Social Media als eine große Gefahr für die eigene Karriere und das Berufsleben. In unzähligen Ratgeberbeiträgen in Internet, Fernsehen und Zeitungen wurde davor gewarnt, sich allzu freigiebig zu präsentieren. Dass Bilder von der letzten Party den Arbeitgeber nur wenig erfreuen dürften, war für viele Menschen ein Grund, sich von den sozialen Netzwerken fernzuhalten.

Heute erscheint die Social-Media-Welt schon deutlich weniger karrierefeindlich, was sich nicht zuletzt an der Anzahl der Anmeldungen ablesen lässt. Allein Facebook konnte die Zahl der monatlich aktiven Nutzer in Deutschland zwischen Januar 2016 und Mai 2017 um drei Millionen Menschen steigern. Inzwischen bauen auch ganze Berufszweige auf den Plattformen auf. Doch auch wer keine Karriere als Influencer anstrebt, kann Social Media als Katalysator für die eigene Karriere benutzen – sofern er oder sie dabei einige Dinge beachtet.

Zeit in die Pflege des Social-Media-Auftritts investieren 

Zu Beginn steht zunächst die Entscheidung, soziale Netzwerke zur eigenen Karriereförderung zu nutzen. Das mag trivial klingen, ist aber ein wichtiger Schritt. Denn wer Social Media ernsthaft betreiben möchte, muss auch bereit sein, Zeit zu investieren.

"Bevor Sie ihren Social-Media-Auftritt nur halbherzig und unvollständig nutzen, sollten Sie es lieber ganz bleiben lassen", rät deshalb die die Berufs- und Karriereberaterin Maja Skubella von der Karriereberatung "Karriere und Entwicklung". Gerade in den klassischen Berufsnetzwerken Xing und LinkedIn könne es unvorteilhaft aussehen, wenn zum Beispiel der Lebenslauf unvollständig ist.

Von anderen Nutzern inspirieren lassen

Ist der erste Schritt jedoch getan, können beide Netzwerke äußerst hilfreich sein. So eignet sich Xing laut Skubella gut, um über Unternehmen zu recherchieren und beispielsweise herauszufinden, wie viele Menschen dort arbeiten.

In beiden Netzwerken kann es außerdem eine gute Idee sein, sich die Profile von Nutzern mit ähnlicher Qualifikation anzuschauen. "Dort können Sie sich Inspirationen holen und herausfinden, wie Sie sich selbst noch besser darstellen können", sagt Skubella.

Neben Xing und LinkedIn, deren Fokus klar auf dem beruflichen Nutzen liegt, können auch Twitter, Facebook und Co als Karrieretreiber dienen. "Nachdem diese Netzwerke in den letzten Jahren hauptsächlich für private Zwecke genutzt wurden, rückt nun auch das Berufliche mehr in den Fokus. Das führt zu der Herausforderung beiden Seiten zur selben Zeit adäquat gerecht zu werden.", erklärt Johst Klems, Geschäftsführer der Social-Media-Agentur earnesto.

Während bei Facebook für einzelne Beiträge entschieden werden kann, wer sie zu Gesicht bekommt, kann zum Beispiel bei Instagram nur der gesamte Account privat gestellt werden. Es ist deshalb sinnvoll, sich zu überlegen, welches Netzwerk wie genutzt werden soll.

So kann zum Beispiel die Entscheidung fallen, Instagram rein privat zu nutzen, während Twitter für berufliche Zwecke reserviert bleibt und Facebook je nach Post beide Sphären bedient. Gerade wer mehrere Netzwerke bespielt, sollte sich laut Klems eine Strategie zurechtlegen und vor allem eine Frage stellen: "Welches Bild will ich von mir vermitteln?"

Ein Profil mit Charakter anlegen

Wichtig ist es dabei möglichst authentisch zu sein. Klems rät dazu, sich nicht anders als im analogen Leben zu verhalten und zum Beispiel nur Dinge zu posten, die Sie auch in einem Gespräch von sich geben würden. Dabei sollten das Profil und die Inhalte nicht nur neutral und gefällig sein.  "Es gibt nichts Langweiligeres als Social-Media-Auftritte ohne Charakter. Der kann aber natürlich auch polarisieren", sagt Klems. Wichtig sei es Meinungsäußerungen gut zu begründen und in Diskussionen sachlich zu bleiben.

Dann kann das Profil dazu benutzt werden den eigenen Arbeitsalltag auf spannende Weise darzustellen. Eine Architektin kann beispielsweise beschreiben und zeigen, wie Sie eine Baustelle besucht. Oder ein Werbefachmann teilt eine Kampagne, die er für besonders gelungen und inspirierend hält. Potenzielle Bewerber sollten jedoch nicht direkt "drauf los twittern". Denn es kann einiges an Übung erfordern, Bilder und Texte so aufzubereiten, dass sie interessant sind und den eigenen Qualitätsansprüchen entsprechen.

Bei Posts aus dem Privatleben gilt: Qualität statt Quantität

Doch auch Posts, die das Privatleben zeigen, können eine gute Idee sein. "Sie vermitteln dem potenziellen Arbeitgeber damit ein umfassenderes Bild ihrer Person. Dabei würde ich aber eher auf Qualität als auf Quantität setzten", rät Karriereexpertin Skubella. Wenn also gerne lesen und reisen, sind das durchaus Hobbys, über die sie auch öffentlich berichten können.

Neben der Darstellung der eigenen Person, kann Social Media aber auch dabei helfen überhaupt von einem Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. So können Sie interessanten Unternehmen folgen, sich mit deren Inhalten beschäftigen und zum Beispiel konstruktive Anmerkungen oder Meinungsbeiträge auf deren Pinnwand verfassen. "Ich würde das zwar nicht zu häufig machen, dann wirkt es flach, aber so können Sie ein Unternehmen auf sich aufmerksam machen", meint Skubella.

Den Social-Media-Auftritt bei der Bewerbung nutzen

Haben Sie sich entsprechend Mühe gegeben, ihre Person möglichst gut darzustellen, sollten Sie Personaler direkt in der Bewerbung auf Ihr Profil hinweisen. Vor allem bei jungen netzaffinen Firmen und Branchen ist das eine gute Idee. Wer sich jedoch beim Mittelständler bewirbt, der seine Website das letzte Mal vergangenes Jahr aktualisiert hat, kann auf die Anmerkung verzichten.

Bei allen guten Möglichkeiten, die soziale Netzwerke eröffnen, bleibt immer noch die Gefahr, einen schlechten Eindruck zu vermitteln. Social-Media-Experte Klems rät jedoch davon ab, das betrunkene Partybild zu überschätzen: "Ein Recruiter weiß auch, dass ein Mitte 20-jähriger sich auch mal auf Partys aufhält und vielleicht auch mal einen über den Durst trinkt."

Das glaubt auch Skubella, schränkt jedoch in einem Punkt ein: "Grundsätzlich gilt natürlich leben und leben lassen, aber wenn Sie zu einem Gespräch eingeladen werden, müssen Sie damit rechnen, dass sie darauf angesprochen werden. Oder Sie werden gar nicht erst eingeladen." Denn trotz des neuen Umgangs mit Social Media gilt: Das Internet vergisst nicht.


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de

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